23/12/2021
Ich behaupte frech: Wenn du heute noch nicht zutiefst dankbar warst, dann schläfst du.
Unser Gehirn schläft schnell in der Falle der Selbstverständlichkeit ein. So bald ein Umstand, ein Objekt oder ein Mensch ein paar Wochen in unserem Leben existieren, rutschen sie aus dem Fokus des dankbaren Bestaunens in die Schublade: SELBSTVERSTÄNDLICH. Alles, was dort landet, wird nur noch mit wenig Aufmerksamkeit wahrgenommen. Es ist ja immer da.
Doch nichts von dem, was du heute erleben wirst, ist selbstverständlich.
Wenn du Farben sehen kannst, denke an Menschen, die von Geburt an blind sind.
Wenn du laufen kannst, denke an die, die im Rollstuhl sitzen.
Wenn du heute ein Dach über dem Kopf und genug zu essen hast, denke an die, die hungern und frieren.
Denken können,
eine zärtliche Berührung,
eine freundliche Geste,
ein warmer Kakao,..schau hoch in den unendlichen Himmel und stell dir für einen Augenblick all die kalten, unbewohnbaren Planeten vor.
Und du checkst: Nichts ist selbstverständlich.
Wach auf! Es gibt kein kosmisches Buch, welches dir irgendetwas von dem, was du heute erfahren darfst, garantiert.
Du kannst dir das nicht "verdienen". Es ist einfach da. Und du kannst es verpassen oder mit deinem Groll sogar vergiften oder zutiefst dankbar kosten.
Wenn du so willst, war und ist C auch ein großer Lehrmeister der Nicht-Selbstverständlichkeit. Und vielleicht geht er erst, wenn wir alle gelernt haben, wieder viel dankbarer all das anzuerkennen, was wir jeden Tag genießen dürfen.
Denn nichts, wirklich nichts, ist selbstverständlich. Doch Dankbarkeit öffnet uns den Blick für den Überfluss, der jetzt gerade in und um uns herum existiert.
Homodea Andrea Lindau