05/06/2026
DIE HERAUSFORDERUNG IN EINER GRUPPE ZU SEIN
Heute möchte ich euch ein wenig von meinem Werdegang erzählen:
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie verletzlich und unsicher ich mich fühlte, wenn ich mich in eine Seminar- oder Ausbildungs-Gruppe begab, insbesondere in Frauengruppen.
Jede dieser Frauen verkörperte gewissermaßen, unbewusst, eine „Vertreterin“ meiner Mutter, meiner Großmutter, meiner Tante, meiner weiblichen Vorfahren, …
Ein bisschen Misstrauen, Zurückhaltung, das Bedürfnis, mich zu schützen, nicht zu viel zu fühlen und wahrzunehmen, mich nicht in den anderen zu verlieren, mich nicht zu äußern (oder nur mit einem Herzen, das so laut schlägt, dass es jeder hören müsste), mich zurückzuhalten und mich damit zu begnügen, zu beobachten … und gleichzeitig das Bedürfnis, gesehen zu werden, dazuzugehören und meinen Platz zu haben.
Welchen Platz?
Meine Sinne waren in Alarmbereitschaft. Meine Wahrnehmungen überaktiv. Ein paar Stunden gehen schon … aber ein ganzer Tag ist zu viel – ganz zu schweigen von einem Wochenende oder einer Woche.
Ich verstehe, und ich habe es selbst erlebt, wie schwer es sein kann, sich anderen zu öffnen und gleichzeitig sich selbst zu sein.
Die Herausforderung liegt darin, daß jede Frau unbewusst einen Teil von uns selbst widerspiegelt, der verletzt, verborgen oder noch nicht anerkannt ist.
Wir sehen in der anderen
• entweder das, was wir gerne wären – weil wir unseren eigenen Wert noch nicht (genug) anerkennen –,
• oder das, was wir in uns tragen, uns selbst entspricht, ohne uns dessen bewusst zu sein.
SICH ALS FRAUEN ZU BEGEGNEN
ist nicht immer einfach.
Zudem lasten die im Egregore des Weiblichen verankerten Verletzungen und Leiden schwer:
• Nichtanerkennung, Eifersucht, Verrat
• Ablehnung, Anschuldigungen, Flüche, …
Und all das hält bis heute an.
In der Vergangenheit waren Frauen untereinander nicht gerade „nett“ zu einander. War das aus einem Überlebenstrieb heraus oder nur eine Geschichte, die man uns erzählt, um uns von uns selbst und unserer wahren Kraft fernzuhalten?
Heute kann ich mich ganz selbstverständlich in Gruppen bewegen.
Ich habe die Teile von mir wiedergefunden, die mir entgangen waren. Mein wahres Ich steht wieder am Ruder meines Schiffes. Ich habe gelernt zu differenzieren und zu spüren, wo meine Grenzen sind, wann ich ja und wann ich besser nein zu etwas sagen sollte.
Ich kann mich leicht in jede Gruppe integrieren, aber erst in einer Gemeinschaft von Frauen, die auf derselben Wellenlänge sind, die zu sich selbst gefunden haben (oder auf dem Weg dorthin sind) und die authentisch sind, fühle ich mich „zu Hause“.
Vielleicht erkennst du dich irgendwo in dieser Beschreibung wieder?
Indem ich während meines Lebens immer wieder in mich gehört, meines verlorenen Anteile zurückerobert habe und in die verschiedenen Phasen meiner Bewusstseins-Entwicklung als Frau eingetaucht bin, bin ich ganzheitlicher geworden und innerlich gereift.
Und dank bewusster Begegnungen mit anderen Frauen wurde mir gespiegelt und konnte ich genauer entdecken, wer ich bin, wo mein Platz ist – und was ich der Welt geben kann.
Vielleicht ist es auch für Dich an der Zeit den Schritt zu wagen :
Wer bin Ich im Beisein anderer?
Kann ich ganz bei mir selbst und in Kontakt mit den anderen sein?
Wie ist das derzeit bei Dir ?