22/06/2026
Am letzten Wochenende durfte ich eine Familie beim Abschied von ihrem Sternenkind begleiten. Es war traurig und wunderschön zugleich.
Jedes Leben ist ein Geschenk, auch wenn es noch so kurz war. Es hinterlässt unauslöschbare Spuren, die tief in das weitere das Leben der Familie hineinwirken. Es ist wichtig für alle, dass das verstorbene Kind seinen Platz im Familiensystem bekommt. Dass es eine gutes Abschiednehmen möglich ist. Dass die Eltern und alle anderen mit allen ihren Gefühlen gesehen und gehört werden. Nicht beschönigen oder trösten, sondern würdigen, was war. Raum geben für den Abschied. Spiegeln und bestärken, was da ist, trotz des schweren Verlustes: Zusammenhalt, Verbundenheit, Anteilnahme, Unterstützung, inneres Wachsen, Dankbarkeit und vor allem eine tiefe Liebe, die bleibt… Eine gute Trauerrede gibt den Angehörigen diesen Spiegel, bestärkt sie in sich selbst.
Das Ritual, welches der Abschiedsfeier den Rahmen gab, half allen sehr. Jeder bekam einen Bergkristall als Symbol für das Licht dieser kleinen Seele und die Spuren, die sie hinterlässt. Rituale wirken, weil wir dabei sichtbar und spürbar im Außen über eine Schwelle gehen, die eigentlich in unserem Inneren ist. Und weil es immer gut ist, in solchen schweren Momenten etwas zu TUN. Etwas Greifbares, etwas womit man sich ausdrücken kann, etwas das Schönheit entstehen lässt. Zum Schluss ließen wir Seifenblasen in den Himmel steigen und alle legten gemeinsam ein Naturmandala aufs Grab.