Hausarztpraxis in Berga - Dr. Jäger

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"Always on" – aber wie geht eigentlich "Off"?Den treffenden Begriff *Always on* habe ich vom GSAAM-Kongress in Frankfurt...
20/08/2026

"Always on" – aber wie geht eigentlich "Off"?

Den treffenden Begriff *Always on* habe ich vom GSAAM-Kongress in Frankfurt mitgenommen. Er kennzeichnet eine gängige Herausforderung von uns allen heute. Natürlich ausgerechnet in meinem Urlaub konnte ich wieder ziemlich unmittelbar erleben, was damit gemeint ist. Ich will nun meine persönliche Gerschichte gerne teilen, um klarer werden zu lassen, was ist on und was ist vor allem dann "off".

Des Urlaubs erste zwei Wochen waren eine Alpenüberquerung mit meinen Söhnen zu Fuß: 160 Kilometer von Gmund am Tegernsee bis nach Sterzing in Südtirol / Italien. Ich habe mich vollkommen darauf eingelassen – Alpenpässe, rauf und runter, 6000 Höhenmeter insgesamt, auf die Jungs, auf den Weg, auf die tägliche Planung. Etappen abstecken, Quartiere und Essen finden, Strecke bewältigen, motivieren, zusammen weitergehen, sich nicht vollkommen überlasten, Spaß zusammen finden.

Das aber hat natürlich die gesamte Aufmerksamkeit - Aufmerksamkeit ist etwas in uns, bedeutenster Teil unseres inneren Erlebensraumes - aufgesogen. Und obwohl es ein wunderbarer Urlaub war, blieb wenig Raum für das, was sonst zu meiner täglichen Praxis gehört: Ruhe, Stille, Weite, Nichttun - Verweilen in unbenutzer Aufmerksamkeit will ich das mal hier nennen. Abends bin ich ins Bett gefallen und habe sehr gut geschlafen. Aber eben anders.

Meinen Oura-Ring (Gesundheits- und Schlaftracker am Finger) hatte ich bewusst zu Hause gelassen. Ich wollte gar nicht wissen, was er mir während dieser zwei Wochen erzählt hätte.

Das Ergebnis nach der Rückkehr war trotzdem ein deutlicher Einbruch: niedrigste nächtliche Herzfrequenz statt sonst etwa 42 nun Mitte 50, Herzfrequenzvariabilität statt über 60 nur noch um 20 und tagsüber durchgehend Stressanzeige - viele von Fatigue betroffene werden das kennen. Und genauso fühlte ich mich auch: fertig, aber aufgedreht. Eben aus der Balance, nicht nur körperlich. Etwas hatte gefehlt. Was?

Zum Glück wusste ich ziemlich genau, was. Dazu hole ich mal zu meinem April-Urlaub hin aus.

Den Gegenpol hatte ich da im April kennengelernt: war acht Tage in einem "Dark-Retreat". Acht Tage ganz alleine im Dunkeln mit der Möglichkeit, mich ganz auf Ruhe, Stille, Weite und Nichttun einzulassen. Nicht unverbereitet reingeschlittert, sondern viele Übungen zur Aktivierung und Reinigung der Chakras und vor allem das Auffinden von Rigpa, *Nature of Mind*: die unverbrauchte Natur des Geistes wiederzuentdecken. Also zu der Zeit volle Ausrichtung nicht auf ein Projekt, sondern auf den ursprünglichen Geist, der nicht fortwährend in Beschlag genommen ist von Denken, Reden und Tun.

Zurück zum "Jetzt" - bin ich in Buchenau beim Sommerretreat mit Tenzin Wangyal Rinpoche - meinem "Lama" - Meister, Lehrer. Wegen der Vorerfahrung von Rigpa, natürlichem unverbrauchten Geist fällt es mir leicht, wieder zurückzugehen in einen Modus, der zuträglicher ist. Einen Modus, den nicht das Ego bestimmt – *Was will ich? Was will ich noch erleben und schaffen?* –, sondern einem, der Körper und Seele und letztlich dem menschlichen Dasein zuträglicher ist. Genau das verkörpert für mich auch der Lehrer, ist mir großes Vorbild und dadurch Hilfe, meine Ängste zu überwinden, denn sonst wäre ich wirklich erschrocken gewesen, was ich mir angetan habe und vielleicht meinen Kindern sogar und und - fängt das Gedankenkarussel an zu kreisen ... Aber ich habe gelernt, was OFF wirklich ist! Es sagt nicht "ich" zum Beispiel, es ist, es ist das Sein, es ist zu sein ...

