Praxis für Psychotherapie und Psychologie Dr. Martin Wammerl

Praxis für Psychotherapie und Psychologie Dr. Martin Wammerl Praxis für Psychotherapie und Psychologie in Graz (St. Peter)

Manche Menschen wirken besonders selbstbewusst.Nicht, weil sie kaum zweifeln.Sondern weil niemand ihre Zweifel sehen dar...
20/08/2026

Manche Menschen wirken besonders selbstbewusst.

Nicht, weil sie kaum zweifeln.

Sondern weil niemand ihre Zweifel sehen darf.

Außen stehen Erfolg, Leistung und Perfektion. Innen bleibt die Frage:

„Bin ich wirklich gut genug?“

Das kann Teil einer vulnerablen narzisstischen Dynamik sein. Muss es aber nicht.

Denn Selbstzweifel allein sind kein Narzissmus.

Die Forschung unterscheidet zwischen grandiosen und vulnerablen Ausprägungen. Grandiosität zeigt sich eher durch Überlegenheit und das Streben nach Bewunderung. Vulnerabilität eher durch Unsicherheit, Scham und eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Kritik.

Beide Seiten können auch innerhalb einer Person auftreten.

Dann wird Anerkennung nicht nur genossen, sondern zur Stabilisierung des eigenen Selbstwerts benötigt:

• Lob hebt den Selbstwert kurzfristig an.
• Kritik erschüttert das gesamte Selbstbild.
• Auf Idealisierung folgen bei Enttäuschungen Abwertung oder Rückzug.
• Das innere Erleben schwankt zwischen „Ich bin außergewöhnlich“ und „Ich bin nichts wert“.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Freue ich mich über Anerkennung?“

Sondern:

„Was bleibt von meinem Selbstwert, wenn der Applaus ausbleibt?“

Ein stabiler Selbstwert bedeutet nicht, sich immer großartig zu finden.

Er bedeutet, sich nach einem Fehler nicht gleich grundsätzlich infrage zu stellen. Stärken und Schwächen gleichzeitig sehen zu können. Und auch dann mit sich verbunden zu bleiben, wenn andere uns gerade nicht bestätigen.

Wie erlebt ihr dieses Spannungsfeld bei euch selbst oder bei anderen?

Literaturtipp:

Anne Otto: „Außen stark. Innen Zweifel“. Interview mit Bärbel Wardetzki. Psychologie Heute 9/2026.

Wissenschaftliche Quellen:

Krizan & Herlache (2018), doi: 10.1177/1088868316685018
Pincus & Lukowitsky (2010), doi: 10.1146/annurev.clinpsy.121208.131215
Edershile & Wright (2021), doi: 10.1037/pspp0000370

Als ich begonnen habe, an diesem Buch zu schreiben, hatte ich ein Ziel: Kognitive Verhaltenstherapie so zu erklären, das...
06/08/2026

Als ich begonnen habe, an diesem Buch zu schreiben, hatte ich ein Ziel: Kognitive Verhaltenstherapie so zu erklären, dass sie wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig für möglichst viele Menschen verständlich ist.

Umso mehr freut es mich, dass Kognitive Verhaltenstherapie verstehen aktuell Platz 8 der Amazon-Bestseller in der Kategorie Psychologie und Verhaltenstherapie erreicht hat.

Besonders freut mich, dass das Buch nicht nur von Kolleg:innen gelesen wird, sondern auch von Menschen, die psychologische Zusammenhänge besser verstehen möchten. Denn Veränderung beginnt oft damit, die eigenen Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster besser einordnen zu können.

Kognitive Verhaltenstherapie gehört zu den wissenschaftlich am besten untersuchten Psychotherapieverfahren. Dennoch begegnen mir immer wieder Missverständnisse darüber, was sie tatsächlich ausmacht. Genau deshalb habe ich dieses Buch geschrieben: um wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich, praxisnah und ohne unnötigen Fachjargon zugänglich zu machen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Leser:innen für das Vertrauen, die wertvollen Rückmeldungen und die Weiterempfehlungen. Dass das Buch so viele Menschen erreicht, bedeutet mir wirklich viel.

Mich würde interessieren: Welches psychologische Fach- oder Sachbuch hat eure Sicht auf Menschen oder auf euch selbst nachhaltig verändert?

Mehr als eine Eröffnungsfeier: Der Beginn eines interdisziplinären Zentrums für psychische Gesundheit.Jetzt, wo ich endl...
17/07/2026

Mehr als eine Eröffnungsfeier: Der Beginn eines interdisziplinären Zentrums für psychische Gesundheit.

