15/08/2026
Jedes Jahr, wenn wir das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel feiern, lädt uns die Kirche nicht nur dazu ein, auf Maria zu schauen. Sie lädt uns zugleich ein, auf das Ziel unseres eigenen Lebens zu blicken.
Das Glaubensgeheimnis von der Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel sagt uns etwas ganz Einfaches und zugleich Hoffnungsvolles: Gott hat den Menschen nicht dazu geschaffen, dass sein Leben im Grab endet. Er hat uns für das ewige Leben geschaffen.
Maria hat ihr ganzes Leben Gott anvertraut. Ihr „Ja“ sprach sie nicht nur einmal bei der Verkündigung. Sie lebte dieses „Ja“ ihr ganzes Leben hindurch: in der Freude, in der Sorge, unter dem Kreuz und in den stillen Zeiten des Wartens.
Und heute sehen wir an Maria schon das, was Gott auch an uns vollenden möchte.
Ich denke dabei an einen Menschen, der auf einem langen Bergweg unterwegs ist. Wenn er müde wird, möchte er vielleicht stehen bleiben oder umkehren. Doch wenn er in der Ferne schon das Licht eines Hauses sieht, das auf ihn wartet, bekommt er neue Kraft, weiterzugehen.
Maria ist für uns wie ein Licht am Ende des Weges. Sie zeigt uns: Der Weg des Glaubens führt trotz Leid, Einsamkeit und Prüfungen nicht in eine Sackgasse. Er führt uns nach Hause – zum Vater.
Darum ist das Fest Mariä Himmelfahrt keine ferne Geschichte, die nur Maria betrifft. Es ist eine Botschaft für unser eigenes Leben:
Leben wir nicht so, als wäre dieses irdische Leben alles.
Lassen wir nicht zu, dass Geld, Erfolg, Konkurrenz oder die vielen Sorgen des Alltags unser ganzes Herz besetzen.
Leben wir jeden Tag so, dass unser Leben wirklich auf den Himmel ausgerichtet ist.
Und wenn wir müde werden, dann schauen wir auf Maria. Sie ist uns vorausgegangen. Sie zeigt uns den Weg.
Maria ist in den Himmel aufgenommen worden, nicht um uns fern zu sein, sondern um uns daran zu erinnern: Auch unsere letzte Heimat ist im Himmel. Euer Frater Thomas Pham