Das, was ich in meinen ersten beiden Urlaubswochen jetzt erlebt habe, ist gar nichts Besonderes - es ist wahrscheinlich noch quasi die Hälfte von der Menge, wie Menschen mit Kindern durchschnittlich in ihrem Urlaub ALWAYS ON sind. Ja, gerade Urlaub ist heute oft *always on*. Wir - das EGO, dieser Teil von wir - will etwas erleben, etwas sehen, etwas schaffen, unterwegs sein, möglichst viel aus der freien Zeit herausholen. Vom Handy noch gar nicht zu reden. Man überlastet sich auch im Urlaub vollkommen.

Das war die Message auch vom Kongress: Wir leben *always on* – und wissen überhaupt nicht mehr, wie *off* eigentlich geht. Es hat mit freier Aufmerksamkeit zu tun. Aufmerksamkeit unverbraucht sein lassen ...

Off ist nicht einfach nichts tun. Es scheint etwas zu sein, das man heutzutage lernen und trainieren muss - sicher nicht gleich mit 8 Tagen Dark-Retreat, aber man sollte damit anfangen. Und es hat erstaunlich konkrete Auswirkungen auf messbare Parameter im Körper.

Die wichtigere Frage ist also gar nicht, wie wir mit *Always on* besser zurechtkommen. Sondern zu erlernen, wie Off wirlkich geht. Ich brauchte dazu einen Meister und habe nun die Erfahrung, das weiter zu geben. Ich freue mich, wenn der Hinweis anderen nützt!

Schwindelfrei? Oder skrupellos? Am besten erstmal ratlos!Anthony Fauci steht in den USA im Zentrum der Corona-Aufarbeitu...
11/08/2026

Schwindelfrei? Oder skrupellos? Am besten erstmal ratlos!

Anthony Fauci steht in den USA im Zentrum der Corona-Aufarbeitung. Fast automatisch stellt sich damit auch in Deutschland die Frage:

Wer war eigentlich unser Fauci?

Drosten? Spahn? Braun? Merkel?

Je genauer ich auf die ersten Monate des Jahres 2020 zurückblicke, desto weniger überzeugt mich diese Suche nach Figur und Person.

Als Arzt weiß ich: Der zuerst auffällige Befund ist nicht zwingend die Diagnose. Genau so erscheint mir inzwischen auch Corona.

Christian Drosten war ein hoch spezialisierter Virologe. Dass man ihn zu einem neuen Virus befragte, war selbstverständlich. Nicht selbstverständlich war, dass binnen weniger Wochen die Sicht eines Spezialgebietes zur Leitperspektive auf eine Krise wurde, die längst Schulen, Grundrechte, Wirtschaft, psychische Gesundheit und gesellschaftliches Leben betraf.

Das konnte Virologie überhaupt nicht entscheiden und wer fragt sonst Virologen nach ihrer Meinung?

Und genau hier liegt der wichtigere Punkt: Es gab damals nicht nur eine Wissensebene.

Da war virologisches und epidemiologisches Spezialwissen. Daneben klinische Erfahrung aus der Versorgung. Dazu kamen staatliches Lagewissen, ökonomische Folgenabschätzungen, rechtliche Fragen, internationale Politik, Sicherheitsinteressen, Diplomatie und nichtöffentliche Informationen - der BND betrieb seine eigene Recherche zum Virus und hatte sicher indirekt Draht bis fauci.

Diese vielen Ebenen gehörten zusammen, trafen sich aber nicht ausreichend.

Sie hätten nicht nebeneinander herlaufen dürfen, sondern zu einem Gesamturteil verbunden werden müssen.

Genau das ist politische Führung.

Stattdessen entstand der Eindruck, Politik müsse nur noch „der Wissenschaft folgen“. Aus einer politischen Entscheidung unter Unsicherheit wurde scheinbare fachliche Notwendigkeit. Die Autorität des herausgegriffenen Spezialisten legitimierte den Kurs und machte die politische Verantwortung zugleich weniger sichtbar.

Der Wissenschaftler selbst musste dabei keineswegs der eigentliche Akteur sein. Ein fachlich hervorragender, politisch möglicherweise sehr naiver Spezialist konnte diese Rolle gerade deshalb erfüllen, weil er nicht wie ein Politiker erschien.

Die politische Führung befand sich diesbezüglich in einer völlig anderen Lage. Dort liefen diese verschiedenen Wissensräume zusammen – jedenfalls hätten sie dort zusammenlaufen müssen.

Ihre Aufgabe war gerade nicht, dem Spezialisten zu folgen.

Sie hätte das Ganze sehen müssen und die Aufgabe, für die man an der staatlichen Spitze steht.

Genau darin lag das Versagen.

Die Medien verstärkten die Verengung. Statt den Rahmen aufzubrechen, fehlende Perspektiven sichtbar zu machen und die Folgen der Maßnahmen selbst zu prüfen, stabilisierten sie vielfach den vorgegebenen Deutungsrahmen.

Dann setzte bald die Eigendynamik ein.

