12/06/2026
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Ärztekammer für Burgenland: Zentralisierungsideen gefährden Versorgung im Burgenland.
Die Ärztekammer für Burgenland (aek.b) weist die im Raum stehenden Überlegungen zur weiteren Zentralisierung der Spitalsversorgung entschieden zurück. Die burgenländischen Krankenhäuser leisten Tag für Tag hervorragende Arbeit und sichern eine medizinische Versorgung für alle Burgenländerinnen und Burgenländer auf hohem Niveau.
Anlässlich eines aktuellen Interviews von Finanzminister Marterbauer in der Kronen Zeitung, in dem sinngemäß die Frage aufgeworfen wird, ob das Burgenland ein eigenes Krankenhaus brauche, stellt die Ärztekammer für Burgenland klar: Die burgenländischen Spitäler sind unverzichtbar für eine hochwertige, wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung. Zentralisierungsgedanken, die diese Strukturen infrage stellen, sind entschieden abzulehnen.
Das Burgenland verfügt über fünf allgemeine öffentliche Krankenhäuser, darunter zwei Schwerpunkthäuser, sowie über mehrere Sonderkrankenanstalten und Rehabilitationszentren. Gemeinsam bilden sie das Rückgrat der regionalen Gesundheitsversorgung im östlichsten Bundesland Österreichs.
„Wer infrage stellt, ob das Burgenland eigene Krankenhäuser braucht, ignoriert die Realität der medizinischen Versorgung und die Bedürfnisse der Menschen in unserem Bundesland“, erklärt Christian Toth, Präsident der Ärztekammer für Burgenland. „Unsere Spitäler und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten hervorragende Arbeit. Sie sichern eine hochwertige, wohnortnahe Versorgung. Und genau diese Struktur ist für ein Flächenbundesland wie das Burgenland unverzichtbar.“
Die wohnortnahe Versorgung sei kein Luxus, sondern eine Frage der Patientensicherheit und der sozialen Gerechtigkeit. Lange Wege zu zentralisierten Großkrankenhäusern würden gerade ältere Menschen, chronisch Kranke und Familien mit Kindern zusätzlich belasten und könnten im Akutfall lebensgefährlich sein.
„Zentralisierungsideen, die auf dem Reißbrett in der Ferne entworfen werden, mögen betriebswirtschaftlich verlockend erscheinen, sie gehen aber an der Versorgungsrealität im Burgenland vorbei“, so Toth weiter. „Wir lehnen solche Überlegungen daher scharf ab. Statt über Standortschließungen oder Leistungsreduktionen zu spekulieren, brauchen wir eine klare Zusage der Bundespolitik zur Sicherung und Stärkung der bestehenden Standorte.“
Die Ärztekammer für Burgenland bekennt sich zu einer qualitativ hochwertigen, solidarischen und für alle zugänglichen Gesundheitsversorgung. Diese könne nur gelingen, wenn regionale Strukturen erhalten und gezielt weiterentwickelt werden, anstatt sie durch Zentralisierung schrittweise auszudünnen.