Psychologische Praxis Mag. Birgit Schmidtgrabmer

Psychologische Praxis Mag. Birgit Schmidtgrabmer Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von Psychologische Praxis Mag. Birgit Schmidtgrabmer, Psychologe, Neustiftgasse 66/3/3, Vienna.

Autorin der Bücher "Zahlenchaos im Kopf - wenn Rechnen zur Herausforderung wird" und "Buchstaben-Chaos im Kopf - Lesen, Schreiben, Selbstvertrauen"

Klinisch-psychologische Diagnostik, Legasthenie- + Dyskalkulietraining

„Sollen wir in den Ferien üben?“Diese Frage bekomme ich im Sommer besonders oft.Viele Eltern haben das Gefühl, sie müsst...
08/08/2026

„Sollen wir in den Ferien üben?“

Diese Frage bekomme ich im Sommer besonders oft.

Viele Eltern haben das Gefühl, sie müssten die Ferien nutzen, um das aufzuholen, was im letzten Schuljahr liegen geblieben ist. Und gleichzeitig merken sie, dass ihr Kind bei jedem Arbeitsblatt dicht macht.

Kinder mit Legasthenie oder Dyskalkulie strengen sich während des Schuljahres oft deutlich mehr an als andere. Sie brauchen die Ferien wirklich, um Energie zu sammeln.

Das heißt nicht, dass in den Ferien gar nichts passieren darf. Zehn Minuten am Tag, spielerisch und ohne Arbeitsblatt, bringen meist mehr als eine Stunde Üben unter Tränen.

Ein Spiel mit Würfeln ist Rechnen. Ein Einkaufszettel ist Schreiben. Ein Vorlesebuch, bei dem das Kind nur ein Wort pro Seite liest, ist Lesen.

Erholung ist keine verlorene Zeit. Sie ist die Grundlage dafür, dass Lernen im Herbst überhaupt wieder möglich ist 😊
Speichere dir den Beitrag, wenn du das Thema im Blick behalten willst.

„Lies das Wort noch einmal.“ Viele Kinder mit Legasthenie hören diesen Satz regelmäßig. Oft lesen sie das Wort tatsächli...
06/08/2026

„Lies das Wort noch einmal.“ Viele Kinder mit Legasthenie hören diesen Satz regelmäßig. Oft lesen sie das Wort tatsächlich noch einmal. Und noch einmal. Und noch einmal.

Das liegt nicht daran, dass sie unaufmerksam sind oder sich nicht genug anstrengen.
Während andere Kinder viele Wörter bereits automatisch erkennen, müssen Kinder mit Legasthenie oft jeden Buchstaben bewusst wahrnehmen, zusammensetzen und entschlüsseln. Gleichzeitig sollen sie auch noch verstehen, was sie gerade gelesen haben - eine schwierige Aufgabe.
Das kostet unglaublich viel Konzentration und Energie.

Daher müssen manche Kinder ein Wort mehrmals lesen, langsamer lesen oder sie sind nach kurzer Zeit erschöpft und wollen wieder aufhören.

Von außen sieht man oft nur, dass das Lesen nicht flüssig funktioniert. Man sieht aber nicht, wie viel Arbeit das Gehirn gerade leistet.
Wenn wir das verstehen, können wir Kinder besser unterstützen. Denn Legasthenie hat nichts mit Intelligenz zu tun. Die Zeichenverarbeitung funktioniert anders.

Verständnis hilft Kindern oft viel mehr als Druck 😊. Wenn dein Kind Schwierigkeiten beim Lesen hat, probiert es einmal mit Tandem-Lesen, du liest ein Stück, dein Kind liest ein Stück, du liest wieder ein Stück. So kommt dein Kind im Buch weiter, es übt das Lesen, es muss aber nicht alles alleine lesen. Habt ihr das schon einmal probiert?

Wenn du mehr über Legasthenie, ADHS, Autismus, Dyskalkulie und neurodivergentes Lernen lesen möchtest, kommentiere „blau“ und ich schicke dir den Link zu Neuro-Mosaik zu.

Schön, dass du da bist ☀

Birgit

„Setz dich hin und lerne!“ Für manche Kinder ist das ein guter Tipp. Für andere funktioniert Lernen so überhaupt nicht.N...
04/08/2026

„Setz dich hin und lerne!“
Für manche Kinder ist das ein guter Tipp. Für andere funktioniert Lernen so überhaupt nicht.

Nicht jedes Kind kann am Schreibtisch gut lernen. Manche Kinder müssen sich bewegen, um Informationen besser verarbeiten zu können. Andere lernen beim Gehen, beim Hüpfen auf dem Gymnastikball oder während sie etwas in den Händen halten.

Gerade neurodivergente Kinder lernen oft anders, als wir es aus der Schule kennen. Das bedeutet nicht, dass sie weniger lernen oder sich weniger anstrengen. Ihr Gehirn braucht manchmal einfach einen anderen Zugang.

Viele Eltern sind überrascht, wenn ihr Kind beim Herumlaufen Vokabeln besser lernt als am Schreibtisch oder sich beim Erklären mit Lego-Steinen plötzlich Zusammenhänge erschließen.
Das klassische Lernen am Schreibtisch funktioniert nicht für alle Kinder.