Entscheidungen schufen Strukturen. Strukturen schufen Programme, Geldflüsse, Nutznießer und Interessen.

Was aus Unsicherheit oder Vorsicht begonnen haben mochte, wurde für immer mehr Beteiligte nützlich.

Das System begann, sich selbst zu erhalten.

Das ist für mich die eigentliche Diagnose der Corona-Zeit.

Nicht eine allmächtige Person. Nicht ein genialer Plan. Sondern eine hoch spezialisierte Maschinerie paralleler Teile, in der viele Beteiligte ihren Ausschnitt vernünftig begründen konnten, während das Ganze aus dem Blick geriet.

Und genau deshalb ist Corona heute wichtiger als die Suche nach einem deutschen Fauci.

Tucker Carlson beschreibt derzeit ein ähnliches Phänomen an sehr viel gefährlicheren Fragen: politische und gesellschaftliche Führungsschichten, die innerhalb ihrer Apparate funktionieren, aber die Dimension existenzieller Risiken kaum noch erfassen, entweder paralysiert vor dieser Situation stehen oder unrettbar in Eigeninteressen verfangen.

Der Militär sieht die militärische Lage. Der Geheimdienst die Bedrohung. Der Technologe das technisch Machbare.

Und das Ganze kann trotzdem katastrophal falsch sein.

Genau dort stehen wir heute.

Unsere politischen und medialen Strukturen sind zu langsam, zu spezialisiert und zu sehr in ihren eigenen Logiken gefangen, um solchen Gefahren angemessen zu begegnen. Das ist für mich keine offene Frage mehr, sondern ein Befund.

Vielleicht war Corona deshalb tatsächlich wie ein Vorspiel: eine noch nicht tödliche, korrigierbare Krise, an der sichtbar wird, wie schnell politische Führung sich verengt, Medien einen Deutungsrahmen verfestigen und aus einem Kurs eine Maschinerie mit eigenen Interessen wird.

Beim Atomkrieg oder einer außer Kontrolle geratenen KI gibt es möglicherweise kein späteres Aufarbeiten.

Und vielleicht müsste genau das zunächst mehr Ratlosigkeit auslösen als die nächste schnelle Gewissheit.

Nicht Ratlosigkeit als Rückzug.

Sondern als Eingeständnis, dass unsere bisherigen politischen und medialen Routinen den Gefahren unserer Zeit nicht gewachsen sind.

Weiß Wissenschaft mehr und wer bildete daraus ein Urteil?Im ersten Beitrag ging es um die erstaunlich frühe Gewissheit d...
08/08/2026

Weiß Wissenschaft mehr und wer bildete daraus ein Urteil?

Im ersten Beitrag ging es um die erstaunlich frühe Gewissheit der Corona-Zeit. Diesmal interessiert mich, was weiter geschah: Was machte die Wissenschaft eigentlich mit diesem neuen Virus – und was hatten ihre Ergebnisse mit den Maßnahmen zu tun, die schließlich unser aller Leben bestimmten?

Die riesige Dimension ist schwer vorstellbar. Bis zum Frühjahr 2021 waren bereits rund 160.000 wissenschaftliche Arbeiten zu COVID-19 erschienen. Zeitweise kamen Hunderte am Tag hinzu. Milliarden wurden in Forschungsprogramme gelenkt. Innerhalb weniger Monate richtete sich ein erheblicher Teil des internationalen Wissenschaftsbetriebs auf ein einziges Thema.

Eine ungeheure Fokussierung.

Und dennoch entstand daraus erstaunlich wenig Orientierung.

Es wurde sequenziert, modelliert, gerechnet, beobachtet und getestet. Ergebnisse widersprachen einander, wurden korrigiert oder durch neue Varianten überholt. Über Aerosole wurde gestritten, über Masken, Schulen, Infektiosität und Medikamente. Modelle mussten Entwicklungen vorhersagen, für die es noch keine Erfahrung geben konnte.

Das ist zunächst kein Skandal. So sieht Wissenschaft aus, wenn sie unter größtem Zeitdruck Neuland betritt.

Merkwürdig ist etwas anderes.

Denn ganz so neu war dieses Land nicht.

Jeder Mensch hat Erfahrung mit Virusinfektionen. Eltern wissen, was geschieht, wenn kleine Kinder Kindergarten und Schule besuchen. Ein Infekt folgt dem nächsten, wandert durch Familien, ebbt wieder ab. Wir kennen Winter mit Atemwegsinfekten, unterschiedliche Krankheitsverläufe, Ansteckung durch Nähe und die besondere Gefährdung alter und kranker Menschen.

Für einen Arzt verdichtet sich diese Lebenserfahrung über Jahrzehnte zur klinischen Erfahrung.

