07/06/2026
Seit 5 Jahren bietet die Abteilung für Gewaltmedizin des Zentralinstituts der Spitäler (ZIS) eine spezialisierte, vertrauliche und kostenlose Beratung für gewaltbetroffene Personen an.
Ihre Aufgabe: Aufmerksames Zuhören, Durchführung einer körperlichen Untersuchung und Dokumentation der Verletzungen (idealerweise innerhalb 72 Stunden nach dem Ereignis) und anschliessend, in einem vertraulichen und wohlwollenden Rahmen, die Weitervermittlung an verschiedene Hilfsorganisationen und Partnerinstitutionen im Wallis.
📍 Das Angebot richtet sich an Erwachsene sowie Jugendliche ab 16 Jahren, die von häuslicher Gewalt (in der (Ex)-Partnerschaft oder in der Familie) oder anderen Formen von Gewalt (im öffentlichen Raum, in Institutionen usw.) betroffen sind.
«Seit der Eröffnung vor fünf Jahren hat sich die Anzahl der Konsultationen vervierfacht. Trotz dieser sehr positiven Entwicklung ist das Angebot in der Bevölkerung noch immer zu wenig bekannt», berichtet Dr. med. Jasmin Steiner, Leitende Ärztin der Abteilung für Gewaltmedizin. «Auch wenn eine betroffene Person zunächst keine Anzeige erstatten möchte, kann der medizinische Befundbericht später als Beweismittel herangezogen werden, falls sie ihre Meinung ändert – insbesondere bei wiederholten Fällen häuslicher Gewalt. Statistisch gesehen erhöht das Vorliegen einer detaillierten Verletzungsdokumentation die Wahrscheinlichkeit einer strafrechtlichen Sanktion.»
Die Abteilung wird von der Dienststelle für Sozialwesen des Kantons Wallis unterstützt und finanziert.
👉 Weitere Informationen:
Gewaltmedizin : Vertrauliche und kostenlose Sprechstunde für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren.