30/08/2026
Es ist ein Unterschied, ob wir eine Geschichte haben oder ob die Geschichte uns hat.
Dass wir etwas endlich loslassen.
Dass alte Muster verschwinden.
Dass wir nach einer tiefen Erfahrung „geheilt“ oder ein für alle Mal davon befreit sind.
Wir machen dieses Versprechen nicht.
Denn darum geht es in unserer Arbeit nicht.
Unsere Geschichte verschwindet nicht.
Und auch das, was uns geprägt hat, lässt sich nicht einfach wegmachen.
Was wir lernen können, ist etwas anderes:
einen liebevollen Umgang damit.
In einer intensiven Woche haben wir die Möglichkeit, uns in der Tiefe mit unseren Geschichten und Mustern auseinanderzusetzen.
Wir können verstehen, wie sie entstanden sind, erkennen, wann sie unser Leben bestimmen
und Werkzeuge kennenlernen und einüben, mit denen etwas Entscheidendes entstehen kann:
Wahlfreiheit.
Ich muss meinem alten Muster nicht mehr in jedem Moment folgen.
Ich kann wahrnehmen, was gerade mit mir geschieht.
Ich kann innehalten.
Ich kann auf das zurückgreifen, was ich gelernt und erkannt und eingeübt habe.
Und ich kann beginnen, anders zu wählen.
Das bedeutet nicht, dass danach alles weg ist.
Denn eine tiefe Erfahrung allein nimmt uns die weitere Arbeit nicht ab.
Was wir gelernt haben, möchte auch nach drei Monaten, nach einem Jahr und immer wieder im Leben geübt werden.
Selbstliebe und Mitgefühl sind nichts, was wir einmal erreichen und dann besitzen.
Sie sind eine tägliche Praxis.
Und natürlich wird es Zeiten geben, in denen wir wieder in alte Muster fallen.
Zeiten, in denen wir unsere Werkzeuge nicht benutzen. Zeiten, in denen wir vergessen, was wir eigentlich längst über uns wissen.
Dann trifft uns kein heiliger Blitz.
Wir können wieder anfangen.
Wir können wieder anknüpfen.
Nicht aus Härte gegen uns selbst, sondern aus Mitgefühl.
Vielleicht ist genau das ein Teil von Selbstliebe: nicht zu verlangen, irgendwann „fertig“ zu sein, sondern Verantwortung dafür zu übernehmen, wie wir heute mit uns selbst und unserer Geschichte umgehen.
Denn es ist ein Unterschied, ob wir unsere Geschichte kennen oder ob unsere Geschichte weiterhin unbewusst unser Leben bestimmt ohne Mitgefühl und Selbstverantwortung
Und vielleicht ist deshalb eine der ehrlichsten Fragen, die wir uns immer wieder stellen können:
Was hindert mich heute daran, das zu tun, von dem ich längst weiß, dass es mir guttut?
Warum stehe ich mir manchmal noch selbst im Weg, obwohl ich die Lösung längst in mir trage?
Vielleicht sind wir manchmal beides:
ein Teil des Problems und ein Teil der Lösung.
Nicht durch ein Versprechen.
Nicht durch einen einzigen tiefen Moment.
Sondern indem wir lernen, üben, vergessen, wieder beginnen – und uns dabei immer wieder mit mehr Mitgefühl und Liebe begegnen.
Dein Hoffman Team
Hoffman Institut Schweiz