Darüber hinaus gab es wissenschaftliches Vorwissen über respiratorische Viren, Coronaviren, SARS und MERS. Es existierten Pandemiepläne und sogar aktuelle Empfehlungen zu Kontaktbeschränkungen, Schulen, Quarantäne und Reisen.

SARS-CoV-2 war neu. Das Leben mit Viren war es nicht.

Eigentlich hätte deshalb eine einfache Frage über allem stehen müssen:

Was kennen wir bereits – und was ist bei diesem Virus tatsächlich anders?

Doch gerade diese ordnende Ebene ist im Rückblick erstaunlich schwer zu erkennen.

Stattdessen entstand eine gewaltige wissenschaftliche Maschinerie. Virologen untersuchten Viren. Epidemiologen berechneten Ausbreitung. Modellierer modellierten. Forschungsprogramme verteilten Geld. Wissenschaftler brauchten Drittmittel, Publikationen und Reputation. Politik brauchte schnelle Antworten. Medien brauchten klare Aussagen. Unternehmen hatten wirtschaftliche Interessen.

Dafür braucht es keinen großen Regisseur.

Ein solches System kann eine Richtung bekommen, ohne dass jemand das Ganze überblickt.

Natürlich wurden innerhalb dieses Systems Weichen gestellt. Einzelne Personen und Institutionen besaßen enorme Macht. Interessen spielten eine Rolle. Darauf wird noch zurückzukommen sein.

Aber zunächst erklärt sich ein erheblicher Teil des Schlingerkurses viel einfacher:

Es fehlten nicht die klugen Köpfe. Es fehlte der Kopf über den Köpfen.

Und damit stellt sich eine zweite, noch unbequemere Frage:

Was hatte diese Wissenschaft eigentlich mit den politischen Maßnahmen zu tun?

Denn Wissenschaft kann untersuchen, wie sich ein Virus verbreitet. Sie kann Risiken abschätzen und Szenarien modellieren. Sie kann aber nicht wissenschaftlich entscheiden, ob dafür Schulen geschlossen, Geschäfte stillgelegt, Kontakte verboten oder Grundrechte eingeschränkt werden sollen.

Das sind politische Entscheidungen.

Sie verlangen eine Abwägung von Infektionsschutz gegen Bildung, psychische und körperliche Gesundheit, wirtschaftliche Schäden, soziale Folgen und Freiheitsrechte – und all das unter erheblicher Unsicherheit.

Für viele dieser Fragen gab es 2020 gerade keine Evidenz in dem Sinne, in dem wir sie aus der evidenzbasierten Medizin kennen. Es gab Modelle, Beobachtungen, Analogien, Expertenurteile und vorläufige Daten.

Politik musste trotzdem entscheiden.

Der entscheidende Fehler lag deshalb vielleicht an einer anderen Stelle:

Aus wissenschaftlicher Beratung wurde wissenschaftliche Legitimation.

Aus „Unter diesen Annahmen halten wir diese Entwicklung für wahrscheinlich“ wurde allzu leicht:

„Die Wissenschaft sagt, dass wir das tun müssen.“

Damit bekam Wissenschaft eine Autorität, die ihre damalige Evidenz teilweise gar nicht tragen konnte.

Und genau hier fehlte etwas, das altmodisch klingt und doch anspruchsvoller ist als die nächste Studie:

Urteilskraft.

Die Fähigkeit, wissenschaftliche Befunde mit klinischer Erfahrung und Lebenserfahrung zusammenzubringen. Größenordnungen zu erkennen. Plausibilität zu prüfen. Nebenwirkungen mitzudenken. Unsicherheit auszuhalten. Und dann verantwortlich zu entscheiden.

Keine Metaanalyse kann diese Leistung ersetzen.

Vielleicht liegt darin ein Schlüssel zum Verständnis der Corona-Zeit.

Wir hatten nicht zu wenig Wissenschaft. Wir hatten eine historisch einmalige Menge davon.

Was fehlte, war die souveräne Verbindung von Wissen und Erfahrung zu einem Gesamturteil.

Und genau das macht ein solches System anfällig.

Denn wo Tausende hochqualifizierte Akteure in unterschiedliche Richtungen arbeiten, Politik dringend Orientierung sucht und wissenschaftliche Autorität Entscheidungen legitimieren kann, haben diejenigen einen Vorteil, die sehr genau wissen, was sie wollen.

Dafür müssen sie nicht die gesamte Wissenschaft kontrollieren.

Es genügt, an den Stellen Einfluss zu gewinnen, an denen aus Wissen Autorität – und aus Autorität Entscheidung wird.

Darüber wird noch zu reden sein.

Für heute bleibt mir eine andere Lehre:

Wir leben nicht mehr in einer Zeit, in der Wissen knapp ist. Seit Corona ist seine Menge noch einmal explodiert, und mit künstlicher Intelligenz wird sie weiter wachsen.

