24/08/2026
Der Blutweiderich ist ein Vertreter der Weiderichgewächse, eine Ufer- und Sumpfpflanze, ursprünglich von Europa bis Mittelasien beheimatet. Seit dem 19. Jahrhundert hat sie sich über den Ballast von Schiffen nach Nordamerika, Südamerika und Australien verbreitet, dort inzwischen so erfolgreich, dass sie zu einer der 100 invasivsten Arten weltweit zählt. Ihr Name geht vermutlich auf das lateinische Wort für den Saft der Purpurschnecke zurück, ein Hinweis auf die purpurroten Blüten.
Die Pflanze wird 30 bis 200 Zentimeter hoch, mit einem aufrechten, sechskantigen, behaarten Stängel, der im unteren und mittleren Teil ästig verzweigt ist. Die Blätter sitzen bodennah gegenständig, weiter oben wechselständig zu dritt oder viert, lineal bis lanzettlich, mit deutlich hervortretender Nervatur auf der Unterseite. In den Blattachseln stehen die purpurroten Blüten in ährenförmigen Scheinquirlen. Blütezeit ist eigentlich Juli bis September, bei mir ist sie dieses Jahr wegen der Hitze schon durch.
Schon Dioskurides und Plinius der Ältere beschrieben Blutweiderich als Mittel gegen Durchfall, Blutungen, Wunden, Ekzeme, Blutspeien und Zwischenblutungen. Danach geriet die Pflanze fast in Vergessenheit, bis sie im 19. Jahrhundert wieder aufgegriffen wurde, vor allem gegen Durchfall, Dysenterie und Blutflüsse. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Fallberichte, vor allem aus dem französischen Raum, die eine aussergewöhnliche Wirksamkeit beschreiben, sie soll sogar bei einer Ruhrepidemie in der Schweiz geholfen haben.
Verwendet wird das blühende Kraut, eine offizielle Monografie gibt es dafür nicht. Die Droge enthält viele Polyphenole, Anthocyane und Gerbstoffe, ein wahres Feuerwerk an Inhaltsstoffen. Die Wirkung ist adstringierend, entzündungshemmend, antioxidativ, antimikrobiell und darmberuhigend zugleich.
Bei mir im Garten tanzen im Sommer ständig Schmetterlinge über den Blüten und holen sich ihre Portion, ganz egal, wie invasiv sie anderswo sein mag.