10/09/2026
💛 Heute ist Welttag der Suizidprävention. Und dieser Tag ist für mich nicht nur aus beruflichen Gründen wichtig.
Im August 1997 hat mein Vater sich das Leben genommen.
Ich erzähle derart Persönliches nicht oft. Aber vielleicht gehört es heute dazu, es auch einmal in so einem Forum zu sagen.
Zehn Jahre später habe ich auf meiner Website iPersonic einen Artikel für Menschen geschrieben, die selbst mit dem Gedanken kämpfen, nicht mehr leben zu wollen. Er trägt den Titel „Ich will nicht mehr leben“. Dieser Artikel ist inzwischen fast 20 Jahre alt. Und er ist bis heute der meistgelesene Text auf iPersonic.
Das macht mich immer wieder nachdenklich. Denn hinter all diesen Klicks und Suchanfragen stehen Menschen. Menschen, die vielleicht gerade keinen Ausweg mehr sehen.
Ein Gedanke aus diesem alten Text ist mir deshalb bis heute besonders wichtig:
„Ich will nicht mehr leben“ bedeutet sehr oft, vielleicht sogar meistens, auch: „Ich will SO nicht mehr leben.“
In einer schweren Krise kann sich der Blick so sehr verengen, dass andere Möglichkeiten kaum noch sichtbar sind. Genau deshalb ist es so wichtig, über Suizidgedanken sprechen zu können. Ohne Scham. Ohne Verurteilung. Und ohne Angst, anderen damit „zur Last zu fallen“.
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen erinnert heute daran, dass Suizidprävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Dazu gehören verlässliche und niedrigschwellig erreichbare Hilfen - aber auch eine Gesellschaft, in der wir hinschauen, zuhören und das Thema nicht tabuisieren.
Ich weiß als Psychologin, wie wichtig das ist.
Und ich weiß es als Tochter.
💛 Wenn Ihr selbst gerade nicht mehr weiterwisst:
Bitte bleibt damit nicht allein.
TelefonSeelsorge: 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 – kostenlos und rund um die Uhr erreichbar.
Meinen damaligen Artikel verlinke ich in den Kommentaren.
Association of Psychologists