Die knappere Ressource ist etwas anderes:

Urteilskraft.

Nicht alles neu lernen. Nicht alles glauben. Nicht alles verwerfen.

Sondern wissen, was wir schon wissen, erkennen, was wirklich neu ist – und beides wieder zu einem vernünftigen Ganzen zusammenbringen.

Widerspruch aufgelöst: Warum war die „Gewissheit“ vor der Erfahrung daDie heutigen Enthüllungen und Befragungen um Antho...
07/08/2026

Widerspruch aufgelöst: Warum war die „Gewissheit“ vor der Erfahrung da

Die heutigen Enthüllungen und Befragungen um Anthony Fauci berühren etwas, das mich seit 2020 nicht losgelassen hat. Nicht, weil ich Corona gleich für harmlos gehalten hatte. Sondern weil ich als Arzt von Anfang an einen Widerspruch erlebt habe, den ich damals nicht erklären konnte.

Ende 2019 verfolgte ich die Entwicklung in China. Ich war Truppenarzt und ging früh davon aus, dass diese Welle auch uns erreichen würde. Aus eigener Initiative organisierte ich Infektionsschutz in der Kaserne, noch bevor die allgemeinen Regelungen anliefen. Ich wollte auch einfach nicht als Erster mit dem neuen Virus angehustet werden und es ausbrüten.

Dann geschah etwas Merkwürdiges: Die praktische Auseinandersetzung mit einem unbekannten Erreger wurde sehr schnell von fertigen Vorgaben abgelöst. Es herrschte plötzlich eine erstaunliche Sicherheit darüber, wie gefährlich dieses Virus sei und was zu geschehen habe.

Aber die Erfahrung dazu gab es noch gar nicht.

Das erlebte ich wenig später noch deutlicher in meiner eigenen Praxis. Von Oktober 2020 bis in den Januar sah ich praktisch kein COVID. Später habe ich genügend Erkrankte und einige schwere Verläufe gesehen. Aber damals mussten wir Ärzte doch eigentlich erst lernen, was dieses Virus unter Menschen tatsächlich tat.

Gleichzeitig schien anderswo längst sehr genau bekannt zu sein, wovor man sich fürchtete.

Heute fügt sich dieses Bild für mich zusammen.

Fauci war keine Randfigur. Er stand an einer zentralen Schnittstelle jener amerikanisch finanzierten Coronavirusforschung, die über EcoHealth bis nach Wuhan reichte und um deren Einordnung als Gain-of-Function später so erbittert gestritten wurde.

Und genau hier liegt der entscheidende Unterschied:

Wer diese Forschung kannte, konnte wissen, auf welches Gefährdungspotenzial im Labor hingearbeitet worden war. Was im nächsten Schritt dann noch niemand wissen konnte, war, wie sich ein solcher Erreger „im Feld“ verhalten würde.

Das eine war Laborwissen. Das andere musste erst Erfahrung werden.

Damit erscheinen mir heute zwei Dinge, die 2020 merkwürdig nebeneinanderstanden, nicht mehr zufällig: die sehr frühe Angst vor dem Gefährdungspotenzial – und die ebenso frühe Abwehr der Laborfrage, die mit Schuld zu tun hat.

Der Lancet-Brief vom Februar 2020 bleibt dafür ein Schlüsseldokument. Eine wissenschaftlich offene Ursprungsfrage wurde als „Verschwörungstheorie“ markiert, lange bevor sie wissenschaftlich entschieden war.

Man wusste offenbar genug, um Angst zu haben. Aber man durfte nicht offen darüber sprechen, woher diese Angst kam.

Das ist für mich heute der Schlüssel zu vielem, was damals so inkongruent wirkte.

Und diese Inkongruenz hatte Folgen.

Wissenschaftliche Autorität, Politik und Medien erzeugten gemeinsam eine Deutungshoheit und Inszenierung, der große Teile von Wissenschaft und Ärzteschaft folgten. Die Bevölkerung aber verglich doch diese präsentierten Gewissheiten mit ihrer eigenen Erfahrung. Wo beides nicht zusammenpasste, entstand Misstrauen.

Die einen folgten. Die anderen lehnten schließlich alles alles aber auch alles ab.

Nur Corona war keine Lüge. Das Virus war real und gefährlich. Aber um Corona wurde gelogen.

Damit wurde noch viel viel mehr zerstört als Vertrauen. Es wurde eine historische Gelegenheit zum Lernen vertan.

Noch nie waren Viren für eine ganze Gesellschaft so sichtbar gewesen durch den Aufwand der Testerei. Wir hätten lernen können, wie Infektionen verlaufen, wie Übertragung funktioniert, wann Rücksicht und Hygiene sinnvoll sind – Wissen, das uns jeden Herbst und Winter nützen würde.

