28/06/2021
Wir sind für Euch da!
Epstein-Barr-Virus
Manche Patienten kommen wegen einer vordiagnostizierten, hartnäckigen Epstein Barr (EBV) Infektion zu mir. Natürlich ist deren Problem nicht EBV, sondern ihr schwaches Immunsystem. 98 % der Bevölkerung ist „durchseucht“ mit dieser auch Pfeiffersches Drüsenfieber genannten Erkrankung. Doch nur wenige wissen überhaupt etwas davon. Spätestens als Teenager infizieren sich die Menschen, wenn die ersten Körperflüssigkeiten ausgetauscht werden. Darum wird EBV auch als „Kissing Disease“ bezeichnet. Im Idealfall merkt man gar nichts von der Infektion (stille Feiung). Andere klagen über Erkältungssymptome oder geschwollene Lymphknoten, die in der Regel aber bald wieder abklingen.
Manche Menschen leiden aber unter stärkeren Krankheitssymptomen und Müdigkeit. Die Milz kann anschwellen, und auch die Leberwerte können ansteigen. Das verstärkt wiederum die Müdigkeit, denn Müdigkeit ist der Schmerz der Leber.
Viren lassen sich generell - wie auch SARS-CoV-2 - nicht gezielt behandeln. Darum muss man alle Selbstheilungskräfte aktivieren, damit der Körper selbst mit dem Erreger fertig wird. Ganz wird das Virus nie aus dem Körper verschwinden, im Idealfall aber nie reaktiviert. Es wird diskutiert, dass schwelende EBV-Infektionen langfristig auch Krebs auslösen können.
Auch bei Windpocken gibt ein Rezidiv, was wir als Gürtelrose kennen. Aber das ist ebenfalls nur ein Hinweis auf eine geschwächte Abwehr. Man könnte als Arzt also viele einzelne Krankheiten behandeln, oder sich um die Gesundheit kümmern – was für mich die clevere Variante ist. Das Immunsystem ist für mich noch keine Verschwörungstheorie.