Psychologische Praxis Mag. Birgit Schmidtgrabmer

Psychologische Praxis Mag. Birgit Schmidtgrabmer Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von Psychologische Praxis Mag. Birgit Schmidtgrabmer, Psychologe, Neustiftgasse 66/3/3, Vienna.

Autorin der Bücher "Zahlenchaos im Kopf - wenn Rechnen zur Herausforderung wird","Buchstaben-Chaos im Kopf - Lesen, Schreiben, Selbstvertrauen" und "Kopfchaos mit System - Autismus, ADHS und AuDHS bei Frauen"

Klinisch-psychologische Diagnostik

Legasthenie und LRS werden ständig in einen Topf geworfen. Dabei ist der Unterschied wichtig, weil er darüber entscheide...
22/09/2026

Legasthenie und LRS werden ständig in einen Topf geworfen. Dabei ist der Unterschied wichtig, weil er darüber entscheidet, was einem Kind hilft. Die beiden Begriffe bedeuten nämlich nicht das gleiche.

Bei einer Legasthenie liegt die Ursache in der Verarbeitung von Buchstaben und Zeichen selbst. Sie ist anlagebedingt, zeigt sich meist von Anfang an und ist unabhängig von der Intelligenz und davon, wie viel geübt wurde.

Eine Lese-Rechtschreibschwäche entsteht dagegen durch äußere Umstände: längere Krankheit, viel Unterrichtsausfall, ein Schulwechsel, eine belastende Familiensituation oder eine Zweitsprache, die erst aufgebaut werden muss.

Der praktische Unterschied:

Eine LRS lässt sich mit gezielter Förderung meist gut aufholen, weil der Grundstein da ist und nur etwas dazwischengekommen ist.

Bei einer Legasthenie geht es weniger ums Aufholen, sondern um Strategien und darum, Hürden abzubauen, die mit dem eigentlichen Können nichts zu tun haben.

Deshalb reicht es nicht, nur zu wissen, dass ein Kind Schwierigkeiten hat. Es hilft zu wissen, warum.

Genau dafür ist eine Abklärung da 😊. Danach kann dein Kind die richtige Förderung erhalten.

„Sie kommt beim Abschreiben von der Tafel nicht mit.“Das klingt nach einem kleinen Problem. Es ist aber eines der anstre...
19/09/2026

„Sie kommt beim Abschreiben von der Tafel nicht mit.“

Das klingt nach einem kleinen Problem. Es ist aber eines der anstrengendsten Dinge im ganzen Schulalltag.

Abschreiben verlangt fünf Dinge gleichzeitig.

Das Kind muss etwas an der Tafel lesen. Es muss sich das Gelesene merken, während es den Blick senkt. Dann muss es die richtige Zeile im Heft finden und es aufschreiben. Danach muss es die Stelle an der Tafel wiederfinden, an der es aufgehört hat. Was so einfach klingt, ist bei näherem Hinsehen ein komplexer Prozess.

Bei Kindern mit Legasthenie ist meist mehr als einer dieser Schritte unsicher. Also merken sie sich nur zwei oder drei Buchstaben auf einmal und schauen zwanzigmal hoch, wenn andere zweimal hinschauen. Das kostet natürlich viel Zeit.

Am Ende der Stunde ist das Heft halb leer und das Kind völlig erschöpft.

Was hilft: eine Vorlage auf dem Tisch statt an der Tafel, ein Lineal oder Lesefenster zum Markieren der Zeile oder die Erlaubnis, ein Foto zu machen oder einen Ausdruck zu bekommen.

Das ist keine Bevorzugung. Das ist das Wegräumen einer Hürde, die mit dem eigentlichen Lernstoff nichts zu tun hat. Kinder lernen schon einiges, wenn sie etwas abschreiben. Legasthene Kinder lernen nicht viel dabei, weil sie die Wörter oft nur abmalen und nicht verstehen, was sie schreiben.

„Er liest ja ganz flüssig.“Diesen Satz höre ich oft, wenn Eltern erklären, warum sie eine Legasthenie eigentlich ausschl...
17/09/2026

„Er liest ja ganz flüssig.“
Diesen Satz höre ich oft, wenn Eltern erklären, warum sie eine Legasthenie eigentlich ausschließen.

Lesen besteht aber aus zwei Prozessen, die nicht dasselbe sind.

Das eine ist die Technik: Buchstaben zu Wörtern verbinden, Wörter erkennen, den Satz vollständig lesen. Das andere ist das Verständnis: verstehen, was da eigentlich steht.

Manche Kinder schaffen die Technik ganz gut. Sie haben sich Strategien angeeignet, raten Wörter aus dem Zusammenhang oder merken sich häufige Wortbilder. Von außen klingt das flüssig. Sie lesen einfach einen Text vor.

Nur kostet sie das so viel Kraft, dass für den Inhalt nicht mehr viel Energie übrig bleibt. Frag nach dem Lesen, worum es im Text ging. Oft kommt ein Schulterzucken.

