11/08/2026
„Seit ich mich mit meiner Angst beschäftige, ist sie irgendwie noch mehr da.“
Diesen Gedanken kann ich so gut verstehen.
Denn eigentlich erwarten wir doch etwas anderes:
Wir lesen ein Buch über Angst.
Wir beginnen eine Therapie.
Wir hören Podcasts.
Wir versuchen, uns nicht mehr vor allem zu drücken.
Wir gehen wieder in Situationen, die wir lange vermieden haben.
Und insgeheim hoffen wir:
Jetzt müsste die Angst doch langsam weniger werden.
Und dann passiert manchmal genau das Gegenteil.
Sie wird lauter.
Und sofort kommt die Unsicherheit:
„Mache ich etwas falsch?“
„Warum geht es mir schlechter, obwohl ich an mir arbeite?“
„Sollte ich lieber wieder aufhören?“
Ich möchte Dir einen Gedanken mitgeben, der mir an dieser Stelle sehr wichtig ist:
Wenn Du Deiner Angst lange ausgewichen bist, hast Du sie in vielen Momenten wahrscheinlich tatsächlich weniger gespürt.
Kurzfristig fühlt sich Vermeidung deshalb oft nach Erleichterung an.
Aber wenn Du beginnst, diese Vermeidung langsam aufzugeben, kommst Du natürlich wieder mit den Gefühlen in Kontakt, vor denen Du Dich so lange geschützt hast.
Und ja: Das kann sich anfangs sogar so anfühlen, als wäre die Angst mehr geworden.
Dabei kann etwas ganz anderes passieren:
Du läufst ihr einfach nicht mehr ständig davon.
Deshalb bewerte Deinen Weg nicht nur danach, wie viel Angst Du gerade fühlst.
Manchmal zeigt sich Veränderung auch darin, dass die Angst da sein darf und Du trotzdem beginnst, Dein Leben wieder ein kleines Stück zurückzuerobern. 💚
Hast Du schon einmal gedacht: „Seit ich an meiner Angst arbeite, ist sie irgendwie schlimmer geworden“?
Wir schaffen das. 💚
Deine Klara
Klara Hanstein - Für Kopf und Herz
Psychologin & Psychotherapeutin