06/09/2026
Meine größten Learnings aus über 15 Jahren als Ärztin, Praxisinhaberin und Mensch:
- Ich hab gedacht, gute Medizin reicht. Tut sie nicht. Ein gutes Team, klare Abläufe und Vertrauen tragen eine Praxis genauso, wenn nicht mehr.
- Ich kann nicht jedem gefallen. Es gibt Patient:innen, die unzufrieden sind, egal was ich tue. Früher hat mich das tagelang beschäftigt. Heute weiß ich: Das sagt oft mehr über die Situation aus als über mich.
- Vertrauen aufbauen dauert Jahre. Verlieren geht in einem Satz. Als Chefin und als Ärztin hab ich gelernt, wie zerbrechlich das ist, bei Mitarbeiter:innen genauso wie bei Patient:innen.
- Die schwierigsten Gespräche waren nie über Medizin. Nie ein komplizierter Bruch, nie eine schwierige OP. Es waren Gespräche mit Mitarbeiter:innen, Entscheidungen über Menschen, Grenzen setzen, wo es weh tut.
- Ich hab lernen müssen, Nein zu sagen: auch zu mir selbst. Als Mutter, Ärztin und Unternehmerin wollte ich lange überall ganz da sein. Bis ich merkte: Wer überall ein bisschen da ist, ist nirgends richtig da.
- Manche Menschen wollen nicht geholfen werden. Sie wollen gehört werden. Das hab ich erst spät verstanden. Manchmal ist die beste Behandlung einfach: zuhören, ohne gleich eine Lösung zu liefern.
Und vielleicht das Wichtigste: Ich bin nicht nur Ärztin. Lange hatte ich das Gefühl, ständig "die Ärztin" sein zu müssen, auch privat. Heute weiß ich: Ich darf auch einfach Claudia sein.
Was war dein größtes Learning der letzten Jahre? 🤍