18/09/2026
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Was passiert eigentlich, wenn ein Defibrillator nicht einfach nur an der Wand hängt, sondern im entscheidenden Moment ein ganzes System dahintersteht?
Die Geschichte von Gerhard Funk zeigt es eindrucksvoll: Kurz vor Weihnachten 2024 wurde im TONI Park Augsburg einer unserer Full-Service-Defibrillatoren installiert. Nicht einmal vier Wochen später wurde er bereits gebraucht.
Gerhard Funk, ein zu diesem Zeitpunkt 57-jähriger Profitänzer, trainierte im FitYou Augsburg, als sein Herz plötzlich aufhörte zu schlagen. Der damalige stellvertretende Studioleiter Musti Dursunoglu und ein weiteres Studiomitglied reagierten sofort: Sie setzten den Notruf ab, begannen mit der Herzdruckmassage und holten den von der Wand.
Der analysierte den Herzrhythmus und gab einen Schock ab. Anschließend wurde die Reanimation unter Anleitung des Geräts fortgesetzt, bis der eintraf. Gerhard kam noch vor Ort wieder zu Bewusstsein.
Während diese entscheidenden Minuten im Fitnessstudio abliefen, wurde bei uns bereits automatisch der Einsatz erkannt.
Unser Geschäftsführer Fabi hatte an diesem Tag unser Notfallhandy und nahm den Alarm unmittelbar entgegen. Über unser System konnte er direkt auf die Einsatzdaten des AED zugreifen und sehen, was vor Ort passierte: Die lief, ein Schock war abgegeben worden und die Auswertung deutete bereits auf eine erfolgreiche hin. Kurz darauf wurden wieder Atmung und Patientenbewegung erkannt.
Damit begann der nächste Teil der Rettungskette unseres deutschlandweit einzigartigen Full-Service-Systems:
Noch während Gerhard auf dem Weg ins Universitätsklinikum Augsburg war, konnten wir die detaillierten Einsatzdaten des AED an die Klinik übermitteln. Durchlaufendes EKG, detaillierter Reanimationsverlauf, ausführliches Impedanz- und Schockprotokoll und viele weitere Informationen über den Zustand des Patienten standen damit schon sehr früh zur Verfügung.
Gerade diese ersten Minuten sind medizinisch von enormer Bedeutung – und normalerweise kaum rekonstruierbar. Was genau passiert ist, bevor der Rettungsdienst eintrifft, bleibt häufig ein blinder Fleck. In diesem Fall konnten wir diese Lücke schließen.
Doch für uns war der Einsatz damit nicht beendet.
Unser PSU-Team (Psychosoziale Unterstützung) wurde unmittelbar eingebunden. Unsere Psychologin Franzi nahm Kontakt mit dem Betreiber und dem Ersthelfer auf und machte sich gemeinsam mit unserem Techniker umgehend auf den Weg nach Augsburg.
Unser Techniker überprüfte den AED vollständig, desinfizierte ihn, tauschte die Elektroden und das Notfallset aus und nahm ihn wieder in Betrieb. Gleichzeitig war unsere Psychologin für die Menschen da, die diesen Einsatz unmittelbar erlebt hatten.
Genau hier liegt für uns der Unterschied zwischen einem verkauften Defibrillator und echtem Full-Service.
Wir kümmern uns nicht nur darum, dass ein AED irgendwo hängt, sondern überwachen ihn 24/7 und sorgen dafür, dass er sicher funktioniert. Und natürlich kümmern wir uns auch darum, was passiert, wenn er tatsächlich gebraucht wird.
Von der automatischen Einsatzmeldung in Echtzeit über die Übertragung der Einsatzdaten an die Klinik, die schnelle Wiederinbetriebnahme und den persönlichen Service vor Ort bis hin zur psychosozialen Unterstützung und Nachbetreuung.
Und diese Betreuung ging auch nach dem Einsatz weiter.
