09/10/2026
Manche Begegnungen wirken noch lange nach.
Gestern Abend habe ich eine Frau kennengelernt, deren Lebensgeschichte mich tief berührt hat.
Später hörte ich ihren Podcast. Und während sie erzählte, kamen mir viele kleine Begegnungen aus den vergangenen zwei Jahren in den Sinn.
Gespräche aus meinen Workshops und aus den Frauenkreisen. Menschen, die viel Verantwortung tragen, für andere da sind und manchmal kaum noch wahrnehmen, wie sehr sie selbst gefordert sind.
Manche Sätze aus diesen Gesprächen beschäftigen mich bis heute.
Und irgendwann musste ich auch an mich selbst denken.
An die vielen Dinge, die ich gerade mit so viel Freude und Begeisterung aufbaue. An die Stunden am Bildschirm, die vielen Nachrichten, die Gedanken und Anliegen anderer Menschen.
Und daran, wie müde ich manchmal bin.
Ich höre gerne zu, fühle mit und möchte helfen. Aber auch meine Energie hat Grenzen.
Dabei ist es mir in meiner Arbeit so wichtig, Menschen dafür zu sensibilisieren, ihre eigenen Bedürfnisse und die oft leisen Signale ihres Körpers wahrzunehmen.
Gestern Abend wurde mir bewusst, dass ich selbst wieder genauer hinhören darf.
Unser Körper muss nicht erst laut werden, damit wir beginnen, ihm zuzuhören.
Und so habe ich mir etwas vorgenommen: Jeden Tag eine Stunde nur für mich.
Mit einem Buch, draußen in der Natur oder einfach mit meiner Lieblingskuscheldecke auf dem Sofa.
Während ich diese Zeilen schreibe, schaue ich aus dem Fenster. Es ist grau, ein richtiger Herbstmorgen.
Und plötzlich denke ich: Wie lange war ich eigentlich schon nicht mehr im Regen spazieren?
Ich habe das immer so gerne gemacht.
Also werde ich mir heute meine Regenjacke anziehen und einfach losgehen. Ohne Ziel, ohne etwas erledigen zu müssen.
Nur für mich.
Vielleicht beginnt Selbstfürsorge manchmal genau so. Mit einem Gedanken, dem wir endlich wieder Raum geben.
Und du? Wann hast du dir das letzte Mal wirklich zugehört? 🌿