Forest Stable - pferdegestützte Interventionen Reittherapie / Anett Scholz

Forest Stable - pferdegestützte Interventionen  Reittherapie / Anett Scholz Wir sind ein Therapiehof, der für Kinder und Erwachsene mit Handicap Reittherapie, Reitpädagogik und pferdegestützte Therapie anbietet.

Die pferdegestützte Intervention wird als begleitende ressourcenorientierte Therapie eingesetzt. In physiologischer, psychischer und sozialer Sicht erfahren Menschen in der tiergestützten Therapie oft positive Effekte und eine Verbesserung ihres körperlichen Wohlbefindens. Pferdegestütze Therapie kann unterstützend sein bei:
- körperlichen Einschränkungen
- psychischen Störungsbildern
- Verhaltens

auffälligkeiten
- Therapiemüdigkeit
- multipler Sklerose
- geistiger Behinderung
- Kommunikationsproblemen
- Autismus Spektrum Störung

und auch für Kinder mit:
- Wahrnehmungsstörungen
- ADS/ADHS
- Sprachproblemen/Lernschwäche
- Störungen im Sozialverhalten
- Übergewicht/Untergewicht (Essstörungen)

Wenn Sie nicht ganz sicher sind, ob die pferdegestützte Therapie Ihren Vorstellungen entspricht, vereinbaren Sie bitte einen Informationstermin. Wir helfen gern bei der Auswahl einer geeigneten Therapieform.

Wie recht du hast
18/08/2026

Wie recht du hast

10 Gründe, warum ich ein Pferd habe – und 10 Gründe, warum ich es vielleicht besser lassen sollte

Manchmal frage ich mich, warum ich eigentlich ein Pferd habe. Meistens dann, wenn es regnet, der Stall voller Schlamm ist und mein Pferd mich anschaut, als wäre allein ich für das Wetter verantwortlich.

Aber fangen wir mit den guten Gründen an.

10 Gründe, warum ich ein Pferd habe:

1. Weil ein Pferd mir immer wieder zeigt, was Vertrauen wirklich bedeutet.

2. Weil es mich dazu bringt, an die frische Luft zu gehen, freiwillig oder mit sanftem Nachdruck.

3. Weil kein Fitnessstudio der Welt so abwechslungsreich ist wie ein Stalltag.

4. Weil Pferde nicht danach fragen, ob ich erfolgreich, wichtig oder gut angezogen bin.

5. Weil ich bei ihnen zur Ruhe komme, selbst wenn sie gerade beschlossen haben, heute nicht zur Ruhe zu kommen.

6. Weil ein guter Ritt länger im Herzen bleibt als jeder Ärger im Alltag.

7. Weil Pferde ehrlich sind. Manchmal erfreulich ehrlich, manchmal etwas unangenehm ehrlich.

8. Weil ich durch sie gelernt habe, genauer hinzusehen, besser zuzuhören und nicht immer sofort eine Antwort haben zu müssen.

9. Weil der Geruch von Pferd, Heu und Stall für mich mehr Heimat ist als manches Wohnzimmer.

10. Weil ein Pferd nicht einfach nur ein Tier ist. Es ist Partner, Lehrer, Trainingsgerät, Therapeut und gelegentlich auch ein sehr teurer Landschaftsgärtner.

Und nun zur anderen Seite der Wahrheit.

10 Gründe, warum ich es vielleicht besser lassen sollte:

1. Weil mein Geldbeutel regelmäßig leise weint.

2. Weil Pferde grundsätzlich dann krank werden, wenn der Tierarzt Wochenenddienst hat.

3. Weil ich mehr Decken für mein Pferd besitze als Jacken für mich.

4. Weil ich vor dem Stall noch sauber aussehe und danach den Eindruck mache, ich hätte in einem Schlammloch übernachtet.

5. Weil Heu offenbar die Fähigkeit besitzt, gleichzeitig in meinen Schuhen, meiner Jacke, meinem Auto und später sogar in meinem Bett aufzutauchen.

