14/12/2025
„Lieber dreimal abgebrannt als einmal umgezogen.“
Der 19.11.2025 wird uns allen immer in Erinnerung bleiben. Am späten Nachmittag brach in der Tiefgarage unserer WG ein Feuer aus. Zum Glück war schon mit der ersten Meldung klar, dass die beiden diensthabenden Pflegekräfte fantastisch reagiert hatten. Alle Bewohner waren binnen dreieinhalb Minuten evakuiert, eine Leistung, die später auch von der Feuerwehr lobend gewürdigt wurde.
Nach stundenlangem Warten im Kältebus wurde klar: Unsere Bewohner können erst einmal nicht mehr in die Wohnung zurück, auch wenn in dieser selbst glücklicherweise kein Brandschaden entstanden war.
Wohin aber mit acht demenzkranken Menschen? Pflegeplätze jeder Art sind ohnehin Mangelware, aber nun, aus dem Stand? Wir hatten Glück: In der stationären Einrichtung unseres Pflegedienstes waren Zimmer frei, und nach zwei Nächten im provisorisch hergerichteten gemischten Schlafsaal kamen wir erst einmal unter. Neue Herausforderungen taten sich auf: Die Zimmer waren nicht beieinander, unser engmaschiges Betreuungsnetz wurde gehörig gespannt - aber es hielt, auch dank des tollen Engagements unseres Pflegeteams. Wir Angehörigen waren nun täglich im Austausch über Teams und andere Kanäle. Pflegebetten mussten organisiert werden, Mobiliar und Deko für die Zimmer, Wäschedienste und der Kontakt zu unserem Vermieter. Dabei immer die Frage: Wie kommen die Kranken mit der Veränderung zurecht?
Es waren aufregende Wochen. Wir mussten feststellen was wir bereits ahnten: Eine Unterbringung im Pflegeheim ist Welten entfernt von dem liebevollen Zuhause das wir unseren Angehörigen in der WG bieten können. Es gab einige unschöne Erlebnisse, allerdings auch ein paar lustige Anekdoten und uns wurde an vielen Stellen viel Freundlichkeit entgegengebracht. Ohne den großartigen Zusammenhalt aller hätte es nicht funktioniert, aber es haben alle angepackt, niemand war allein mit dieser schwierigen Situation. Alle, Mitarbeiter, Angehörige wie Erkrankte haben noch einmal festgestellt, wieviel wir aneinander haben. Klar gibt es im Alltag auch schon mal Situationen, in denen man miteinander nicht ganz zufrieden ist, aber wir wissen nun: Wir sind ein tolles Team, wir können uns aufeinander verlassen.
Nach dreieinhalb Wochen konnten wir endlich wieder in unsere Wohnung zurück. Der Rücktransport im eigenen Linienbus war noch einmal ein Abenteuer, aber dann war es geschafft - endlich Daheim!
Es bleibt noch einiges zu tun, hohe Rechnungen sind aufgelaufen, und es hat ein paar Tage gedauert bis die Bewohner wieder zu sich gefunden haben, aber wichtiger ist einmal wieder die Erkenntnis: Zusammen ist man weniger allein.