04/05/2026
https://www.facebook.com/share/p/1bTqcR5KFB/
dr. fehlert warnte schon immer davor.
Was als einzelne Beschwerden begann, hat sich zu einem der größten Pharmaprozesse der jüngeren Geschichte entwickelt.
Stand April 2026 sind mehr als 3.363 Klagen in einem bundesweiten Sammelverfahren gegen Novo Nordisk, den Hersteller von Ozempic, anhängig. Rechtsanalysten schätzen die Gesamthaftung auf über 2 Milliarden Dollar. Die Fälle sind in zwei separate Sammelverfahren aufgeteilt worden – eines für Magen-Darm-Verletzungen und eines speziell für Sehverlustansprüche.
Der häufigste Vorwurf betrifft Gastroparese, also Magenlähmung. Eine 2023 im JAMA veröffentlichte Studie hat ergeben, dass Patientinnen und Patienten, die GLP-1-Rezeptoragonisten wie Ozempic einnehmen, 3,7-mal häufiger eine Gastroparese, 4,2-mal häufiger einen Darmverschluss und 9,1-mal häufiger eine Pankreatitis entwickeln als Patientinnen und Patienten mit anderen Medikamenten. Gastroparese ist unheilbar, und einige Betroffene haben Magensonden und längere Krankenhausaufenthalte benötigt.
Auch die Klagen wegen Sehverlusts wachsen. Forschende am Mass Eye and Ear haben einen möglichen Zusammenhang zwischen Semaglutid und der Nichtarteriitischen Anterioren Ischämischen Optikusneuropathie, kurz NAION, identifiziert – einem Zustand, der durch Störung der Blutversorgung des Sehnervs zu irreversiblem Sehverlust führt. Eine Studie aus Februar 2025 hat diesen Zusammenhang bei diabetischen Patientinnen und Patienten weiter gestützt. Der Kausalzusammenhang ist noch nicht abschließend belegt, aber die Evidenz häuft sich.
Das zentrale rechtliche Argument in allen Fällen ist die unzureichende Warnung: Novo Nordisk habe die Vorteile des Medikaments beworben, während schwere Risiken unzureichend offengelegt worden seien – insbesondere als der Off-Label-Einsatz zur Gewichtsabnahme weit über die ursprüngliche diabetische Patientengruppe hinaus angewachsen ist.
Bilder wurden mit KI generiert und dienen lediglich zur Veranschaulichung.
Quellen: Sodhi, M., et al. (2023). Risk of gastrointestinal adverse events associated with glucagon-like peptide-1 receptor agonists for weight loss. JAMA, 330(18), 1798–1799. / Hathaway, J. T., et al. (2024). Risk of nonarteritic anterior ischemic optic neuropathy in patients prescribed semaglutide. JAMA Ophthalmology, 142(8), 732–739.