17/11/2025
Viele orthopädische Veränderungen beginnen nicht dort, wo wir sie später im Röntgen sehen. Sie beginnen IN DER BEWEGUNG. Wenn ein Hund seine Stützphase verändert, den Rhythmus anpasst, den Bewegungsumfang reduziert oder über Rumpf und Vorhand kompensiert, sind das frühe funktionelle Hinweise darauf, dass ein Gelenk, ein Muskel oder eine Struktur nicht mehr optimal arbeitet. Diese Veränderungen entstehen oft Monate, bevor strukturelle Schäden sichtbar werden.
HD und ED entwickeln sich nicht über Nacht und auch nicht unmittelbar nach der Geburt. Beide Erkrankungen sind POLYGENETISCH und MULTIFAKTORIELL, das heißt: Genetische Anlagen spielen zwar auch eine Rolle, doch die Ausprägung formt sich während (!) des Wachstums in einem Zusammenspiel mit Umweltfaktoren. Belastung, Muskulatur, Koordination, Untergründe, Ernährung und Wachstumsgeschwindigkeit beeinflussen, ob und in welchem Ausmaß eine genetische Disposition sichtbar wird.
Genetik legt somit die Disposition, doch WIE der Hund sich entwickelt, entscheidet sich IN DER FUNKTION. Genau in dieser Phase beginnt der Körper, kleine Einschränkungen auszugleichen, erst fein, dann deutlich. Ein leicht verkürzter Schritt, eine asymmetrische Hüftrotation, eine veränderte Schubkraft oder ein unruhiger Rücken können sehr frühe funktionelle Signale sein, lange bevor ein Röntgenbild eine Auffälligkeit zeigt. Je früher man diese Abweichungen erkennt, desto besser lassen sie sich beeinflussen. Hier hilft LupoGait. Viele junge Hunde reagieren erstaunlich gut auf gezielte Anpassungen der Belastung, auf Koordinationsförderung, auf Kraftaufbau, auf das Vermeiden bestimmter Reize oder auf kurze therapeutische Interventionen.
Funktionelle Veränderungen sind in der Regel dynamisch und damit beeinflussbar, strukturelle Schäden dagegen bleiben.