Ich finde, wir sollten weniger darüber nachdenken, wie ein Kind lernen sollte, und mehr darüber, wie es tatsächlich gut lernen kann. In den Schulen werden noch immer alle Kinder gleich unterrichtet, aber es gibt immer mehr Lehrkräfte, die individuell auf die Kinder eingehen und sie fördern. Das Schulsystem sollte dringend reformiert werden, damit jedes Kind so lernen kann, wie es zu ihm passt.

Denn das Ziel ist nicht, dass alle Kinder gleich lernen. Sondern, dass Lernen für das einzelne Kind funktioniert 😊.

Manche Erwachsene erhalten ihre ADHS-, Autismus-, Legasthenie- oder Dyskalkulie-Diagnose erst sehr spät.Viele blicken da...
30/07/2026

Manche Erwachsene erhalten ihre ADHS-, Autismus-, Legasthenie- oder Dyskalkulie-Diagnose erst sehr spät.

Viele blicken dann auf ihre Schulzeit zurück und denken:

„Wenn ich das früher gewusst hätte ...“

Vielleicht hätten sie sich weniger Vorwürfe gemacht.

Vielleicht hätten sie verstanden, warum manche Dinge so viel anstrengender waren als für andere.

Vielleicht hätten sie erkannt, dass sie nicht faul, unmotiviert oder „zu sensibel“ sind.

Deshalb interessiert mich heute eine Frage:

Was hättest du als Kind gerne über Neurodivergenz gewusst?

„Warum kannst du das nicht so gut wie dein Bruder?“„Die anderen Kinder schaffen das doch auch.“Die meisten Eltern sagen ...
28/07/2026

„Warum kannst du das nicht so gut wie dein Bruder?“
„Die anderen Kinder schaffen das doch auch.“

Die meisten Eltern sagen solche Sätze nicht, um ihr Kind zu verletzen. Oft entstehen sie aus Sorge oder Frust.

Trotzdem können Vergleiche Kindern weh tun.
Kinder beginnen schnell zu glauben, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Sie sehen, was andere besser können, und verlieren dabei den Blick auf ihre eigenen Stärken.

Besonders neurodivergente Kinder erleben solche Vergleiche häufig. Sie merken oft selbst, dass ihnen bestimmte Dinge schwerer fallen als anderen Kindern. Da brauchen sie nicht noch jemanden, der sie daran erinnert.

Da wundert es mich nicht, dass manche Kinder Selbstzweifel entwickeln oder sich immer weniger zutrauen.

Jedes Kind lernt anders. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Und jedes Kind hat seine eigenen Stärken.

Ich finde, Kinder sollten nicht ständig mit anderen verglichen werden. Viel wichtiger ist die Frage:

Was braucht dieses Kind, damit es gut lernen und sich entwickeln kann?

„Mathe war noch nie ihre Stärke.“„Er muss einfach mehr üben.“Solche Sätze höre ich häufig, wenn Kinder Schwierigkeiten m...
25/07/2026

„Mathe war noch nie ihre Stärke.“
„Er muss einfach mehr üben.“
Solche Sätze höre ich häufig, wenn Kinder Schwierigkeiten mit Mathematik haben.

Manchmal steckt dahinter tatsächlich einfach ein Fach, das nicht so viel Freude macht. Manchmal ist es aber auch Dyskalkulie.

Kinder mit Dyskalkulie haben oft nicht nur Schwierigkeiten beim Rechnen. Auch das Einschätzen von Mengen, das Vergleichen von Zahlen oder das Lesen der Uhr kann herausfordernd sein. Viele Kinder strengen sich sehr an und verstehen trotzdem nicht, warum Mathematik für andere scheinbar selbstverständlich ist.

Da wundert es mich nicht, dass manche Kinder frustriert werden oder beginnen, an ihren Fähigkeiten zu zweifeln.
Das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Die Verarbeitung von Zahlen und Mengen funktioniert einfach anders.

Je früher Schwierigkeiten erkannt werden, desto besser können Kinder unterstützt werden. Und oft hilft schon das Wissen, dass das Kind nicht faul ist und sich nicht absichtlich schwer tut.

Mehr Verständnis kann für Kinder einen großen Unterschied machen 😊. Kinder brauchen uns und unsere Unterstützung. Helfen wir ihnen gemeinsam!

Fehler sind Teil des Lernens.Trotzdem haben viele Kinder große Angst davor, Fehler zu machen.Sie radieren so lange, bis ...
23/07/2026

Fehler sind Teil des Lernens.
Trotzdem haben viele Kinder große Angst davor, Fehler zu machen.

Sie radieren so lange, bis das Blatt fast ein Loch hat. Sie trauen sich nicht zu antworten, obwohl sie die Lösung vielleicht wissen. Oder sie geben schnell auf, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen.

Besonders Kinder, die in der Schule häufig Schwierigkeiten erleben, verlieren oft das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Sie erwarten schon den nächsten Fehler, bevor sie überhaupt begonnen haben. Das frustriert extrem und führt dazu, dass sie manchmal nicht mehr weitermachen können.

