03/08/2026
Ende Juni hat die Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" ihr Gutachten vorgelegt – 56 Empfehlungen im Auftrag von Familienministerin Karin Prien. Was fehlt: eine klare gesetzliche Altersgrenze für Social Media.
Die Psychotherapeutenkammer Berlin sagt deutlich: Das reicht nicht und bleibt teils zu vage. 🧵
In den Praxen zeigt sich längst ein Muster: soziale Isolation, Ängste, Schlafstörungen, Essstörungen, Depressivität bei Kindern und Jugendlichen, die selbst den Zusammenhang zu den immer gleichen Plattformen herstellen.
Bemerkenswert dabei: In der Kommission saß keine einzige Psychotherapeutin, kein einziger Psychotherapeut – die Berufsgruppe, die täglich mit genau diesen Folgen konfrontiert ist.
Unsere Position:
➡️ Nicht das Kind soll sich rechtfertigen, warum es kein Smartphone hat.
➡️ Die Plattform soll erklären, warum sie für 12-Jährige geöffnet bleibt.
Australien zeigt: Ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige ist nicht perfekt umsetzbar – aber es gibt Eltern endlich Rückhalt, wenn sie dem Druck ihrer Kinder standhalten wollen. Genau diesen Rückhalt brauchen auch Familien bei uns.
Unsere Forderungen im Überblick:
🔹 Verbindliches Verbot suchtfördernder Designs für Minderjährige
🔹 Altersgestuftes Zugangsmodell (0/14/16 Jahre) mit echter Altersverifikation 🔹 Ausbau statt Kürzung psychotherapeutischer Versorgung für Kinder und Jugendliche
🔹 Datentransparenz der Plattformen gegenüber unabhängiger Forschung
🔹 Kinder und Jugendliche aktiv einbinden
„Es gibt keine einfache Lösung. Aber es mangelt weiterhin am politischen Willen." – Anna Heike Grüneke, Vorstand PtK Berlin
Damit am Ende nicht das Kind mit dem Smartphone allein bleibt.