04/09/2026
🐕 Bruno und die verräterischen Pfoten
Der Regen hatte aufgehört, aber der Garten war noch nass. Von den Blättern tropfte Wasser, zwischen den Pflastersteinen standen kleine Pfützen, und die Erde unter dem Flieder war dunkel und weich.
Bruno kam ausgerechnet dort hervor.
Frieda sah ihn vom Küchenfenster aus. An seiner Schnauze klebte ein kleines Blatt, seine Vorderpfoten waren beinahe schwarz, und unter seinem Bauch hingen mehrere nasse Fellsträhnen. Sie holte das alte Handtuch aus dem Schrank und stellte sich an die Terrassentür.
Bruno blieb draußen stehen.
„Komm rein.“
Er betrachtete das Handtuch. Dann betrachtete er Frieda. Schließlich setzte er vorsichtig eine Pfote über die Schwelle. Frieda beugte sich vor, aber Bruno zog die Pfote wieder zurück.
„Du bist voller Matsch.“
Das ließ sich nicht bestreiten. Es bedeutete jedoch nicht, dass man sofort etwas dagegen unternehmen musste.
Als Frieda kurz zur Seite griff, um ihre Schuhe wegzustellen, schlüpfte Bruno an ihr vorbei. Er ging zügig durch die Küche und bog in den Flur ab. Dort wurde er langsamer. Wenn man langsam ging, fiel man vermutlich weniger auf.
Hinter ihm erschienen dunkle Pfotenabdrücke auf den Fliesen.
Die Spur führte geradewegs zu seiner Decke am Ende des Flurs. Bruno lag bereits darauf, den Kopf auf den Pfoten, als wäre er seit Stunden nicht aufgestanden.
„Ach, da bist du.“
Bruno schloss die Augen.
Frieda kniete sich neben ihn und begann, seine Pfoten abzureiben. Danach waren der Bauch und die Beine an der Reihe. Bruno ließ es geschehen und seufzte so tief, als müsse vor allem er Geduld aufbringen.
Als Frieda fertig war, stand sein Fell in alle Richtungen. Sie betrachtete ihn kurz, nahm das Handtuch und ging zurück in die Küche.
Bruno blieb liegen. Er hörte Wasser in den Eimer laufen, und kurz darauf glitt der Wischmopp über die Fliesen. Die Geräusche kamen langsam näher, erreichten seine Decke und entfernten sich wieder.
Bruno rückte ein wenig tiefer in den Stoff.
Der Garten musste schließlich erst einmal trocknen.
🐕 Euer Bruno