30/01/2026
Tacheles
mal wieder wie so oft auf Linkdin: Unternehmer oder leitender Angestellter, gutes Gehalt, manchmal noch dazu mit viel Zeit, klagt: nicht glücklich mit seinem Leben, Depressionen, Burnout bzw Boreout – wobei letzterer quasi der Linkshänder des Vorhergehenden ist. Und es gibt noch viel mehr Spielarten des selben Problems, hier sei nur mal das rausgegriffen.
Nun, irgendwann mal habe ich wenig mitfühlend geschrieben: kein Mitleid, ganz bestimmt nicht.
Warum ? Nun, wer an der unteren Seite der Nahrungskette seinen Job tun muss um sein Leben zu finanzieren bekommt mein ganzes Verständnis.
Wer aber genug Geld und damit genug Kapazität hat sich Hilfe zu holen verdient kein Mitleid sondern einen therapeutischen Tritt. Was man durchaus als Freundlichkeit ansehen kann weil Mitleid in so einem Fall wenig zielführend ist.
Wer die Möglichkeit hat etwas an seiner Situation zu ändern aber es nicht tut beweist sollte sich die Frage stellen ob er wirklich etwas ändern will. Er agiert wie der Mann der unter der Laterne seinen Schlüssel sucht. Auf die Frage ob er ihn verloren hat antwortet er: „nein, aber hier ist wenigstens Licht“.
Um Probleme in den Griff zu bekommen muss man sie annehmen. Obwohl man nur schlecht ohne Hilfe herauskommt muss man mehr als 80 % der Arbeit selbst leisten. Seltsamerweise schrecken gerade die „Macher“ die äußerlich „Erfolg“ haben ohne Ende vor dieser inneren Arbeit zurück. Das innere Aufarbeiten wie und warum man sich selbst in diese Misere gesteuert hat ist wesentlich um ein tragbares lebendigeres individuelles Programm zu entwickeln.
Wem es daran liegt Verständnis für seine Situation zu bekommen ist bei den vielen studierten Psychologen von denen es auf Linkdin genug gibt bestimmt besser aufgehoben.
Wer sich auf die Hinterfüße stellen will um wirklich an deiner Situation zu arbeiten ist bei mir richtig.
Meine eigentliche Qualifikation kommt nicht aus einer theoretischen Ausbildung sondern aus der harten Realität. Ich bin erzogen worden dass nur Leistung zählt. Mir wurde das in jedem Wortsinn eingeprügelt, manchmal auch eingetreten. Ich will nicht sagen „dass mir das nicht geschadet hat“ - was Schwachsinn ist. Aber es hat mir in mein Unterbewusstes ein großes NEIN gesetzt. Viel später hat mir in einer Fortbildung eine Dozentin ein Bild gemalt mit einem großen schwarzen MUSS als zentrale Bedeutung, was das Problem von der anderen Seite beschreibt. Die persönliche Aufarbeitung dieser Konditionierung hat mich dahin gebracht wo ich heute bin. Womit ich nicht (nur) das Äußere, den Heilpraktiker, meine sondern wo ich innerlich stehe. Das war nicht einfach. Deshalb weiß ich wie man tief liegende Schwierigkeiten auf verschiedenen Ebenen meistert. Aus dem realen Leben, nicht (bzw sekundär) aus angelerntem theoretischen Wissen.