Und wir hätten lernen können, wie Wissenschaft wirklich funktioniert: beobachten, prüfen, zweifeln, korrigieren.

Stattdessen wurde eine Show der Gewissheit aufgeführt, Macht ausgespielt und aufgezwungen.

Diese Show hat die Menschen überhaupt nicht klüger gemacht, auch wenn sie offenbar hat gespielt werden müssen aus Faucis Notwendigkeiten heraus. Sie hat die Menschen dümmer gemacht.

Die einen lernten Gefolgschaft, die anderen Misstrauen.

Gelernt, selbst genau hinzusehen, haben zu wenige.

Das ist eine bitterere Hinterlassenschaft dieser Zeit.

Praxisbericht JuliNachdem wir bis Juni noch eigentlich fast jede Woche mehr geschafft hätten, als Patienten kamen, schlu...
31/07/2026

Praxisbericht Juli
Nachdem wir bis Juni noch eigentlich fast jede Woche mehr geschafft hätten, als Patienten kamen, schlug das dann um ab Juli. Quartalswechsel sind immer mit einem anderen Patientenaufkommen in Verbindung. Aber es scheint so, dass die Praxis inzwischen angekommen ist und wir uns erfolgreich neu aufgestellt haben mit dem Konzept, Sonderangelegenheiten und alle mögliche Nöte unkompliziert zu behandeln, egal wen, egal woher. Nun ist es eine Kunst, das richtige Maß zu finden, im Juli gab es einige Tage, da waren so viele Leute da, dass der Einzelne dann wahrscheinlich nicht auf eine Beratung in Bestform gestoßen ist. Aber wir beobachten das im Team und stellen uns darauf ein, der hohe Anspruch gilt und es soll für diejenigen die kommen eine absolut vertrauensvolle Einschätzung bei rauskommen im Bewusstsein, dass wir in einer allgemeinen Vertrauenskrise leben und das ein Teil der Krankheit aller geworden ist. Ich bin den vielen Patienten mit Fatigue eben für dieses Vertrauen extrem dankbar und lerne durch die Gespräche sehr viel, auch wenn die Möglichkeiten medizinischer Art nicht rosig sind. Dennoch ist ein besseres Gefühl da, auf welcher Strecke eventuell lohnenswerte Impulse gesetzt werden können, ob Vitalstoffe, Hormone oder eben in der Sichtweise oder am besten in der spirituellen Ausrichtung. Ich bin überzeugt, dass diese Welle an Fatigue den Hauptgrund darin hat, dass das Menschen- und Weltbild, das wir mindestens seit dem Jahr 2000 verfolgen falsch ist. Die Fatigue ist ein Ergebnis einer Ausrichtung des ganzen Wesens, leider trifft es nicht die, die für die allgemeine Bewusstseinsausrichtung die Protagonisten sind, sondern es trifft Andere und die finden kaum einen Halt und damit keinen Glauben. Glaube, Liebe, Hoffnung sind nicht umsonst die gelobten göttlichen Tugenden - wo sind sie geblieben? Man kann sie als Einzelner wieder finden und dabei will unsere Praxis helfen. In dem Sinne ist bei uns auch keiner urlaubsreif, aber was nun einmal so geplant war, dass soll jetzt auch so sein! :-) Bis bald - herzliche Grüße aus Berga

Deutsche Untertitel einschalten und anschauen. Das Ausmaß und die Dreistigkeit sind unglaublich. Es darf aber nicht dazu...
30/07/2026

Deutsche Untertitel einschalten und anschauen.

Das Ausmaß und die Dreistigkeit sind unglaublich. Es darf aber nicht dazu führen, dass man nichts mehr glaubt. Die Fragen werden in dem Video klug gestellt.

Es sollte dazu führen, wieder innerlich zu wachsen und wirklichen Halt zu finden. Menschen, die vor uns lebten waren weiser. Die Anstrengung zu Moral und Tugend muss jeder wieder auf sich nehmen. Jeder und nicht nur die anderen oder nur fauci. Das wäre die falsche Schlussfolgerung.

Sen. Rand Paul questions Dr. Anthony Fauci, who pleads the Fifth Am...

Erste Ankündigung, der Countdown läuft bis zum Praxisurlaub, den ganzen Juli ist aber noch offene Zeit, nächsten Freitag...
22/07/2026

Erste Ankündigung, der Countdown läuft bis zum Praxisurlaub, den ganzen Juli ist aber noch offene Zeit, nächsten Freitag allerdings mit kleinen Einschränkungen aus besonderem Anlass!

🔥 Die Hitze als Herausforderung. Sie macht etwas sichtbar, das weit über den Sommer hinausgeht.Die Hitzewelle zeigt gera...
28/06/2026

🔥 Die Hitze als Herausforderung. Sie macht etwas sichtbar, das weit über den Sommer hinausgeht.

