04/07/2026
Heute Morgen habe ich die Hunderunde übernommen.
Und unser Hund?
Hat gezogen.
Ist ständig nach vorne.
Hat mich überholt, wollte die Kontrolle übernehmen.
Ich habe ihn immer wieder zurückgeholt, bin stehen geblieben, habe ruhig mit ihm gesprochen: „Alles ist gut.“
Und trotzdem – immer wieder das gleiche Spiel.
Irgendwann kam dieser Gedanke:
Er vertraut mir einfach nicht.
Und dann wurde es kurz in still in mir.
Warum vertraut er mir nicht, obwohl ich doch auf ihn aufpasse?
Ich sehe Gefahren früh, gehe anderen Hunden aus dem Weg, bin aufmerksam, vorausschauend, präsent.
Er kommt aus dem Tierschutz, hat viel erlebt – und versucht vielleicht deshalb, alles selbst zu kontrollieren.
Vertrauen fällt schwer, wenn man gelernt hat, vorsichtig zu sein.
Und genau da habe ich mich erkannt.
Ich mache es genauso.
Ich vertraue oft nicht.
Nicht dem Leben.
Nicht meinem Weg.
Und – wenn ich ehrlich bin – auch manchmal Gott nicht.
Ich laufe los, will alles im Griff haben, denke, ich müsse die Dinge selbst regeln, damit es sicher ist.
Gerade in den Bereichen, in denen ich schon schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Aber Vertrauen bedeutet nicht, dass keine Angst da ist.
Vertrauen bedeutet, trotz Angst nicht die Führung an sich zu reißen.
Vielleicht ist Vertrauen eben, nicht immer vorneweg zu rennen,
sondern sich führen zu lassen.
Schritt für Schritt.
So wie mein Hund mir eigentlich vertrauen könnte –
kann ich vielleicht auch aufhören zu kämpfen und darauf vertrauen,
dass ich gehalten bin.
Von Gott.
Vom Leben.
Und von mir selbst.