Das ist kein Zeichen von Unaufmerksamkeit. Das Arbeitsgedächtnis war mit dem Entziffern beschäftigt.

Ein guter Test für zuhause: Lies deinem Kind denselben Text einmal vor. Wenn es dann alles wiedergeben kann, liegt es nicht am Verstehen. Dein Kind versteht alles, aber wenn es selbst liest, ist für das Verstehen keine Kapazität mehr übrig.

Ein Kind muss nicht wissen, was Legasthenie oder Dyskalkulie ist, um zu spüren, dass bei ihm etwas anders läuft.Es merkt...
15/09/2026

Ein Kind muss nicht wissen, was Legasthenie oder Dyskalkulie ist, um zu spüren, dass bei ihm etwas anders läuft.

Es merkt, dass die anderen schon fertig sind.
Es bemerkt, dass es beim Vorlesen im Raum leiser wird.
Es merkt, dass es sich mehr anstrengt und trotzdem viele Fehler macht.

Irgendwann zieht es daraus einen Schluss. Meistens nicht „diese Aufgabe ist schwer für mich“, sondern „ich bin dumm“.

Das ist der Teil, der mir am meisten Sorgen macht. Lesen und Rechnen kann man trainieren. Ein Selbstbild, das sich über Jahre verfestigt hat, ist viel schwerer zu verändern.

Deshalb finde ich es so wichtig, dass Kinder eine Erklärung bekommen. Nicht als Ausrede, sondern als Einordnung. „Dein Gehirn verarbeitet Buchstaben anders“ ist etwas völlig anderes als „ich kann das einfach nicht“.

Deshalb zählt jeder Erwachsene, der dem Kind zeigt, dass sein Wert nicht an seiner Leistung hängt.

Kinder glauben lange das, was wir ihnen über sie erzählen. Erzählen wir ihnen etwas Gutes! 😊

Hausübung sollte nicht jeden Nachmittag zum Kampf werden.Trotzdem sieht es in vielen Familien genau so aus.Das Kind komm...
12/09/2026

Hausübung sollte nicht jeden Nachmittag zum Kampf werden.

Trotzdem sieht es in vielen Familien genau so aus.

Das Kind kommt aus der Schule, eigentlich wäre eine Pause nötig, aber die Hausübung wartet. Dann dauert eine Aufgabe länger als gedacht, die Konzentration lässt nach, die ersten Fehler passieren und irgendwann sitzen Eltern und Kind beide völlig erschöpft am Tisch.

Was dann schnell nach Trödeln, Unlust oder fehlender Disziplin aussieht, kann ganz andere Gründe haben.

Vielleicht war der Schultag bereits enorm anstrengend.
Vielleicht fällt es schwer, sich nach einem langen Vormittag noch einmal zu konzentrieren.
Vielleicht braucht das Kind mehr Unterstützung beim Strukturieren und Organisieren.
Oder die Aufgaben sind gerade einfach zu viel.

Gerade deshalb finde ich es wichtig, nicht nur darauf zu schauen, ob die Hausübung fertig wird, sondern auch darauf, was sie das Kind kostet.

Wie lange sitzt es tatsächlich daran?
Wie geht es ihm dabei?
Braucht es ständig Hilfe?
Wie ist die Stimmung danach?

Wenn Hausübungen regelmäßig einen großen Teil des Nachmittags einnehmen und immer wieder zu Stress führen, darf das auch mit der Lehrkraft besprochen werden. Nicht als Vorwurf, sondern als wichtige Information darüber, wie es zuhause tatsächlich läuft.

Denn Hausübungen sollen Gelerntes festigen. Sie sollten nicht dauerhaft den Nachmittag bestimmen, und schon gar nicht die Beziehung zwischen Eltern und Kind belasten. Das ist nie das Ziel der Hausaufgaben.

Mich würde interessieren: Wie lange dauern Hausübungen bei euch an einem ganz normalen Schultag?

„Was passiert eigentlich bei einer Testung?“Das fragen mich Eltern fast immer, bevor sie einen Termin vereinbaren. Oft f...
10/09/2026

„Was passiert eigentlich bei einer Testung?“

Das fragen mich Eltern fast immer, bevor sie einen Termin vereinbaren. Oft fragen auch die Kinder selbst.

Deshalb kurz der Ablauf, damit niemand mit einem mulmigen Gefühl kommen muss.

Am Anfang steht ein Gespräch mit euch als Eltern. Wie hat sich dein Kind entwickelt? Was fällt in der Schule auf? Seit wann und was habt ihr schon versucht?

Danach arbeite ich mit deinem Kind. Das sind keine Prüfungen. Es sind Aufgaben zum Lesen, Schreiben oder Rechnen, dazu Aufgaben zur Konzentration. Viele Kinder finden das sogar spannend, weil es nicht um Noten geht. Außerdem sind die Tests spielerisch aufgebaut.