Die Hitzewelle zeigt gerade etwas, das im Alltag oft verborgen bleibt: Vielen Menschen fehlt körperliche Reserve. Schon kleine zusätzliche Belastungen reichen aus, damit der Kreislauf reagiert und alltägliche Aufgaben zur Anstrengung werden. Die spannende Frage lautet deshalb nicht nur: Wie kommen wir besser durch heiße Tage? Sondern: Wie entsteht eigentlich Belastbarkeit?

In den letzten Wochen habe ich mein Lauftraining verändert. Statt nur längere Strecken zu laufen, baue ich jetzt regelmäßig HIIT (High Intensity Interval Training) ein – kurze Sprints über 60 bis 100 Meter und dann wieder langsamer. Nicht mehr, um möglichst viele Kilometer zu sammeln, sondern um den Körper immer wieder bewusst an seine echte Leistungsgrenze zu führen.

Vielleicht ist der letzte Sprint lange her, es ist sehr ungewohnt dann, doch jeder kennt von früher noch diesen Moment. Nach wenigen Sekunden taucht ein schwer zu beschreibender innerer Widerstand auf. Kein echter Schmerz, kein wirklich versagender Muskel, sondern eher der mentale Impuls, wieder langsamer zu werden oder gleich aufzuhören. Man beginnt innerlich zu verhandeln: „Reicht das nicht für heute?“

Mich fasziniert dabei an der Stelle vor allem eine Frage:
Ist es wirklich der Körper, der seine Grenze erreicht hat? Oder entsteht dieser innere Widerstand anderswo – als eine Art unbewusster Schutzmechanismus des Gehirns?

Vieles spricht dafür, dass beides zusammenwirkt. Sicher ist jedoch: Wir generieren diesen Impuls unbewusst und halten ihn leichtfertig für unsere objektive Grenze. Deshalb folgen wir ihm automatisch, ohne ihn zu hinterfragen und lassen es bleiben, was uns da hin geführt hat. Und genau hier könnte einer der wichtigsten Effekte intensiven Trainings liegen.

Nicht nur Muskeln, Herz und Lunge passen sich an. Auch unser Verhältnis zu diesen Körperempfindungen verändert sich wieder. Aus einem automatischen „Ich kann nicht mehr“ wird immer häufiger ein bewussteres „Ich kann noch etwas mehr.“ Irgendwann entsteht daraus sogar Freude, Stärke, Selbstvertrauen. An der Anstrengung und an der Erfahrung, dass Körper und Geist beginnen, zusammenzuarbeiten statt gegeneinander - erwächst etwas. Aus Misstrauen wird Vertrauen.

Auch die Biologie passt zu diesem Bild. Intensive Belastungen gehören zu den stärksten Reizen für Anpassungsprozesse. Herz und Kreislauf arbeiten effizienter, das Blutvolumen nimmt zu, die Thermoregulation verbessert sich und auch die Mitochondrien – die Kraftwerke unserer Zellen – passen sich an. Der Organismus lernt, Energie effizienter bereitzustellen und baut Schritt für Schritt mehr Reserve auf.

Vielleicht denken wir deshalb bei jeglicher Erschöpfung manchmal zu sehr vom Defizit her. Wir fragen: „Warum fehlt mir Energie?“ Vielleicht sollten wir genauso häufig fragen: „Welche Reize braucht mein Körper, um wieder mehr Energie bereitzustellen?“ Ja!

Während dieser Hitzewoche ist mir etwas aufgefallen: Je häufiger ich im Training bewusst an meine "Leistungsgrenze" gegangen bin, desto seltener hatte ich im Alltag das Gefühl, an meine "Belastungsgrenze" zu geraten. Die Temperaturen waren dieselben. Aber mein Körper verfügte über erheblich mehr Reserve.

Natürlich ist intensives Training nicht für jeden geeignet und muss zum individuellen Gesundheitszustand passen. Die grundsätzliche Idee halte ich jedoch für unbedingt bemerkenswert:

Belastbarkeit entsteht selten dadurch, dass wir jede Anstrengung vermeiden. Sie entsteht, wenn wir unserem Körper regelmäßig die Gelegenheit geben, stärker zu werden! Geben Sie Ihrem Körper die Gelegenheit sich zu bewähren?

Die große Hitzewelle geht langsam zu Ende. Vielleicht sind die kommenden kühleren Tage ein guter Zeitpunkt, dem eigenen Körper wieder etwas mehr zuzutrauen. Nicht aus falschem Ehrgeiz. Sondern um Reserve, Vermögen, Regulationsstärke aufzubauen – für den nächsten heißen Tag, für stressige Wochen und für die Herausforderungen des Alltags.

