12/08/2026
Folge Deiner Berufung!
Die Miete fragt: Ab wann genau?
Entweder Du gehst endlich los.
Oder Du hast nicht genug Mut.
Entweder Du folgst Deiner Berufung.
Oder Du verrätst Dich selbst.
In der Berufs- und Gründungsberatung kommen aktuell viele Menschen auf mich zu, die sich mit einem Beratungsangebot selbstständig machen möchten ... als Coach, Berater oder im heilenden Bereich.
Am Anfang steht oft eine neue Weiterbildung.
Und ein Satz, der viel in Bewegung bringt:
„Du hast dafür eine besondere Gabe.“ 🪄
Das kann stimmen.
Es beantwortet nur noch keine wirtschaftliche Frage.
Eine Begabung ist noch kein Geschäftsmodell.
Eine Weiterbildung keine Nachfrage.
Und selbst Sichtbarkeit keine zahlende Kundschaft.
Viele erwarten, dass eine junge Idee schnell die gesamte Existenz trägt.
Nicht irgendwann.
Jetzt. ‼️
Manchmal zeigt sich bereits vor der Rechnung etwas Unbequemes:
Es fehlt trotz großer Motivation an Praxiserfahrung, an dem Raum, auszuprobieren, Fehler zu machen und die eigene Zielgruppe wirklich kennenzulernen.
Und manchmal stelle ich mir heimlich die Frage, ob das verlässlichere Geschäftsmodell nicht die Ausbildung selbst ist und weniger die Tätigkeit, für die ausgebildet wird. 😇
Was mir in vielen Erzählungen über Berufung fehlt, ist das Sowohl-als-auch.
✔️ Sting unterrichtete und spielte parallel in Bands.
✔️ Stephen King arbeitete als Englischlehrer, bis „Carrie“ ihm den Wechsel zum Schreiben ermöglichte.
Hierzulande gibt es sie vermutlich genau so viele Beispiele.
Nur seltener als Netflix-Doku. 🎥
ABER: Beide haben ihre Idee ernst genommen.
Und ihr Zeit gegeben.
Nicht jede Berufung muss vom ersten Tag an die gesamte Existenz tragen.
Manchmal braucht sie ein verlässliches Einkommen, neben dem sie wachsen und sich am Markt bewähren darf.
Das ist kein Verrat an der eigenen Idee.
Es ist ihr Schutz.
Ich prüfe nicht, ob eine Berufung echt ist.
Ich prüfe, was sie im Moment tragen kann.
Denn Mut zeigt sich nicht nur im Sprung.
Manchmal zeigt er sich darin, zwei Wirklichkeiten eine Zeit lang nebeneinander auszuhalten:
– die Sehnsucht nach dem Eigenen
– und die Verantwortung für die eigene Existenz.
❓ Mich interessieren besonders die Geschichten ohne finanziellen doppelten Boden:
1. Wie habt Ihr Eure Selbstständigkeit aufgebaut, wenn weder Partnereinkommen noch familiäres Auffangnetz die Anfangszeit getragen haben?
2. Was lief zunächst nebeneinander und woran habt Ihr gemerkt:
Jetzt trägt das Eigene?