13/07/2026
Ein Kennenlerngespräch ist wichtig.
Vertrauen und die persönliche Chemie spielen in der Begleitung rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett eine grosse Rolle.
Wir verstehen deshalb gut, dass Schwangere ihre Hebamme vorab kennenlernen möchten.
Gleichzeitig ist auch dieses Gespräch für uns Arbeitszeit. Wir reservieren Zeit, bereiten uns vor, führen das Gespräch, beantworten Fragen und organisieren unsere Einsätze.
Diese Zeit fehlt an anderer Stelle – beispielsweise für ein bezahltes Wochenbett, einen Beratungstermin oder eine Familie, die unsere Unterstützung benötigt.
Ein Kennenlerngespräch ist deshalb keine unverbindliche Kaffeepause, sondern Teil unserer professionellen Arbeit. Es ist vollkommen verständlich, dass Familien sorgfältig auswählen möchten.
Gleichzeitig wünschen wir uns ein Bewusstsein dafür, dass auch diese Zeit, unsere Erfahrung und unsere fachliche Einschätzung einen Wert haben.
Hebammen arbeiten mit viel Herz, Verantwortung und persönlichem Engagement.
Aber wir führen auch ein Unternehmen.
Wir müssen wirtschaftlich denken, unsere Zeit einteilen, unsere Leistungen kalkulieren und dafür sorgen, dass unsere Arbeit langfristig tragfähig bleibt.
Gerade wir Frauen müssen dafür einstehen, dass unsere Arbeit sichtbar wird. Denn Arbeit, die überwiegend von Frauen geleistet wird, wird noch immer zu oft als selbstverständlich angesehen – besonders dann, wenn sie mit Fürsorge, Nähe und Beziehung verbunden ist.
Doch Fürsorge ist nicht weniger wert, nur weil sie von Herzen kommt.
Wir dürfen unsere Arbeit benennen.
Wir dürfen ihren Wert sichtbar machen.
Und wir dürfen dafür eine faire Vergütung erwarten.
Denn Hebammen sind nicht nur Begleiterinnen.
Wir sind Fachpersonen.
Wir sind Selbstständige.
Wir sind Geschäftsfrauen.