03/07/2026
Manche Sätze warten lange darauf, ausgesprochen zu werden.
Heute hatte ich das erste Gespräch mit einer neuen Klientin.
Und wieder habe ich erlebt, was mich an meiner Arbeit immer wieder berührt:
Es braucht oft gar nicht viel Zeit.
Menschen erzählen von Dingen, über die sie noch nie gesprochen haben.
Sprechen Sätze aus, die sie manchmal seit Jahren mit sich tragen.
Nicht, weil ich die richtigen Fragen stelle.
Nicht, weil es schnelle Lösungen gibt.
Vielleicht einfach deshalb, weil da für einen Moment ein Raum entsteht, in dem nichts bewertet, erklärt oder zurückgehalten werden muss.
Ein Raum, in dem Trauer, Angst, Liebe, Wut, Schuld, Erleichterung und auch Widersprüche ihren Platz haben dürfen.
Und manchmal auch Scham.
Die Scham, etwas überhaupt zu denken.
Die Scham, sich bestimmte Gefühle oder Gedanken einzugestehen.
Die Sorge, was andere darüber denken würden.
Ich erlebe immer wieder, wie erleichternd es sein kann, das Ausgesprochene nicht erklärt oder bewertet zu bekommen.
Nicht alles, was wir denken, möchten wir denken.
Nicht alles, was wir fühlen, haben wir uns ausgesucht.
Und doch gehört es zu uns.
Solche Räume dürfen in meiner Arbeit mit SinnLicht entstehen. Räume, in denen Menschen mit ihrer Geschichte willkommen sind. Mit allem, was da ist.
Und mit allem, was vielleicht zum ersten Mal Worte findet.
Danke für dieses tiefe Vertrauen heute. 🤍