13/06/2026
„Ich sage wo es lang geht!“- Ja? Warum?
Ich erlebe es so oft, dass Pferdemenschen davon sprechen, dass sie dem Pferd sagen was es zu tun und zu lassen hat. Es folgen eine Menge Glaubensgrundsätze und Regeln und die Idee die Folge wäre Respekt, Gehorsam und das man unsicheren Pferden Sicherheit geben könnte. Ich stelle mir diese Art im Umgang mit Pferden sehr anstrengend vor, denn die Erwartung an einen selbst ist so unglaublich hoch, dass man ja nur scheitern kann. Wir sind nicht immer sicher, wir wissen nicht immer was richtig ist und wir sind auch an manchen Tagen nicht in der Lage „zu führen“, weil unser Leben abseits der Pferde uns eben auch oft an unsere Grenzen bringt. Pferde spüren unseren Herzschlag bis 10m Entfernung, sie können an unseren Gesichtern Stimmungen ablesen, sie erkennen uns auf Fotos und fühlen, wenn wir die Luft anhalten. Wäre es da nicht einfacher vor ihnen nicht so zu tun als hätte man alles im Griff, wenn wir ihnen sowieso nichts vormachen können? Ist die Option der Partnerschaft dann nicht vielleicht die bessere? In der man zugibt „ich weiß auch gerade nicht weiter, aber zusammen schaffen wir das“. Es wäre doch soviel leichter, vor allem sich selbst zu liebe, die Erwartungen so zu ändern, dass man auch dem Pferd gegenüber zugibt, dass man eben nicht perfekt ist. Vertrauen entsteht durch Berechenbarkeit, stark tun sich aber schwach fühlen ist für Pferde nicht logisch, also sollten wir einfach ein bisschen ehrlicher sein…als Team schafft man mehr und das heißt auch, dass wir Menschen nicht immer alle hinbekommen müssen. Seid nachsichtiger mit euch, eure Pferde sind es nämlich auch.