Dabei lernen wir alle durch Fehler. Fehler zeigen uns, was wir schon verstanden haben und was wir noch üben dürfen. Sie sind kein Zeichen von Unfähigkeit.

Ich finde, Kinder sollten wissen, dass sie nicht perfekt sein müssen. Sie dürfen ausprobieren, scheitern und einen neuen Weg finden.

Denn Lernen bedeutet nicht, alles sofort richtig zu machen.

Lernen bedeutet, Schritt für Schritt dazuzulernen 😊

„Mach jetzt endlich deine Hausaufgaben!“, und schon beginnt die Diskussion.Viele Eltern erleben genau das fast täglich. ...
21/07/2026

„Mach jetzt endlich deine Hausaufgaben!“, und schon beginnt die Diskussion.

Viele Eltern erleben genau das fast täglich. Nach der Schule sollen Hausaufgaben gemacht werden, aber das Kind trödelt, wird wütend, weint oder verweigert komplett.

Das wundert mich nicht. Ein Schultag kostet unglaublich viel Energie. Kinder müssen zuhören, sich konzentrieren, Regeln einhalten, Reize verarbeiten und ständig neue Informationen aufnehmen. Besonders neurodivergente Kinder sind nach der Schule oft deutlich erschöpfter, als man von außen vermutet.

Wenn dann direkt die nächste Anforderung wartet, ist der Akku manchmal einfach leer.
Das bedeutet nicht, dass das Kind faul ist oder nicht lernen möchte.

Oft braucht es zuerst eine Pause, Bewegung, Essen oder einfach etwas Zeit zum Durchatmen.

Wenn wir verstehen, wie viel Energie Schule kostet, verändert das oft unseren Blick auf die Hausaufgabensituation.

Verständnis hilft Kindern meist mehr als Druck 😊

Wenn du mehr über neurodivergentes Lernen, ADHS, Autismus, Legasthenie und Dyskalkulie lesen möchtest, kommentiere „blau“ und ich schicke dir den Link zu Neuro-Mosaik zu.

„Mein Kind ist unhöflich.“Manchmal höre ich diesen Satz von Eltern oder Lehrkräften. Oft steckt aber etwas ganz anderes ...
18/07/2026

„Mein Kind ist unhöflich.“

Manchmal höre ich diesen Satz von Eltern oder Lehrkräften. Oft steckt aber etwas ganz anderes dahinter.

Besonders bei autistischen Kindern werden Verhaltensweisen manchmal missverstanden. Nicht jedes Kind schaut beim Sprechen in die Augen. Nicht jedes Kind weiß automatisch, was in einer Situation erwartet wird, und erkennt soziale Regeln intuitiv.

Das bedeutet nicht, dass das Kind unhöflich sein möchte.

Viele autistische Kinder müssen soziale Situationen bewusst analysieren und verstehen. Dinge, die für andere selbstverständlich erscheinen, können sehr anstrengend oder verwirrend sein.
Daher kommt es manchmal zu Missverständnissen.

Wenn wir Verhalten sofort bewerten, sehen wir oft nur das Ergebnis. Wenn wir versuchen zu verstehen, warum ein Kind etwas tut, erkennen wir häufig einen ganz anderen Hintergrund.

Mein Kind ist nicht unhöflich. Vielleicht nimmt es die Welt einfach anders wahr.

Und genau deshalb brauchen wir Verständnis statt Vorwürfe 😊

Neurodivergenz verstehen beginnt mit Zuhören.Viele neurodivergente Menschen hören ihr Leben lang, was sie anders machen ...
16/07/2026

Neurodivergenz verstehen beginnt mit Zuhören.

Viele neurodivergente Menschen hören ihr Leben lang, was sie anders machen sollten. Sie sollen sich besser konzentrieren, ruhiger sein, weniger empfindlich reagieren oder sich mehr anstrengen.

Dabei fragen wir oft viel zu selten, wie sich die Welt für diese Menschen eigentlich anfühlt.

Wie fühlt es sich an, wenn ständig Gedanken gleichzeitig im Kopf sind? Wie anstrengend ist es, wenn Lesen unglaublich viel Energie kostet? Wie ist es, wenn Geräusche, Licht oder soziale Situationen überwältigend werden?

Wenn wir anfangen zuzuhören, entstehen oft Verständnis und Mitgefühl. Dann sehen wir nicht mehr nur das Verhalten, sondern auch die Gründe dahinter.

Genau deshalb gibt es Neuro-Mosaik.

Mit Neuro-Mosaik möchte ich neurodivergente Themen verständlich erklären und mehr Verständnis für unterschiedliche Denk-, Lern- und Wahrnehmungsweisen schaffen. Ich schreibe über ADHS, Autismus, Legasthenie, Dyskalkulie und neurodivergentes Lernen.

Wenn du Neuro-Mosaik kostenlos lesen möchtest, kommentiere „blau“ und ich schicke dir den Link dazu 😊

Schön, dass du da bist ☀

Birgit

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