11/03/2018
Bouldern als aktive Form von Stressbewältigung
Warum suchen wir eine aktive Betätigung um Stress abzubauen?
Warum nicht einfach still zur Ruhe kommen?
Weil, ob wir wollen oder nicht, unser Körper in einer stressigen Situation Kaskaden höchst sinnvoller Reaktionen in Gang setzt, die, um nicht stecken zu bleiben, nach angemessenen körperlichen Aktivitäten verlangen.
Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren Achse flutet uns zuerst mit Adrenalin und dann, auf längere Sicht mit Cortisol. Wir sind in höchstem Maße zur (lebensrettenden) Aktion bereit. Da haben wir den Salat: Die Aktion findet nicht statt. Keine Kämpfe von Angesicht zu Angesicht, kein Wegrennen so schnell uns die Beine tragen.
Die Verhältnisse haben sich halt geändert, von der Steinzeit bis heute.
Der biologische Abbau von Hormonen hat sich aber nicht verändert. Der setzt ein, wenn das Hormon seine Botschaft überbracht hat, wenn die entsprechende Reaktion in Gang gesetzt ist.
Also bleibt das Cortisol in unseren Adern, läßt die Faszien kontrahieren, läßt die Stimmung schwanken und verschiebt unsere Sympathovagale Balance in Richtung Sympathikusaktivität.
Hallo Zivilisationskrankheiten.
Warum nun bouldern?
Weil wir damit unserem Körper nicht nur eine zeitverzögerte Möglichkeit des Abreagierens bieten, das macht ja jede andere körperliche Betätigung auch, sondern weil das Bouldern eine ganze Reihe selbstgewählter und selbst dosierter Stressoren bietet, die während des Trainings in Erfolgserlebnisse, d.h. In Eustress umgewandelt werden können. Als solcher haben sie dann höchst positive Wirkungen auf Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit.
Die verschiedenen Ebenen sind:
Höhenangst:
schon bei der geringen Höhe von 2,50m setzt eine echte Angst ein. Man möchte nicht runter fallen, und das schafft man auch. Es besteht keine echte Gefahr, aber eine gefühlte Gefahr. Diese gemeistert zu haben belohnt der Körper mit Glückshormonen.
Motorische Herausforderungen:
Unsere lieb gewordenen Bewegungsmuster helfen uns nicht weiter. Wir müssen mit den Gliedmaßen experimentieren, das Gehirn feuert und sucht nach neuen Bewegungsabläufen. Anfangs erleben uns vielleicht als kraftlos, ohne Gefühl für Balance, als ungelenkig. Und plötzlich schaffen wir es doch! Ein Triumph und eine Flut von Glückhormonen sind der Lohn.
Soziale Anerkennung:
Wir sind ja nicht allein in der Halle. Die anderen klettern viel besser. Welche Blamage! Hier ist es gut, dass wir in der Gruppe sind. Im Team fühlen wir uns aufgehoben. Gemeinsam experimentieren wir an schwierigen Stellen, geben uns Ratschläge und gucken voneinander ab. Das Team wächst zusammen und es entstehen Gefühle echter Verbundenheit.
Bouldern versetzt den gesamten Bewegungsaparat in Bewegung. Ohne monotone Wiederholungen und daraus resultierendem Verschleiß am Bewegungsaaparat. Jeder Muskel und jede Faszie kommt zum Einsatz. Die Gelenke werden in ihrem gesamten Bewegungsspielraum ausgelastet. Und es macht Spaß.
Danach, wenn das verschwitzte T-Shirt in der Waschmaschine ist und wir uns Ruhe verdient haben, dann ist es Zeit für Stille und Innenschau. Zeit für Müßiggang oder Meditation, Entspannung und Regeneration. Dann überlassen wir uns den parasympathischen Anteilen unseres Nervensystems. Voller Zuversicht, dass wir nachts gut schlafen und am nächsten Morgen stressfrei aufwachen werden.
2,5 Stunden angeleitetes Bouldern inkl. Erwärmung, Lockerungen und Nachspür-Meditation.
Gruppen bis max. 8 Personen
150,00 €
zuzüglich Eintritt in die Halle & Leihgebühr Schuhe: 12,00 p.P.