19/08/2026
Wenn Eltern wegen ihres Kindes kommen… aber die Geschichte nicht bei ihm beginnt
Oft kommen Eltern zu mir, weil sie ihrem Kind helfen möchten.
„Es ist sehr rebellisch.“
„Es hat kein Selbstvertrauen.“
„Es ist ständig wütend.“
„Ich verstehe nicht, warum es so reagiert.“
„Was kann ich für es tun?“
Und natürlich richtet sich der Blick auf das Kind.
Doch in der Arbeit mit der transgenerationalen Numerologie zeigt sich manchmal eine andere Perspektive:
Was wäre, wenn das, was wir beim Kind sehen, nur der Ort ist, an dem eine ältere Familiengeschichte sichtbar wird?
Dann frage ich nicht mehr nur:
„Was passiert mit diesem Kind?“
Sondern auch:
„Wohin lädt uns sein Verhalten ein zu schauen?“
Vielleicht in die Beziehung zu den Eltern.
Vielleicht in eine bestimmte Familienlinie.
Vielleicht in ein Muster, das sich über mehrere Generationen wiederholt.
Vielleicht in etwas, das bisher niemand bemerkt hat.
Das bedeutet nicht, dass jede Schwierigkeit eines Kindes aus der Familie kommt oder dass die Eltern „schuld“ sind.
Das Kind hat seine eigene Persönlichkeit, seine eigenen Erfahrungen und seinen eigenen Weg.
Aber manchmal kann es zum Spiegel werden, durch den ein Familiensystem uns etwas zeigt, das genauer betrachtet werden möchte.
Und dann verändert sich die Perspektive.
Wir versuchen nicht mehr nur, das Verhalten des Kindes zu „korrigieren“.
Wir beginnen, die Geschichte um es herum zu betrachten.
Für mich ist das eine der spannendsten Rollen der transgenerationalen Numerologie:
nicht zu sagen, was mit einem Kind nicht stimmt, sondern Hinweise darauf zu geben, wo in der Familiengeschichte es sich lohnt, tiefer zu schauen.
Manchmal kommt ein Elternteil, um sein Kind zu verstehen…
und entdeckt dabei etwas über die eigene Geschichte.
Vielleicht ist die Frage nicht immer: „Was hat mein Kind?“, sondern: „Was zeigt mir mein Kind, das ich genauer anschauen darf?“