16/05/2026
🦠 HANTAVIREN: Nicht alle sind gleich.
Aktuell wird international wieder über das sogenannte „Andes-Virus“ berichtet – ein Vertreter der Hantaviren in Südamerika. Dabei ist wichtig zu verstehen: Hantaviren unterscheiden sich je nach Kontinent und verursachen unterschiedliche Krankheitsbilder.
🌍 In Amerika:
Das Andes-Virus gehört zu den „Neuwelt-Hantaviren“ und kann ein schweres Hantavirus-pulmonales Syndrom (HPS) mit schwerer Lungenbeteiligung auslösen. Besonders relevant: Das Andes-Virus ist bislang das einzige bekannte Hantavirus mit nachgewiesener Mensch-zu-Mensch-Übertragung.
👨🏼⚕️Priv.-Doz. Dr. Dr. Jürgen Prattes (Facharzt für Infektiologie) klärt auf.
👉🏼 In Europa – und auch bei uns in Südostösterreich:
Hier dominieren die „Altwelt-Hantaviren“, vor allem:
• Puumala-Virus
• Dobrava-Belgrad-Virus
Diese verursachen typischerweise ein HFRS („hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom“) – also Erkrankungen mit Fieber, Thrombozytopenie und Nierenbeteiligung, nicht primär schwere Lungenerkrankungen wie beim Andes-Virus.
👉🏼 Übertragen werden die europäischen Hantaviren meist durch Aerosole aus Ausscheidungen infizierter Nagetiere – insbesondere Rötelmäuse und Brandmäuse. Typische Situationen sind das Reinigen von Gartenhütten, Kellern oder Holzlagern.
❗️Wichtig für Österreich:
Für die hier vorkommenden Hantaviren gibt es keine relevante Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Das unterscheidet unsere epidemiologische Situation klar vom Andes-Virus in Südamerika.
Gerade in ländlichen Regionen der Steiermark und Südostösterreichs sehen wir immer wieder saisonale Hantavirus-Infektionen.
👉🏼 Eine nächste Pandemie aufgrund des Andes-Virus ist nicht zu befürchten und gilt auch gemäß aktueller Einschätzungen des European Centre for Disease Prevention and Control als unwahrscheinlich ❗️Quelle: https://www.ecdc.europa.eu