08/06/2026
2016 kam ich als Physiotherapeut aus den Niederlanden in die Schweiz. 🇨🇭 Nicht wegen der Schoggi. Sondern wegen der Arbeit.
In den Niederlanden erlebte ich als junger Physiotherapeut einen Beruf voller Leidenschaft, aber auch voller Unsicherheit. Befristete Verträge, hohe Weiterbildungskosten, steigende Anforderungen und immer wieder die Hoffnung, dass sich die Situation bald verbessern würde.
Heute, fast zehn Jahre später, beschäftigen mich die Entwicklungen dort mehr denn je.
📉 Rund 2’000 Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten haben 2024 den Beruf verlassen.
📉 Die Zahl der Studierenden ist zwischen 2020 und 2024 um 15 % gesunken.
📉 Mehr als die Hälfte der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten denkt über einen Ausstieg nach.
📉 Selbst das KNGF spricht inzwischen von einer alarmierenden Entwicklung.
Die Niederlande sind nicht die Schweiz. Aber die Warnsignale sollten uns interessieren. Denn Fachkräftemangel entsteht nicht plötzlich. Er beginnt Jahre früher, wenn junge Kolleginnen und Kollegen keine Perspektive sehen, wenn sich Weiterbildungen immer weniger lohnen, wenn Praxisinhaber aufgeben und wenn die Freude am Beruf langsam verloren geht.
Wir diskutieren intensiv über Tarife, Taxpunkte und Kostenneutralität. Das ist wichtig. Aber genauso wichtig ist die Frage, wie attraktiv unser Beruf in Zukunft noch sein wird. Nicht alles, was für die Zukunft eines Berufs entscheidend ist, lässt sich in einer Excel-Tabelle messen.
Die wichtigste Frage lautet für mich deshalb:
Wer behandelt in zehn Jahren noch?
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