10/04/2026
PERSÖNLICHE 💭 GEDANKEN
Ich weiss nicht, ob du dir das vorstellen kannst. Wenn mich Menschen heute kennenlernen – im Hier und Jetzt –, staunen sie oft. Die meisten sind beeindruckt von meiner Persönlichkeit, meiner Ausstrahlung, meiner Fachkompetenz und dem, was ich erreicht habe. Ja, sie äussern sich durchweg positiv. Und sie sagen: „Was für eine wunderbare Familie du hast.“
Doch all das verliert oft an Bedeutung, sobald jemand von meiner Vergangenheit erfährt: 15 Jahre schwer drogenabhängig, obdachlos, in Haft.
Im Internet und auf Social Media behaupten viele, wie tolerant, offen und modern sie seien. Aber sobald ich mit ehemaligen Konsumentinnen und Konsumenten spreche – zuerst über ihre Krankheit, dann über ihre Erfahrungen heute –, zeigt sich überall dasselbe Bild: Kaum jemand bleibt frei von Vorurteilen.
Die Stigmatisierung, die sie erleben, ist tiefgreifend. Besonders im beruflichen Umfeld begegnen ihnen Misstrauen, Unwissen und ein fehlendes echtes Interesse, den Menschen hinter der Geschichte kennenzulernen. Das führt leider oft dazu, dass manche den Weg zurück in alte Muster finden – nicht, weil sie wollen, sondern weil die Ablehnung sie innerlich zermürbt.
Es ist mühsam und erschöpfend. Viele Fachpersonen erkennen den Mehrwert nicht, den Menschen mit einer solchen Vergangenheit mitbringen. Dabei kann kein Studium und keine Theorie die Tiefe ersetzen, die ein Mensch durch eigene Erfahrung erlangt.
Doch das Grossartige ist: Ich sehe mein Heute, und ich feiere es. Ich bin stolz – zutiefst dankbar für alles, was ich habe, für alles, was ich bin.
Ich hoffe, du kannst das genauso für dich annehmen. Ich wünsche dir den Mut und die Kraft, zu dir selbst und zu deiner Vergangenheit zu stehen – mit erhobenem Haupt, voller Würde und Stolz.
EINE MEINER STÄRKEN… MEIN LEBEN UND DER GANZEN ERFAHRUNGEN