04/06/2026
Eine luxierte Schulter im CT
Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers und genau das macht es zum anfälligsten für Luxationen. Wenn der Oberarmkopf aus der Gelenkpfanne springt, passiert dabei etwas, das auf dem Röntgenbild oft untergeht: Er wird eingedrückt.
Was du hier im CT siehst:
Der Humeruskopf liegt nicht mehr in der Pfanne, er ist nach vorne-unten luxiert. An seiner Rückseite zeigt sich eine charakteristische Delle: die Hill-Sachs-Läsion.
Diese entsteht im Moment der Luxation. Der weiche Knorpel und der darunterliegende Knochen des Humeruskopfes prallen gegen den harten Rand der Glenoidpfanne und hinterlassen einen Eindruck.
Warum ist das klinisch relevant?
Eine kleine Hill-Sachs-Läsion ist oft harmlos. Eine große oder ungünstig platzierte Delle jedoch "verhakt" sich beim Anheben des Arms erneut am Pfannenrand und erhöht somit das Risiko einer erneuten Luxation erheblich. Man spricht dann von einer "engaging" Hill-Sachs-Läsion.
Genau deshalb reicht nach einer Erstluxation das Röntgenbild allein oft nicht aus. Das CT zeigt, was wirklich passiert ist und entscheidet mit, ob konservative Physiotherapie ausreicht oder ob eine operative Stabilisierung sinnvoll ist.