21/08/2026
Manchmal frage ich mich, wann wir eigentlich angefangen haben, so viel voneinander zu erwarten – und gleichzeitig so wenig voneinander zu wissen.
Ich bin Mama. Ich bin Therapeutin. Ich bin Millennial. Ich kenne dieses Gefühl, alles richtig machen zu wollen. Für die eigenen Kinder. Für die Familie. Im Beruf. Für andere. Und irgendwo dazwischen auch noch für sich selbst.
Und trotzdem mache ich Fehler. Ich bin erschöpft. Ich zweifle. Ich reagiere manchmal anders, als ich es mir vorgenommen habe. Ich weiß es manchmal besser – und schaffe es trotzdem nicht besser.
Vielleicht geht es gar nicht darum, alles richtig zu machen.
Vielleicht geht es darum, hinzusehen. Verantwortung zu übernehmen, wenn wir jemanden verletzt haben. Uns zu entschuldigen. Wieder miteinander zu reden. Und auch zu verstehen, dass hinter dem Verhalten eines Menschen meistens eine Geschichte steckt, die wir nicht kennen.
Als Therapeutin weiß ich viel über Gefühle, Bindung, Prägungen und alte Verletzungen.
Als Mutter weiß ich, dass dieses Wissen im echten Leben trotzdem nicht immer reicht.
Und als Mensch wünsche ich mir vor allem eines:
mehr Verständnis füreinander.
Zwischen Eltern und Kindern.
Zwischen unseren Eltern und uns.
Zwischen Partnern.
Zwischen Generationen.
Weniger: „Du hättest es besser machen müssen.“
Mehr: „Erzähl mir, warum es für dich so schwer war.“
Dieses Lied kommt genau aus diesem Gefühl, was ich kenne, was meine Freundinnen kennen und was viele meiner Patientinnen kennen.
Mehr Ehrlichkeit zueinander würde uns allen so gut tun!