21/10/2026
A – Atemweg frei bedeutet nicht Atemweg sicher
Nach X folgt A – Airway.
Eine lebensbedrohliche äussere Blutung ist kontrolliert. Jetzt richten wir unsere Aufmerksamkeit auf den Atemweg.
Doch ein freier Atemweg bedeutet nicht automatisch, dass er auch sicher bleibt.
Ein Patient kann im Moment noch sprechen und selbstständig atmen – und trotzdem besteht die Gefahr einer plötzlichen Verschlechterung.
Mögliche Ursachen sind:
➡️ Bewusstseinsstörungen mit Verlust der Schutzreflexe
➡️ Blut, Erbrochenes oder Fremdkörper
➡️ Schwellungen durch Trauma oder Allergien
➡️ Verletzungen im Gesichts- und Halsbereich
Deshalb fragen wir nicht nur:
„Ist der Atemweg frei?“
Sondern auch:
„Kann der Patient seinen Atemweg selbstständig schützen – und bleibt er voraussichtlich frei?“
Je nach Situation kommen verschiedene Massnahmen infrage:
➡️ Atemweg freimachen und geeignete Lagerung
➡️ Manuelle Atemwegsmanöver (z. B. Jaw Thrust)
➡️ Absaugen bei Bedarf
➡️ Einlegen eines Wendl-Tubus (Nasopharyngealtubus, NPA) bei entsprechender Indikation
Der Wendl-Tubus kann helfen, den oberen Atemweg offenzuhalten. Er ersetzt jedoch weder die Schutzreflexe noch schützt er vor Aspiration. Bei Verdacht auf schwere Mittelgesichts- oder Schädelbasisverletzungen ist besondere Vorsicht geboten.
Die Anwendung erfolgt durch entsprechend geschultes Personal nach geltenden Vorgaben.
Aber auch hier gilt:
Massnahme durchgeführt bedeutet nicht Problem gelöst.
Ist der Atemweg weiterhin frei?
Gibt es auffällige Atemgeräusche?
Verändert sich das Bewusstsein?
Droht eine erneute Verlegung?
Erkennen.
Handeln.
Kontrollieren.
Neu beurteilen.
Und dann:
Weiter zu B.
Denn XABC ist dynamisch. Eine erfolgreiche Massnahme ersetzt niemals die erneute Beurteilung.
Ein freier Atemweg ist eine Momentaufnahme.
Seine Sicherheit muss immer wieder überprüft werden.
Wer das trainieren möchte, hat am Wochenende des 24./25. April 2027 wieder Gelegenheit dazu. Weitere Informationen und Anmeldung auf der Homepage (in der Bio).
stay safe & watch your six!