07/08/2026
GHG-Stellung ist mehr als eine Winkelangabe – sie beeinflusst Kapselspannung, Gelenkspiel, Zentrierung und Belastbarkeit.
Das Glenohumeralgelenk verbindet Caput humeri und Cavitas glenoidalis. Aufgrund der großen Bewegungsfreiheit und der vergleichsweise geringen knöchernen Führung ist eine präzise Zusammenarbeit von Kapsel, Labrum, Rotatorenmanschette und Scapulaführung entscheidend.
Für Untersuchung und Mobilisation wichtig:
Die klassische Ruhestellung beziehungsweise Open-packed Position liegt bei ungefähr 55° Abduktion und 30° Horizontaladduktion. Hier ist die Kapsel relativ entspannt und das Gelenkspiel gut beurteilbar.
Die Close-packed Position wird in voller Abduktion mit Außenrotation beschrieben. Kapsel und Bänder stehen unter hoher Spannung, die Gelenkflächen sind maximal kongruent.
Das typische Kapselmuster des GHG zeigt meist die stärkste Einschränkung der Außenrotation, gefolgt von Abduktion und Innenrotation.
Arthrokinematisch gilt beim konvexen Humeruskopf auf der konkaven Glenoidfläche:
* Abduktion: kraniales Rollen, kaudales Gleiten
* Außenrotation: dorsales Rollen, ventrales Gleiten
* Innenrotation: ventrales Rollen, dorsales Gleiten
Klinisch sollte die Humeruskopfstellung nie isoliert beurteilt werden. Scapulaposition, Thoraxausrichtung, Rotatorenmanschette, lange Bizepssehne, Kapsel und neuromuskuläre Kontrolle beeinflussen gemeinsam die Bewegungsqualität.
Der scapulohumerale Rhythmus wird klassisch vereinfacht mit etwa 2:1 beschrieben, verändert sich jedoch abhängig von Bewegungsphase, Last, Geschwindigkeit und individueller Strategie.
Merke: Nicht jede sichtbare Abweichung ist automatisch pathologisch. Entscheidend sind Beschwerden, Funktion, Belastbarkeit und der gesamte klinische Befund.
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Welche GHG-Position nutzt du in der Praxis am häufigsten zur Beurteilung des Gelenkspiels?