10/08/2025
Es war ein Herbsttag 2023. Einer dieser Tage, an denen der Nebel wie ein graues Tuch über allem liegt. Ich lauschte dem Vorschlag meiner Zoom-Gesprächspartnerin: Eine Buchreihe für Gründerinnen.
Zehn Bände, zehn Themen, die Frauen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit stärken sollten: Mut fassen, sich positionieren, sichtbar machen, ein Unternehmerinnen-Mindset entwickeln.
Ein Projekt, das nach Sinn roch. Nach Gemeinschaft. Nach Wirkung.
Ich sagte zu. Andere Autorinnen auch.
Wir zahlten unseren Beitrag – denn ein solches Projekt kostet Geld – und investierten Tage, Wochen, Hingabe in unsere Texte. Wir gaben unser Wissen, unsere Erfahrung, unsere besten Tipps um gemeinsam ein Werk zu schaffen, das anderen Frauen helfen sollte, ihre Träume zu leben.
Doch als unsere Texte geschrieben waren und es ans Veröffentlichen ging, kam der erste Riss. Immer wieder Verzögerungen. Erst war die Druckerei ist schuld, dann «Missverständnisse». Unterstützung, die wir anboten, wurde abgelehnt.
Kritische Stimmen wurden laut. Anfangs hielten wir noch dagegen, glaubten an unglückliche Umstände.
Doch die Monate vergingen. Aus Rissen wurden Brüche.
Irgendwann erschienen dann doch noch einige Bände – viel zu spät und wohl nur pro forma. Denn: die bezahlten Autorenexemplare? Fehlanzeige. E-Books? Nur einzelne.
Marketing? Praktisch nicht existent und weit entfernt von professionell.
Wir drängten, wir warteten, wir hofften.
Und dann kippte es. Im Frühjahr 2025 stiegen immer mehr Autorinnen aus. Zogen ihre Rechte zurück. Das Projekt war tot, noch bevor es richtig gelebt hatte.
Ich kündigte ebenfalls. Forderte mein Geld zurück. Antwort? Schweigen.
Die Strategie: Was unangenehm ist, wird geghostet.
Heute sehe ich, wie die gleiche Person neue Projekte bewirbt – strahlend, mit vollmundigen Versprechungen, als wäre nichts geschehen.
Und ich frage mich: War es Unvermögen? Oder eine Masche?
Ich weiss es nicht.
Aber eins weiss ich: Es ist schon sehr perfide, ausgerechnet Menschen, die anderen helfen wollen, auszunutzen.
Denn wir Autorinnen hatten eines gemeinsam: Wir wollten unser Wissen teilen, damit andere es leichter haben.
𝘸𝘦𝘪𝘵𝘦𝘳 𝘪𝘮 𝘒𝘰𝘮𝘮𝘦𝘯𝘵𝘢𝘳