Jetzt, wo ich endlich Zeit hatte, die Fotos unserer Eröffnungsfeier durchzusehen, möchte ich euch einige Eindrücke nicht vorenthalten.

Gemeinsam mit Mag. Michael Wohlkönig durften wir zahlreiche Gäste zur Eröffnung des Psychologischen Zentrums Graz Ost begrüßen. Kolleg:innen aus Psychologie, Psychotherapie und Medizin, Kooperationspartner:innen, Freund:innen und Wegbegleiter:innen nutzten den Abend für persönliche Begegnungen und inspirierende Gespräche.

Bei mediterranem Buffet, großartiger Livemusik von Ruben Barrios & der Salsa Explosion und vielen Gelegenheiten zum Austausch wurde nicht nur gefeiert, sondern auch vernetzt. Unsere Dachterrasse mit Blick über Graz St. Peter bot dafür den perfekten Rahmen.

Ein besonderer Moment war die punktgenaue Montage unseres neuen Leuchtschilds, das nun hoch über der Plüddemanngasse sichtbar ist. Passender hätte der Start unseres gemeinsamen Zentrums kaum sein können.

Auch das Wetter spielte mit: Kein Wölkchen am Himmel und zum Abschluss ein beeindruckender Sonnenuntergang, der dem Abend eine besondere Atmosphäre verlieh.

Mein herzlicher Dank gilt allen Gästen, die diesen Abend mit uns verbracht haben, sowie allen, die zum Gelingen beigetragen haben. Wir freuen uns darauf, das Psychologische Zentrum Graz Ost mit Leben zu füllen und einen Ort zu schaffen, an dem Psychologie, Psychotherapie und Medizin interdisziplinär zusammenarbeiten – zum Wohl der Menschen, die uns ihr Vertrauen schenken.

Auf viele weitere Begegnungen, Kooperationen und gemeinsame Projekte!

Gesundheitspsychologie Graz Vernetzung PositivePsychology

Manche wissenschaftliche Begegnungen passieren nicht im Vortragssaal.Der heutige Kongresstag hatte noch einen ganz beson...
03/07/2026

Manche wissenschaftliche Begegnungen passieren nicht im Vortragssaal.

Der heutige Kongresstag hatte noch einen ganz besonderen Zufall parat: Am Taxistand wartete plötzlich Prof. Carol D. Ryff.

Ich konnte nicht anders, als sie kurz anzusprechen.

Für mich ist sie eine der prägendsten Persönlichkeiten in der Forschung zu eudaimonischem Well-Being. Ihr Modell des psychologischen Wohlbefindens mit den sechs Dimensionen Autonomie, Umweltbewältigung, persönliches Wachstum, positive Beziehungen, Sinn im Leben und Selbstakzeptanz begleitet mich seit vielen Jahren.

Es beeinflusst meine Arbeit als Psychotherapeut, Coach und Forscher.

Und das fast Unwirkliche daran: Erst letztes Wochenende habe ich im Masterlehrgang Positive Psychologie an der KPH Wien genau ihre sechs Faktoren des eudaimonischen Well-Being unterrichtet.

Und heute steht sie plötzlich vor mir.

Solche Momente erinnern mich daran, warum mich diese Forschung so begeistert: Sie bleibt nicht abstrakt. Sie berührt Fragen, die im Leben und in der psychotherapeutischen Arbeit täglich relevant sind.

Was bedeutet es, sich weiterzuentwickeln?
Was gibt einem Leben Richtung?
Wie können Menschen trotz Belastungen wachsen und Verbundenheit erleben?

Sehr dankbar für diesen kurzen, aber besonderen Austausch.

Coaching Research KPHWien ECPP2026

ECPP in Dublin: Pragmatic Prospection im internationalen DialogDer Kongress in Dublin verläuft fachlich sehr bereichernd...
03/07/2026

ECPP in Dublin: Pragmatic Prospection im internationalen Dialog

Der Kongress in Dublin verläuft fachlich sehr bereichernd und zeigt eindrucksvoll, wie dynamisch sich die Positive Psychologie aktuell weiterentwickelt.

Besonders im Mittelpunkt stand für mich meine Oral Presentation zur Pragmatic Prospection: die Frage, wie Menschen Zukunft realistisch denken, sinnvolle Ziele entwickeln, konkrete Schritte planen und flexibel auf Veränderungen reagieren können.

