24/08/2026
Von Engeln den Menschen gebracht, um sie von der Pest zu heilen. Zumindest erzählt das der Volksmund. Um sich vor dem Schwarzen Tod zu schützen, sollte man die Wurzel kauen oder die Kleidung mit Engelwurzpulver bestäuben. Dabei waren es vermutlich die Wikinger, die die Engelwurz im 10. Jahrhundert aus ihrer nordischen Heimat zu uns brachten. Hier erfreute sich die wunderschöne Heilpflanze bald großer Beliebtheit und wurde in vielen Klostergärten angepflanzt, von wo sie den Sprung über die Klostermauern schaffte und es sich bald in feuchten Wäldern gemütlich machte.
Doch sie galt nicht nur als Allheilmittel gegen jede Form von Krankheit, auch die Abwehr von Dämonen und jeglichem bösen Zauber wurde ihr nachgesagt, wenn man sie nur als Amulett um den Hals trüge. Und so wird sie auch heute noch für Schutzräucherungen genutzt. Ich liebe ihren würzig, aromatischen Duft und lege sie gerne auf die Kohle.
Doch ein anderer Name verrät uns noch eine weitere, äußerst beliebte Anwendung der Waldbewohnerin. Die Geilwurz sollte wieder frischen Wind ins Ehegemach bringen und wurde als Aphrodisiakum von Europa bis in den Himalaya sehr geschätzt.
In meinem Wald wächst die zauberhafte Engelwurz kaum, deshalb war ich sehr begeistert, ihr im Sauerland zu Hauf zu begegnen. Meist hatte sie schon ihre Samen ausgebildet, doch an ein paar letzten Blüten konnte ich mich noch erfreuen. Fast kugelige Blütendolden, die tatsächlich engelsgleich über dem Grün der Blätter schweben. 😉