15/09/2026
130 Herzen für einen Abschied. ❤️
Palliativpflegeperson Pia hat Herrn G. und seine Familie über einen längeren Zeitraum begleitet – bis zu seinem Versterben. Herr G. war Ehemann und Vater von vier Kindern im Alter zwischen 14 und 8 Jahren.
In der Nacht seines Versterbens suchten die Kinder eine Möglichkeit, mit dem Unbegreiflichen umzugehen. Sie bastelten und falteten Herz um Herz – insgesamt rund 130 Papierherzen. Dazu entstanden auch Papierboote. In den darauffolgenden Tagen wurden die Herzen und Boote zu einem ganz persönlichen Zeichen des Abschieds: Gemeinsam schmückten sie damit den Sarg ihres Vaters.
Auch gemeinsam mit der Bestattung wurde der Abschied sehr würdevoll und persönlich gestaltet. Vor allem den Kindern wurde Raum gegeben – für ihre Fragen, ihre Gefühle, ihre Art, Abschied zu nehmen.
Und etwas ganz Besonderes geschah: Der Schrecken vor dem Tod wich. Trotz der schweren und leidvollen Zeit zuvor konnten die Kinder erleben, dass Abschiednehmen auch Nähe, Gestaltung und liebevolle Momente bedeuten kann.
Für Pia selbst war diese Begleitung eine überwältigende Erfahrung. Eine Erfahrung, die sich nicht aus einem Lehrbuch oder in einer Fortbildung vermitteln lässt, sondern die man nur durch das echte Leben, durch Nähe und durch Begegnung verinnerlicht.
Palliative Begleitung bedeutet, Menschen und Familien in ihrer ganz eigenen Situation wahrzunehmen – und ihnen den Raum zu geben, den sie brauchen. ❤️