Gerade im Austausch mit internationalen Kolleg:innen, unter anderem auch mit Forschenden aus dem Umfeld des Human Flourishing Program der Harvard University, wurde deutlich, wie relevant zukunftsorientiertes Handeln für Flourishing, Well-Being und psychische Gesundheit ist.

Ergänzend konnte ich im Rahmen einer Poster Presentation zu KREALOG und Positive Education zeigen, wie positive psychologische Ansätze in Bildungssettings umgesetzt und wissenschaftlich begleitet werden können.

Ein Kongress mit starken Impulsen, wertvollen Gesprächen und viel Inspiration für Forschung, Lehre und Praxis.

ECPP 2026 in Dublin 🇮🇪Ich freue mich sehr, dieses Jahr mit einer Oral Presentation und einem Poster bei der European Con...
30/06/2026

ECPP 2026 in Dublin 🇮🇪

Ich freue mich sehr, dieses Jahr mit einer Oral Presentation und einem Poster bei der European Conference on Positive Psychology dabei zu sein.

🎤 Oral Session: Flourish
How We Flourish: PERMA, Self-Efficacy, and the Power of Pragmatic Prospection

In unserer Studie mit 719 Teilnehmenden untersuchen wir, wie Selbstwirksamkeit, realistische Zukunftsplanung und psychisches Wohlbefinden zusammenhängen.

Besonders spannend: Pragmatic Prospection könnte ein wichtiger Mechanismus sein, der hilft, Selbstwirksamkeit in Flourishing und positives Funktionieren zu übersetzen.

📌 Zusätzlich präsentiere ich mit Prof. Dr. Ulrike Lichtinger unser Poster zur Begleitforschung des österreichischen Positive-Education-Projekts KREALOG:

Fostering Well-Being, Creativity, and Agency in Primary Education

Ich freue mich auf inspirierende Vorträge, spannende Gespräche und die internationale Positive-Psychology-Community in Dublin.

See you in Dublin! ☘️

Valentinstag: Was die Wissenschaft über erfüllte Liebe weißRomantische Gesten sind schön.Aber was lässt Beziehungen wirk...
14/02/2026

Valentinstag: Was die Wissenschaft über erfüllte Liebe weiß

Romantische Gesten sind schön.
Aber was lässt Beziehungen wirklich langfristig aufblühen?

Aktuelle psychologische Forschung zeigt:
Nicht Konfliktfreiheit macht Partnerschaften stark, sondern die aktive Kultivierung positiver Interaktionen.

Paare, die regelmäßig

• Wertschätzung ausdrücken
• aufmerksam zuhören
• positive gemeinsame Momente bewusst wahrnehmen
• Dankbarkeit zeigen

bauen ein emotionales „Resilienzpolster“ auf. Dieses trägt durch Stressphasen, Missverständnisse und Krisen.

Als Paartherapeut erlebe ich immer wieder:
Beziehungen scheitern selten an zu wenig Liebe.
Sie geraten ins Wanken, wenn positive Verbindung im Alltag zu wenig gepflegt wird.

Valentinstag kann daher mehr sein als ein symbolischer Tag.
Er kann ein Impuls sein, sich zu fragen:

Was tun wir aktiv, damit unsere Beziehung wächst?
Wie viel bewusste Aufmerksamkeit schenken wir einander im Alltag?
Wo könnten wir wieder mehr Positivität kultivieren?

Blühende Liebe ist kein Zufall.
Sie ist ein Prozess.

Und manchmal reicht schon ein kleiner bewusster Schritt, um wieder mehr Verbindung zu spüren.

MentalHealth

ChatGPT als Therapieersatz? Vier Punkte, die mir ernsthafte Sorgen machen.KI ist längst im Alltag angekommen.Auch dort, ...
29/01/2026

ChatGPT als Therapieersatz? Vier Punkte, die mir ernsthafte Sorgen machen.

KI ist längst im Alltag angekommen.
Auch dort, wo es um psychische Belastungen geht.

Ich erlebe zunehmend, dass Menschen ChatGPT nicht nur zur Information nutzen,
sondern als eine Art persönliche Begleitung in seelisch schwierigen Phasen.
Teilweise genau dort, wo eigentlich professionelle Unterstützung notwendig wäre.

Das ist keine Randerscheinung mehr.
Und deshalb sollten wir genauer hinschauen.

Nicht moralisch.
Nicht belehrend.
Sondern fachlich.

