27/07/2026
Der Weg aus dem Leid ohne spirituellen Einfluss ist unmöglich.
Dem schliessen wir uns voll und ganz an und wirken dabei mit.
Belinda & Wolfgang Elija 🥰
Eine Ausführung von C.G. Jung dazu
Es ist bekannt, dass die Freudsche Psychoanalyse nur begrenzt in der Lage ist, die Schattenseiten und das Böse in uns bewusst zu machen. Sie entfacht lediglich den latenten inneren Konflikt und lässt ihn dann ungelöst.
Der Patient muss damit so gut wie möglich umgehen. Freud hat leider übersehen, dass der Mensch nie imstande war, sich allein gegen die Mächte der Finsternis, also des Unbewussten, zu behaupten.
Der Mensch war stets auf die spirituelle Hilfe angewiesen, die ihm die jeweilige Religion bot.
Die Öffnung des Unbewussten bedeutet immer den Ausbruch intensiven spirituellen Leidens; es ist, als würde eine blühende Zivilisation von einfallenden Barbarenhorden überrannt oder als würden fruchtbare Felder durch den Bruch eines Damms einem reißenden Strom ausgesetzt. Der Erste Weltkrieg war ein solcher Ausbruch, der wie nichts anderes vermochte, wie dünn die Mauern sind, die eine geordnete Welt vom lauernden Chaos trennen. Doch so verhält es sich mit jedem einzelnen Menschen und seiner einigermaßen geordneten Welt. Seine Vernunft hat den Naturkräften, die nach Rache dürsten und nur auf den Moment warten, in dem die Trennlinie fällt, Gewalt angetan, um das bewusste Leben mit Zerstörung zu überfluten.
Der Mensch war sich dieser Gefahr seit frühesten Zeiten bewusst, selbst in den primitivsten Stadien der Kultur.
Um sich gegen diese Bedrohung zu wappnen und den angerichteten Schaden zu heilen, entwickelte er religiöse und magische Praktiken. Deshalb ist der Medizinmann zugleich Priester; er ist der Retter des Leibes wie der Seele, und Religionen sind Heilsysteme für psychische Krankheiten.
Dies gilt insbesondere für die beiden größten Religionen der Menschheit, Christentum und Buddhismus.
Der Mensch findet in seinem Leiden niemals Hilfe durch seine eigenen Gedanken, sondern nur durch Offenbarungen einer Weisheit, die größer ist als seine eigene.
Diese ist es, die ihn aus seiner Not befreit.
- Carl G. Jung
(Der Mensch auf der Suche nach seiner Seele)