23/11/2022
Heute bei Vetscope Pathologie:
Invertiertes Papillom des Krallenbetts an der Zehe eines Hundes
Der 12-jährige Coton de Tulear wurde in der Tierarztpraxis vorgestellt wegen einer deformierten, verdickten Kralle an einer Zehe seit ca. 1 Monat. Das Krallenhorn war stark verdickt und aufgesplittert. Im Röntgenbild waren Veränderungen am darunterliegenden Krallenbein sichtbar. Da bei Knochenveränderungen an der Zehe immer an eine tumoröse Veränderung gedacht werden muss, wurde die Zehe amputiert und zur histologischen Untersuchung eingeschickt.
Um Knochen schneiden zu können, musste das Gewebe in Säure entkalkt werden. Nach dem Weichmachen wurde die amputierte Zehe längs halbiert. Über einem makroskopisch unauffälligen Krallenbein war das Krallenhorn stark verdickt und faserig aufgeweicht. Das Nagelbett, der Ursprung der Kralle, war stark verbreitert.
Histologisch konnte in diesem Bereich eine gutartige epitheliale Neoplasie, ein sogenanntes invertiertes Papillom, nachgewiesen werden. Diese Form des Papilloms kennen wir auch als Dornwarzen beim Menschen. Das tumoröse Epithel hat das Nagelbett erweitert und sehr viel schlecht strukturiertes Horn produziert, was zur Verdickung der Kralle und zu einer druckbedingten Schädigung des darunterliegenden Knochens geführt hat.
Bei Hunden kommen diese invertierten Papillome meist an der behaarten Haut, selten am Nagelbett vor. Sie werden wie die meisten Papillome durch kanine Papillomaviren verursacht. Diese sind von Hund zu Hund übertragbar, für uns Menschen aber ungefährlich. Papillome können sich spontan zurückbilden, können aber auch persistieren. Sobald sie stören, ist die Entfernung empfehlenswert.