Am nächsten Tag standen wir erneut mit dem Universitätsklinikum Augsburg in Kontakt. Gerhard war zu diesem Zeitpunkt bereits von der Intensivstation auf die Normalstation verlegt worden. Er sprach wieder und dachte schon darüber nach, wann er endlich wieder tanzen könne. Allen Beteiligten fiel ein riesiger Stein vom Herzen, als an diesem Tag die Meldung verkündet werden konnte, dass Gerhard den Vorfall ohne jegliche Schäden überstanden hat.
Heute geht es ihm hervorragend.
Gerhard und seine Frau trainieren weiterhin für ihren Tanzsportverein TSC dancepoint e. V. Königsbrunn. Dass Gerhard heute wieder tanzen kann, bedeutet uns unglaublich viel. Deshalb haben wir ihm – in Zusammenarbeit mit Stryker Emergency Care – einen Defibrillator geschenkt. Umso mehr hat uns seine Entscheidung berührt, diesen nicht für sich selbst zu behalten, sondern ihn seinem Tanzsportverein zur Verfügung zu stellen. Ein Defibrillator, der für Gerhard selbst Teil seiner Rettung war, soll nun auch anderen Menschen im Verein eine Chance geben.
Wenn man heute auf diesen Einsatz zurückblickt, bleibt natürlich eine Frage:
Wie wäre es ohne den Defibrillator ausgegangen?
Das wird niemand beantworten können.
Vielleicht wäre Gerhard heute nicht mehr am Leben. Vielleicht hätte er überlebt, aber mit deutlich schwerwiegenderen Folgen.
Was wir wissen: Der AED war da. Er war einsatzbereit. Die Ersthelfer haben gehandelt. Unser Full-Service hat absolut perfekt funktioniert. Und Gerhard lebt heute wieder sein Leben.
Für uns ist dieser Einsatz deshalb mehr als eine schöne Geschichte.
Er ist die Bestätigung dafür, warum wir unser Konzept entwickelt haben.
Denn: It takes a system to save a life.
In Augsburg haben viele einzelne Zahnräder ineinandergegriffen: Menschen, Technik, Datenübertragung, medizinische Versorgung, schnelle Hilfe vor Ort und die Unterstützung danach.
Und genau so soll unser Full-Service funktionieren.
Nicht nur dann, wenn alles ruhig ist. Sondern genau dann, wenn es darauf ankommt.
Wir sind stolz auf unser Team und darauf, dass wir Teil dieser Rettungskette sein durften.
Unser besonderer Dank gilt Musti Dursunoglu und dem weiteren Ersthelfer, die keine Sekunde gezögert haben.
Danke an das Universitätsklinikum Augsburg für die hervorragende Zusammenarbeit und den direkten Austausch.
Danke an TONI Immobilien, die den AED im TONI Park installiert haben und damit überhaupt erst die Voraussetzung geschaffen haben, dass dieses lebensrettende Gerät in diesem Moment zur Verfügung stand.
Danke an unser Team, das sofort reagiert, alle Fäden zusammengehalten und dafür gesorgt hat, dass in diesem entscheidenden Moment jedes Zahnrad ineinandergreift.
Und natürlich: Danke, Gerhard!
Genau für solche Momente stehen wir jeden Tag auf. Dafür entwickeln wir unsere Systeme, dafür bauen wir unseren Service immer weiter aus und dafür geben wir jeden Tag alles: damit aus Technik, Menschen und einem starken Konzept im entscheidenden Moment echte Hilfe werden kann.
Dass du heute wieder mit deiner Frau auf dem Tanzparkett stehen kannst, ist für uns das schönste Ergebnis überhaupt. 🫶
Der vollständige Bericht ist heute in der Augsburger Allgemeinen erschienen: https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/todeskampf-im-fitnessstudio-wie-der-augsburger-gerhard-funk-in-letzter-minute-wiederbelebt-wurde-115271548
(Titelbild - Fotocredit: Marcus Merk, Augsburger Allgemeine)