Mich würde interessieren: wann habt ihr diesen inneren Widerstand beim Sport - den "inneren Schweinehund" zuletzt wahrgenommen und angetestet? Und ließ sich die Beziehung zu ihm mit der Zeit verändern?

Frankfurter Kongressimpuls: Reizdarm – ein Phänomen bekommt ein neues GewichtLange Zeit galt „Reizdarm“ als Verlegenheit...
25/06/2026

Frankfurter Kongressimpuls: Reizdarm – ein Phänomen bekommt ein neues Gewicht

Lange Zeit galt „Reizdarm“ als Verlegenheitsdiagnose: Beschwerden ja – aber nichts Greifbares zu finden.

Dieses Bild verändert sich gerade grundlegend.

Auf dem Longevity-Kongress hat die Mikrobiom-Expertin Simone Kumhofer eindrucksvoll gezeigt, wie eng Darmmikrobiom, Immunsystem, Leberstoffwechsel und unsere zelluläre Energieversorgung (Mitochondrien) miteinander vernetzt sind.
Der Darm ist weit mehr als ein Verdauungsorgan. Billionen von Mikroorganismen produzieren Stoffwechselprodukte, die unser Immunsystem modulieren, mit der Leber kommunizieren und direkt unsere Energieproduktion beeinflussen. Gerät dieses empfindliche Ökosystem aus dem Gleichgewicht, entstehen nicht nur Verdauungsprobleme. Häufig kommen Erschöpfung, Leistungseinbußen und chronische Entzündungen hinzu.
Das passt zu meinen eigenen Beobachtungen: Viele Patienten mit ausgeprägter Erschöpfung hatten bereits lange vor der eigentlichen Fatigue subtile Hinweise auf ein gestörtes Mikrobiom.
Deshalb sehe ich den Beizdarm heute mit ganz anderen Augen. Er ist für mich kein Endpunkt der Diagnostik mehr, sondern der Anfang einer deutlich erweiterten Betrachtung.

Warum die klassische Diagnostik oft nicht ausreicht

Die Stärke der Gastroenterologie liegt in der Endoskopie (Darmspiegelung) – unverzichtbar bei Entzündungen, Polypen oder Tumoren. Allerdings wird der Darm dafür komplett entleert. Genau der funktionelle Zustand, in dem der Patient seine Beschwerden hat (Füllung, Gasverteilung, Motilität), verschwindet dadurch.
Hier kann die Darmsonographie (Ultraschall des Darms) eine wertvolle Ergänzung sein. Sie zeigt den Darm in seinem natürlichen, gefüllten Zustand und lässt funktionelle Veränderungen sichtbar werden: Welcher Abschnitt ist betroffen? Wie verändert sich die Wand? Gibt es Hinweise auf gestörte Motilität?

Ernährung wird zum zentralen Therapiehebel

Wer versteht, dass wir mit jeder Mahlzeit nicht nur uns selbst, sondern vor allem unser inneres Ökosystem ernähren, gewinnt eine völlig neue Handlungsebene.
Die Mikroorganismen im Darm produzieren Substanzen, die unter anderem die Darmschleimhaut ernähren. Ist diese Ernährung gestört, verändert sich der Darmtonus – es entsteht ein Teufelskreis. Viele Betroffene spüren intuitiv, dass Ernährung entscheidend ist, wissen aber oft nicht, in welche Richtung sie verändern sollen.

Neue Perspektive, mehr Eigenverantwortung

Ich bin überzeugt: Der Begriff „Reizdarm“ wird in den nächsten Jahren deutlich aufgewertet. Weg vom Sammelbegriff für „nichts gefunden“, hin zu einem Hinweis auf ein gestörtes Zusammenspiel von Mikrobiom, Immunsystem und Stoffwechsel.
Das ist eine gute Nachricht. Denn es bedeutet: Viele Menschen können aktiv etwas verändern – durch Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stressmanagement und bewusste Lebensführung. Der Arzt isst nicht für uns, wir mit unsere Gewohnheiten sind es. Und oft sind es nicht einmal „wir selbst“, die bestimmte Essenswünsche haben, sondern die Signale unserer Darm-Hirn-Achse geben unbemerkt Kommando und beeinflussen die Auswahl durch Heißhunger.

Mit der Darmsonographie versuche ich, diese funktionellen Zusammenhänge sichtbarer und für Patienten nachvollziehbar zu machen – nicht als Ersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung zur klassischen Diagnostik.

Wir stehen erst am Anfang einer spannenden Entwicklung: weg von der reinen Symptombehandlung hin zu einem tieferen Verständnis unseres inneren Ökosystems.
Reizdarm beschreibt dann nicht mehr das Ende der Diagnostik – sondern den Beginn einer zeitgemäßen Reise zu mehr Tiefgang und besserem Selbstverständnis.

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