20/08/2026
Manchmal schreit mein Baby die Brust an.
Und obwohl ich Stillberaterin bin, denke ich in diesem Moment:
„Oh Gott. Warum nimmst du sie nicht? 😳
Was ist falsch mit meiner Brust?
Mit mir?
Hast du Hunger? Habe ich nicht genug Milch?“
Ich weiß doch eigentlich, dass ein Baby die Brust nicht nur ablehnen kann, weil es keinen Hunger hat.
Es kann überreizt sein.
Zu müde.
Es kann gerade eine andere Art der Regulation brauchen.
Es kann schlicht einen Moment brauchen.
Es gibt so viele mögliche Gründe.
Und trotzdem ist da manchmal dieser Gedanke:
„Aber was, wenn es doch etwas Schwerwiegenderes ist?“
Und genau da kann ein Teufelskreis entstehen.
Wenn ich aus Unsicherheit jetzt eine Flasche gebe, trinkt mein Baby vielleicht sehr viel – nicht unbedingt, weil es tatsächlich Hunger hatte, sondern weil Milch aus der Flasche schnell und leicht verfügbar ist. So entsteht super schnell eine Saugverwirrung - ja schon ab Flasche 1!!
Danach ist es satt, schläft vielleicht tief und fest – und in meinem Kopf entsteht die scheinbare Bestätigung:
„Siehst du. Es hatte Hunger!“
Dabei habe ich vielleicht gar keinen Hunger gelöst.
Ich habe ein Problem mit der falschen Lösung für eine vermutete Ursache „behandelt“.
Und genau das ist so menschlich.
Wir wollen, dass es unserem Baby gut geht.
Wir wollen nichts übersehen.
Wir wollen auf Nummer sicher gehen.
Aber nicht jedes Brustanschreien bedeutet: „Ich brauche mehr Milch.“
Manchmal bedeutet es einfach: Mama, gerade ist mir das alles zu viel.
Und auch eine Stillberaterin darf in solchen Momenten kurz zweifeln.
Denn Wissen bedeutet nicht, dass man selbst keine Angst bekommt.
Es bedeutet nur, dass man irgendwann wieder innehält und sich fragt:
Was weiß ich wirklich – und was erzählt mir gerade meine Angst? Und auch du darfst dir Hilfe holen!
BABY
STILLALLTAG
MAMALEBEN
STILLWISSEN