6. Weil mein Pferd einen perfekt vorbereiteten Trainingsplan mit einem einzigen Blick komplett infrage stellen kann.

7. Weil ich ständig Dinge kaufe, die mein Pferd angeblich unbedingt braucht. Mein Pferd weiß davon meistens nichts.

8. Weil man als Pferdemensch nie einfach „nur kurz zum Stall“ fährt. Diese Zeitangabe existiert in der Pferdewelt nicht.

9. Weil Pferde sehr viel Platz benötigen und trotzdem am liebsten genau dort stehen, wo ich gerade entlangmöchte.

10. Weil ich ohne Pferd vermutlich mehr Geld, mehr Zeit und ein deutlich saubereres Auto hätte.

Und trotzdem würde mir etwas fehlen, das sich weder mit Geld noch mit Freizeit aufwiegen lässt.

Denn alle vernünftigen Gründe, es sein zu lassen, verlieren in dem Moment an Bedeutung, in dem mein Pferd mir entgegenkommt, leise schnaubt und ich wieder weiß, warum ich diesen ganzen Wahnsinn überhaupt mitmache.

Wie ist es bei euch? Welcher Grund spricht für euer Pferd – und welcher bringt euch manchmal dazu, kurz an eurem Verstand zu zweifeln?

Tommy

🫶
08/08/2026

🫶

An alle Pferde dieser Welt
Ein Brief von Tommy Freundlich

Ihr tragt so viel mehr,
als nur Sattel und Reiter.
Ihr tragt Geschichten.
Gedanken.
Unausgesprochene Gefühle.
Manchmal sogar den Schmerz eines Menschen,
der ihn selbst nicht mehr halten kann.

Ihr seid nie laut –
aber ihr sprecht.
Mit euren Augen,
mit einem Atemzug,
mit einem einzigen Schritt zurück,
wenn etwas nicht stimmt.

Ihr habt so vielen vertraut,
die euch nicht verstanden haben.
Ihr habt getragen,
gehorcht,
gewartet –
oft über eure Grenzen hinaus.
Weil ihr Hoffnung wart,
für Menschen,
die oft selbst keine mehr hatten.

Und trotzdem –
ihr bleibt.
So oft.
So stark.
So still.

Dieser Brief ist für euch.
Für die, die nie gehört wurden.
Für die, die weggesperrt,
überfordert oder übersehen wurden.
Für euch,
die trotzdem sanft geblieben seid,
wo Härte vielleicht verständlich gewesen wäre.
Ihr habt mehr verdient.
Mehr Zeit.
Mehr Respekt.
Mehr Zuhören.
Mehr „Ich sehe dich“
und weniger „Funktionier für mich“.

Ich weiß, ich kann nicht für alle sprechen.
Aber ich verspreche euch:
Es gibt Menschen,
die lernen wollen.
Die euch zuhören.
Die euch nicht zähmen,
sondern euch begegnen wollen.
Und wir werden mehr.
Langsam.
Aber mit offenem Herzen.
Für euch.
Weil ihr es verdient.

Euer
Tommy

Wenn ihr auch diese Gedanken habt, teilt diesen Brief und bitte abonniert meine Seite um Pferden eine Stimme zu geben 🙏

07/08/2026

Wir Menschen müssen aufhören,
Pferde für Dinge zu bestrafen,
die sie nicht verstehen.

Vielleicht haben wir sie nicht verstanden, oder haben es ihnen nicht richtig gezeigt.

Wir müssen lernen uns selbst zu spiegeln und beim abfragen der Fehler, bei uns anfangen…

Zu diesem Thema gibt es ein Taschenbuch und E-Book von mir.

Das Pferd als Spiegel des Menschen

Setze den Link zum Buch in die Kommentare

03/08/2026

Danke dass Du hier warst und uns gelehrt hast mit Pferden zu sprechen 🥰

01/08/2026

Du kannst ein Pferd brechen,
oder du kannst es gewinnen.

Nicht mit Druck. Nicht mit Angst.
Sondern mit Achtung, mit Würde, mit echter Präsenz.
Ethischer Umgang bedeutet nicht, Regeln zu befolgen,
sondern Verantwortung zu übernehmen –
für ein Lebewesen, das keine Stimme hat,
und dir trotzdem jeden Tag Vertrauen schenkt.
Ein Pferd schuldet dir nichts.
Du bist es, der sich sein Vertrauen verdienen muss.
Immer wieder.
Still, geduldig, ehrlich.
Denn wahre Größe zeigt sich nicht in Kontrolle.
Sondern im Loslassen.
Im Zuhören.
Im Verstehen.
„Das Herz eines Pferdes erobert man nicht mit Zwang,
sondern mit Würde, Geduld und Respekt.“
Dies ist mein Leitfaden im Umgang und Training mit meinen Pferden.

