09/07/2026
MU
Ein Mönch fragte den (Zen) Meister Joshu: Kann denn auch ein kleiner Hund die Buddha-Natur haben? Der Roshi – so nennt man einen Zen-Meister – antwortete MU (zu deutsch: Nichts).
Zugrunde liegt folgende Überlegung: Wenn alles Buddha Natur hat und Buddha in allem ist, dann müsste doch selbstverständlich auch ein Hund – oder ein Regenwurm oder eine Ratte – Buddha-Natur haben. Warum antwortete Joshu trotzdem mit „MU“, also mit „Nein“ und „Nichts“ und „Nicht-Sein“? Warum sagte er nicht „U“, also „Ja“, zumal gerade Meister Joshu in anderem Zusammenhang immer wieder auf die Buddha-Natur alles Lebendigen hingewiesen hatte?
Die Antwort liegt darin, dass Joshu die Frage des Mönches nicht etwa beantwortet, sondern ablehnt. Sein „Mu“ will sagen: Kümmere dich nicht um Metaphysik. Oder auch: Kümmere dich nicht um Dinge, die dich nichts angehen.
(J.E.Behrendt in „Nada Brahma, S.42)
Mu, ein Koan, der mich seit Jahren begleitet.
"Pilger MU" wurde mir durch die Comic-Bändchen von Alex Ignatius schließlich ein wertvoller ZEN-Lehrer.
Zum Beispiel:
"Die Vergangenheit bedrückt mich, die Zukunft macht mir Angst, in der Zwischenzeit geht es mir gut." Das ist "Nüchtern gut leben - Nur für heute."
Darum: immer wieder "MU". 😊