03/11/2025
Viele Menschen denken, Arthrose bedeutet das Ende der Beweglichkeit – das stimmt so nicht!“ Wir möchten euch hier einen kleinen Einblick in die Arthrose geben:
Arthrose ist eine degenerative Erkrankung der Gelenke, bei der es zu einem fortschreitenden Abbau des Gelenkknorpels kommt. Im weiteren Verlauf treten auch knöcherne Veränderungen und eine entzündlich bedingte Schrumpfung der Gelenkkapsel auf. Die Erkrankung entsteht durch ein Missverhältnis zwischen der Belastung eines Gelenks und seiner Belastbarkeit
In Österreich gehört Arthrose zu den häufigsten chronischen Gesundheitsproblemen, wobei das Alter und das Geschlecht eine wesentliche Rolle das Risiko, an Arthrose zu erkranken, spielen. Besonders Frauen sind im höheren Lebensalter deutlich häufiger betroffen. Während bei jungen Erwachsenen die Erkrankung kaum auftritt, ist sie bei Menschen über 75 sehr weit verbreitet. Am häufigsten betroffen sind Knie (Gonarthrose), Hüfte (Coxarthrose), Schulter und Wirbelsäule. Wichtig ist, dass radiologische Befunde nicht immer mit dem subjektiven Beschwerdebild übereinstimmen. Nur etwa 20 bis 30 Prozent der Betroffenen haben tatsächlich relevante Schmerzen oder Einschränkungen. Die Diagnose Arthrose wird anhand einer gründlichen Anamnese, der klinischen Untersuchung sowie bildgebender Verfahren wie dem Röntgen gestellt.
Man unterscheidet zwei Hauptformen der Arthrose. Die primäre Arthrose tritt meist ohne klare Ursache auf und wird häufig mit genetischen Faktoren in Verbindung gebracht. Die sekundäre Arthrose hingegen entsteht als Folge anderer Einflüsse wie Gelenkfehlstellungen, Verletzungen, Über- oder Unterbelastung, entzündlichen Erkrankungen oder als Folge früherer operativer Eingriffe. Auch Übergewicht, Bewegungsmangel, ungünstige Ernährung und Stress können das Risiko erhöhen.
Die Arthrose verläuft in mehreren klinischen Stadien. Im frühen Stadium stehen belastungsabhängige Schmerzen und Muskelverspannungen im Vordergrund, wobei klinische Befunde oft noch unauffällig sind. Im mittleren Stadium kommen Schmerzen auch bei Bewegungsschmerzen und der typische Anlaufschmerz nach Ruhephasen dazu. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Ruheschmerzen, die auch nachts auftreten können. Deformierungen, Schwellungen, Bewegungseinschränkungen und entzündliche Reizzustände sind dann häufig.
Die Behandlung der Arthrose verfolgt vor allem das Ziel, Schmerzen zu lindern, die Gelenksfunktion zu erhalten sowie die Mobilität und Lebensqualität der Patient:innen so weit wie möglich zu sichern.
Die Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Sie zielt auf Schmerzreduktion, Beweglichkeitsverbesserung und die Erhaltung der Mobilität ab. Dabei kommen unter anderem manuelle Therapien, gezieltes Training und Maßnahmen zur Schwellungsreduktion zum Einsatz. Besonders empfohlen werden regelmäßige, gelenkschonende Bewegungsformen, um den Knorpel ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Ein vollständiges Schonverhalten wäre daher kontraproduktiv. In der konservativen Therapie spielen auch Lebensstilveränderungen eine große Rolle. Dazu zählen auch die Gewichtsreduktion, eine ausgewogene Ernährung sowie ein bewusster Umgang mit Belastungen im Alltag. Die medikamentöse Therapie ist ebenso ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung von Arthrose.
Wenn konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichen, kann eine Operation notwendig werden: gelenkerhaltende Eingriffe (Arthroskopie, Knorpeltransplantation, Achskorrektur) oder bei fortgeschrittener Arthrose mit starken Schmerzsymptomatiken der Gelenkersatz (TEP). Die Langzeitergebnisse dieser Eingriffe sind sehr gut – die meisten Prothesen sind auch nach 15 bis 20 Jahren noch funktionsfähig.
Nach der Operation ist die physiotherapeutische Nachbehandlung entscheidend für den langfristigen Erfolg. Sie orientiert sich an den natürlichen Phasen der Wundheilung. In den ersten Tagen steht der Schutz des Gewebes im Vordergrund, während in den folgenden Wochen durch dosierte Bewegungen die Geweberegeneration unterstützt wird. In der langfristigen Phase geht es darum, die Belastbarkeit des Gelenks wiederherzustellen und die Patientin oder den Patienten auf die Anforderungen des Alltags vorzubereiten.
Für weitere und nähere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!
(Hinweis: Die Grafik wurde mit Hilfe von KI erstellt)