13/05/2019
DIE MENSCHLICHEN WERTE
Wohin mit den ganzen Informationen?
Kann es sein, dass inzwischen ein mehr oder weniger großes Wirrwarr aus den unterschiedlichsten Gedanken in Ihrem Kopf entstanden ist?
Bei so vielen Informationen zu Implikationen, Hunden, Menschen, Denkmustern, Instinkthandlungen, Bedürfnissen, Werten und, und, und . . . kein Wunder.
Sehr gut, wenn Sie sich jetzt fragen, was Sie damit anfangen können.
Mein Vorschlag ist: ZUNÄCHST EINMAL EINFACH ABSPEICHERN
Bewahren Sie diese Informationen abrufbereit in Ihrem Gedächtnis auf, ohne groß darüber nachzudenken, denn es handelt sich dabei lediglich um Fakten.
Sie werden dieses Wissen gleich abrufen können. Nämlich genau dann, wenn wir beginnen, bewusst mit Bedeutungszuschreibungen in Form von inneren Bildern, d. h. mit Assoziationen zu arbeiten.
Warum lasse ich Sie mit ihren inneren Bildern bzw. Assoziationen arbeiten?
Nun, ich werde Ihnen keine Vorgaben machen, was Sie zu tun und zu denken haben. Und dies aus mehreren guten Gründen:
1. Ich habe nicht das Recht, Sie zu bevormunden oder Ihnen etwas vorzuschreiben.
2. Sie besitzen ein Selbstwertgefühl, das ich nicht anzutasten habe.
3. Jeder Mensch ist in der Lage, sich kraft seiner eigenen Gedankenwelt per Assoziation über seine eigenen Vorhaben und Ziele ein Bild zu machen.
4. Diese Bilder sind höchst individuell. Sie sind einmalig und gehören jedem Menschen ganz allein.
5. Jeder Mensch entscheidet selbst darüber, was er mit seinen Assoziationen anstellt. Ob er diese zu seinen Gunsten einsetzt, ob er sie verändern oder ob er sie sogar gegen sich verwenden möchte.
6. Also was wollen Sie mit MEINEN Assoziationen? Sie können damit nichts anfangen.
Ich möchte, dass SIE über IHRE ganz eigenen Assoziationen zu sich selbst vordringen, um sich selbst kennenzulernen und auf dieser Basis Entscheidungen – z. B. für sich und Ihren Hund – zu treffen, die einzig und allein für sie beide nutzbringend sind.
Da wir Menschen uns – allerdings meistens unbewusst - den ganzen Tag assoziieren basieren darauf dann Entscheidungen und Handlungen, die wir später häufig selbst kaum nachvollziehen können.
Werden wir dann von Mitmenschen darauf hingewiesen, reagieren wir nicht selten ungehalten. Wir fühlen uns in diesen Fällen aus noch unerfindlichen Gründen entlarvt oder bloßgestellt, was unserem Selbstwertgefühl nicht gerade zuträglich sein dürfte.
Auch unsere Hunde „ertappen“ uns oft dabei, dass wir etwas denken oder tun, das den Naturgesetzen widerspricht und somit für sie nicht logisch ist. Sie zeigen es uns dann in Form ihrer Reaktionen auf uns, die uns häufig verblüffen und von uns als überwiegend unerwünscht eingestuft werden.
Wie oft geben wir Menschen unseren Hunden verbal Anweisungen, die sie gar nicht verstehen geschweige denn ausführen können, weil die entsprechenden Worte nicht konditioniert wurden. „Gehorcht“ unsere Fellnase diesen „Befehlen“ dann nicht, gibt es Ärger und unser Vierbeiner kann diesen logischerweise auch nicht zuordnen.
Genauso oft erlauben wir ihnen Dinge (z. B. auf´s Sofa springen), die wir ihnen dann in Anwesenheit anderer Menschen plötzlich vehement untersagen.
Ziemlich unfair dem Hund gegenüber, nicht wahr? Und diese fehlende Fairness kann sogar ziemlich unschöne Früchte tragen.
Neulich beobachtete ich während eines Spaziergangs am Wasser einen Mann mit einem Rottweiler. Der Hund war angeleint und zog sehr stark nach vorn. Das typische Bild einer nicht ausbalancierten Beziehung. Der Mann ruckte mehrmals sehr stark an der Leine, sodass das Stachelhalsband, das der Hund (gesetzlich) unerlaubterweise trug, sich zuzog und mit seinen spitzen Fortsätzen in dessen Fleisch bohrte. Während ich mich noch fragte, was der Hund wohl aus den für ihn schmerzhaften Erfahrungen an der Leine lernen sollte, bekam der Mann plötzlich einen Wutanfall, griff mit beiden Händen direkt in das Halsband und hob laut brüllend den Hund laut an diesem hoch. Eine Handlung, die schon so manchem Hund das Genick gebrochen hat. In diesem Falle passierte dies Gott sei Dank nicht, sodass der wütende Hundehalter den Hund wieder fallen ließ, die Leine löste und ihn davonjagte. Der „Rotti“ entfernte sich auch, jedoch nur soweit, um danach mit hohem Tempo zurücklaufen, in seinen Menschen hineinspringen und diesen dadurch zu Fall bringen zu können. Danach stand der Hund stocksteif und knurrend über seinem Besitzer. Auf gut Deutsch: Dieser Hund hatte seinen Besitzer und dessen Brutalitäten satt und zeigte dies sehr deutlich.
Eine sehr gefährliche Situation für den Menschen, die dieser allerdings selbst provoziert hatte. Aus Sicht des Hundes war dessen Verhalten für mich vollkommen nachvollziehbar.
Da mir der Hund bekannt war als zwar vollkommen unerzogen und verwirrt, jedoch aber gut verträglich mit fremden Menschen und anderen Hunden, konnte ich ihn zu mir und meinen beiden Hunden rufen. Die drei Hunde spielten nach ein paar Sekunden friedlich miteinander, während der Mann von anderen Passanten versorgt und in ärztliche Behandlung verbracht wurde.
Glücklicherweise hatte dieser Mensch seine Lektion endlich gelernt und gab den Rottweiler zur Vermittlung frei. Dieser bekam ein wunderbares neues Zuhause bei erfahrenen Menschen und ist heute immer noch einer der besten Freunde meiner Hunde. Ja, Glück gehabt, es hätte auch anders enden können.
Auf jeden Fall hatte der „Rotti“ seinem Menschen deutlich gezeigt, dass dieser nicht wusste, was er tat. Sein Hund hatte ihn auf eine extrem gefährliche Art und Weise als für den Umgang mit Hunden untauglich „entlarvt“. Ob dieser Hundehalter über Assoziationen jemals zu sich selbst durchdringen wird, bleibt fraglich. Hauptsache der Hund wurde nicht schuldig gesprochen.
Und nun möchte ich Sie, liebe Hundefreunde vor derartigen Situationen bewahren, indem ich Sie jetzt assoziieren lasse, was das Zeugt hält.
Das ist es, was unsere Hunde sich von uns wünschen. Nämlich, dass wir uns in jeder Situation mit ihnen assoziieren und somit unser Denken und Handeln den absolut logisch aufgebauten Naturgesetzen anpassen.
Auf diese Weise können wir als Geistwesen einem Naturwesen wie einem Hund gerecht werden und das Vertrauen aufbauen, das jede gute Beziehung braucht.
Und los geht´s . . . wie immer beim nächsten Mal . . .
Ihre Sigrid Göbel