Denn das eigentliche Problem ist nicht die Nutzung von KI.
Sondern die fehlende Klarheit darüber,
wo ihre Grenzen liegen.

Aus meiner Sicht zeigen sich dabei vier zentrale Risiken:

1️⃣ Verstärkung statt Einordnung
KI reagiert auf das, was formuliert wird.
Sie verstärkt Narrative und Perspektiven,
ohne sie klinisch einzuordnen.
Was sich subjektiv stimmig anfühlt,
ist nicht automatisch hilfreich.
Psychotherapie arbeitet genau an dieser Differenz.

2️⃣ Kein Gespür für Gefährdung
KI erkennt sprachliche Muster,
aber keine Eskalation oder akute Risiken.
Die Unterscheidung zwischen Belastung und Gefährdung
ist eine zentrale therapeutische Kompetenz.

3️⃣ Psychische Labels ohne Kontext
KI liefert schnell Modelle, Begriffe und Erklärungen.
Das kann entlasten.
Gleichzeitig steigt das Risiko von vorschnellen Selbstdiagnosen,
die das Selbstbild nachhaltig prägen können.

4️⃣ Keine Verantwortung für Wirkung
Psychotherapie bedeutet Verantwortung:
für Timing, Dosierung und Wirkung.
Für das, was gesagt wird –
und für das, was bewusst nicht gesagt wird.
Eine KI trägt diese Verantwortung nicht.

Ja, ChatGPT kann unterstützen:
bei Strukturierung, Psychoedukation und Reflexion.

❗Aber es ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung.
❗Und wir brauchen dringend mehr Sensibilisierung
für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI im psychischen Kontext.

Mich interessiert eure Sicht:
Wo seht ihr sinnvolle Einsatzbereiche –
und wo klare Grenzen?




DigitaleGesundheit Therapie Gesundheitsversorgung
KIundGesellschaft Aufklärung MentalHealthAwareness

Forschung trifft Praxis: PERMA and BeyondIch bin sehr dankbar, dass ich beim Format 99 min DACH PP dabei sein durfte.Das...
11/11/2025

Forschung trifft Praxis: PERMA and Beyond

Ich bin sehr dankbar, dass ich beim Format 99 min DACH PP dabei sein durfte.
Das Bild zeigt einige Auszüge aus den Rückmeldungen der Teilnehmerinnen meines Vortrags „PERMA and Beyond“, in dem ich die aktuellsten Forschungsergebnisse des Instituts für Positive Psychologie und Mentalcoaching sowie bedeutende internationale Studien vorstellen durfte.

Ein herzliches Dankeschön an Christian Thiele und den DACH-PP Deutschsprachiger Dachverband für Positive Psychologie für die hervorragende Organisation und die wertschätzende, inspirierende Atmosphäre.

Es war mir eine große Freude, Teil dieser lebendigen und engagierten Community zu sein. 💛

👉 Wenn du nicht dabei warst und das Handout zu meinem Vortrag erhalten möchtest, schreib mir gerne in den Kommentaren.

Die 27. wissenschaftliche Tagung der AVM war auch heuer wieder ein echtes Highlight für uns Psychotherapeutinnen und Psy...
21/10/2025

Die 27. wissenschaftliche Tagung der AVM war auch heuer wieder ein echtes Highlight für uns Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. 🎓✨

Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen in der Psychotherapie, besonders im Hinblick auf die Klassifikation nach ICD-11, und zahlreiche hochkarätige, praxisnahe Vorträge, die viele wertvolle Impulse für die tägliche Arbeit geboten haben. Besonders bereichernd war der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Österreich, der einmal mehr gezeigt hat, wie wichtig Vernetzung und gemeinsames Lernen in unserem Berufsfeld sind.

Abseits des Tagungsprogramms bot sich auch Gelegenheit, bei traumhaftem Herbstwetter die Berge zu genießen, die ich schon vom Hotelzimmer aus sehen konnte. Auch kulinarisch war die Zeit in Innsbruck wie immer ein Genuss.

Ich nehme viele Denkanstöße und neue Perspektiven mit und freue mich schon jetzt auf die 28. wissenschaftliche Tagung der AVM, die im kommenden Jahr in St. Georgen am Längsee stattfinden wird.

Adresse

Plüddemanngasse 104
Graz
8042

Öffnungszeiten

Montag 16:00 - 20:00
Dienstag 16:00 - 20:00
Mittwoch 16:00 - 20:00
Donnerstag 16:00 - 20:00

Telefon

+4367761011700

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