Wichtig ist mir, dass Kinder vorher wissen, was passiert. Nichts macht mehr Angst als eine Untersuchung, über die niemand spricht. Gleich zu Beginn frage ich das Kind immer, ob es weiß, warum es bei mir ist. Viele Kinder können es mir sagen, andere sagen, sie wissen es nicht. Dann erkläre ich es ihnen als allererstes.

Eine Tage später gibt es ein Rückmeldegespräch und einen schriftlichen Befund. Da steht nicht nur drin, was schwierig ist, sondern auch, was gut funktioniert und was konkret helfen kann.

Eine Abklärung ist kein Urteil. Sie ist eine Landkarte 😊. Hast du noch Fragen zur Legasthenie- oder Dyskalkulietestung?

„Zieh dich endlich an!“Das sagen viele Eltern jeden Morgen. Sie sind genervt davon und wollen ihr Kind nicht jeden Tag d...
08/09/2026

„Zieh dich endlich an!“

Das sagen viele Eltern jeden Morgen. Sie sind genervt davon und wollen ihr Kind nicht jeden Tag dazu auffordern müssen, denn das Kind weiß das ja selbst.

Das Kind sitzt im Schlafanzug da, hat einen Socken in der Hand und schaut aus dem Fenster. Draußen wartet der Bus. Die Stimmung ist schon vor dem Frühstück im Keller.

Manche Kinder brauchen morgens einfach länger. Nicht aus Trotz, sondern weil das Umschalten vom Schlaf in den Tag bei ihnen mehr Zeit braucht.

Was in vielen Familien hilft:

Am Abend vorbereiten, was am Morgen sonst Diskussionen kostet. Kleidung rauslegen, Schultasche packen, Jause vorbereiten.

Weniger Anforderungen, dafür eine sichtbare Reihenfolge. Ein kleiner Ablaufplan an der Tür wirkt oft besser als der zehnte Zuruf.

Pufferzeit einplanen. Zehn Minuten mehr sind anstrengender einzuplanen, aber deutlich angenehmer als zehn Minuten Streit.

Ein guter Morgen entscheidet oft darüber, wie der ganze Schultag läuft 😊

08/09/2026

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Nächste Woche fängt die Schule wieder an.Für manche Kinder ist das Vorfreude. Für andere ist es der Grund, warum sie in ...
05/09/2026

Nächste Woche fängt die Schule wieder an.

Für manche Kinder ist das Vorfreude. Für andere ist es der Grund, warum sie in den nächsten Nächten schlecht schlafen werden.

In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland geht es am 7. September los, in den übrigen Bundesländern eine Woche später.

Was in dieser letzten Woche noch hilft, ist wenig. Aber es hilft wirklich.

Den Schlafrhythmus langsam vorziehen. Jeden Tag zehn Minuten früher, nicht auf einmal eine ganze Stunde.

Den Schulweg gemeinsam gehen. Das ist besonders wichtig, wenn die Schule oder der Weg neu sind.

Die Schultasche gemeinsam einräumen. Das klingt banal, gibt dem Kind aber das Gefühl, vorbereitet zu sein.

Sprecht einmal darüber, worauf sich dein Kind freut und wovor es Angst hat. Beides darf da sein.

Kinder, die ruhig starten, kommen besser durch die ersten Wochen. 😊

„Er rechnet immer noch mit den Fingern.“Dieser Satz kommt fast immer mit einem Unterton von Sorge.Am Anfang ist das Zähl...
03/09/2026

„Er rechnet immer noch mit den Fingern.“
Dieser Satz kommt fast immer mit einem Unterton von Sorge.

Am Anfang ist das Zählen mit den Fingern völlig normal und sogar sinnvoll. Kinder begreifen Mengen zuerst über den Körper.

Auffällig wird es, wenn das Zählen nicht weniger wird. Wenn ein Kind in der dritten Klasse für 6 plus 7 immer noch bei eins anfängt, hat es die Aufgabe nicht abgespeichert, sondern rechnet sie jedes Mal neu aus.

Das kostet enorm viel Kraft und es bremst alles, was darauf aufbaut. Wer beim Einmaleins noch mit Zählen beschäftigt ist, hat für schriftliche Verfahren oder Textaufgaben keine Kapazität.

Wichtig: Die Finger wegzunehmen hilft nicht. Sie sind das Werkzeug, das gerade funktioniert.

Was hilft, ist der Aufbau darunter. Mengen sehen statt zählen, Zahlen zerlegen, den Zehnerübergang wirklich verstehen. Das ist mühsamer, aber es hilft.

Zählendes Rechnen ist kein Zeichen von Faulheit. Es ist ein Zeichen dafür, dass eine Stufe davor noch nicht sitzt. Übt die Zahlenzerlegung und die verliebten Zahlen immer wieder, bis sie dein Kind wirklich verstanden hat. Wenn du mehr Infos zu Dyskalkulie und Rechenschwäche suchst, dann schau doh mal in meinen Mini-Guide Dyskalkulie für 0€. Kommentiere dazu ""acht"" und ich schicke dir den Link zum Mini-Guide.

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