09/09/2026
Ich sass letzte Woche mit einer Trainerin zusammen, und noch bevor wir überhaupt beim eigentlichen Thema waren, hat sie mir erzählt, dass sie schon Bauchschmerzen kriegt, wenn sie nur an ein bestimmtes Gegnerteam denkt, obwohl ihr Training steht, gut ist und ihre Mädels vorbereitet sind.
Wir haben dann eine ganze Weile geredet, allerdings kaum über dieses eine Team. Es ging die ganze Zeit um ihre eigenes Team: was sie kann, welche Spielerin gerade über sich hinauswächst, wo die Stärken liegen, die man im Trubel vor einem grossen Spiel gern mal aus den Augen verliert. Klingt einfach, ist es aber nicht, wenn man ein Team schon lange kennt und genau weiss, wo es hakt, aber das macht am Ende den Unterschied.
Am Ende des Gesprächs war der Gegner nebensächlich, sie wusste wieder ganz genau, wie sie ihre Mädels stark macht, egal wer am Samstag gegenübersteht und mit welchem Ruf dieses Team antritt.
Nach zehn Jahren supporten sag ich dir: dieses Prinzip gilt weit über den Sport hinaus, im Business genauso wie privat. Das Aussen ist nicht wichtig, wir bleiben bei uns, wir kennen unsere Stärken (oder nicht?), das hat mir selbst schon oft genug geholfen, lange bevor ich diesen Satz überhaupt so hätte formulieren können.
Welcher Gegner, welche Situation macht dir gerade am meisten Bauchschmerzen, bevor sie überhaupt angefangen hat?