Bitte teilt diesen Beitrag und vergesst nicht meine Seite zu abonnieren

Denkt bitte auch an meine Bücher.
Den Link dazu setze ich wie immer in die Kommentare.

28/07/2026

Wann ist der richtige Moment, ein Training zu beenden?
Ein gutes Training endet mit Verbindung, nicht mit Erschöpfung!

Der richtige Zeitpunkt, ein Training mit deinem Pferd zu beenden, ist oft früher, als man denkt. Für mich endet eine Einheit nicht erst dann, wenn alles perfekt war, sondern dann, wenn mein Pferd mir zeigt: „Ich habe verstanden, ich habe mich bemüht, und ich bin noch bei dir.“ Genau dieser Moment ist wertvoll. Wenn ich merke, dass mein Pferd aufmerksam bleibt, eine Aufgabe besser ausführt als am Anfang oder einen kleinen Fortschritt macht, dann ist das für mich ein guter Zeitpunkt, aufzuhören. Denn Training soll nicht bedeuten, so lange weiterzumachen, bis die Kraft oder die Motivation nachlässt. Es soll mit einem Gefühl von Vertrauen, Ruhe und Erfolg enden.
Auch ich musste das erst mal lernen. Meine erste Trainerin war erst zufrieden wenn mein Pferd anfing zu schwitzen. auch in diesem Stall war es so, wenn du aus der Halle gekommen bist und dein Pferd war nicht nass, hieß es, na heute hast du aber nicht richtig gearbeitet. es hat lange gedauert bis ich verstanden habe, das Erschöpfung nicht gleich Training bedeutet.

Wir müssen auch von dem Gedanken wegkommen, dass eine Trainingseinheit immer 60 Minuten dauern muss. Nein, eine Einheit darf auch einmal nur 10 oder 20 Minuten lang sein. Entscheidend ist nicht die Uhr, sondern die Qualität der gemeinsamen Zeit. Wenn mein Pferd nach kurzer Zeit etwas gut verstanden hat, locker bleibt und motiviert mitarbeitet, dann kann genau das eine vollständige und wertvolle Einheit sein. Manchmal ist ein kurzes, positives Training viel nachhaltiger als eine lange Einheit, in der am Ende Konzentration, Freude oder Leichtigkeit verloren gehen.

Ich achte dabei sehr auf die Signale meines Pferdes. Wird es müde, unkonzentriert, hektisch oder innerlich angespannt, dann frage ich mich, ob ich vielleicht zu viel verlangt habe. Manchmal reicht schon ein kleiner guter Schritt: ein ruhiger Übergang, ein entspanntes Nachgeben, ein konzentrierter Moment oder einfach die Bereitschaft, mit mir zusammenzuarbeiten. Genau dann beende ich die Übung lieber positiv, anstatt noch „nur einmal“ weiterzumachen und vielleicht den schönen Moment wieder zu verlieren. Für mich ist es wichtig, dass mein Pferd das Training nicht mit Druck verbindet, sondern mit Klarheit, Fairness und einem guten Gefühl.

Ein Training zu beenden heißt für mich nicht, einfach aufzuhören und das Pferd wegzustellen. Wenn mein Pferd etwas gut gemacht hat, steige ich bewusst sofort ab, um ihm zu zeigen: Genau hier war es richtig. Genau dieser Moment war gut. Damit bekommt mein Pferd eine klare, faire Rückmeldung und kann verstehen, dass seine Antwort richtig war. Danach führe ich es noch entspannt, damit es sich strecken, durchatmen und die Einheit in Ruhe verarbeiten kann. So klingt das Training nicht abrupt aus, sondern endet weich, ruhig und verständlich. Auch meine eigene Energie verändert sich: Ich werde ruhiger, weicher und klarer, damit mein Pferd spürt, dass es gut gemacht hat.
Am Ende geht es nicht darum, wie lange ein Training dauert, sondern wie es sich anfühlt. Ein gutes Training endet nicht mit Erschöpfung, sondern mit Verbindung. Ich möchte, dass mein Pferd nach der Einheit zufrieden, verstanden und motiviert bleibt.

Wenn es beim nächsten Mal wieder gerne mit mir arbeitet, habe ich vieles richtig gemacht. Deshalb versuche ich, das Training immer dann zu beenden, wenn mein Pferd noch mit Freude dabei ist und wir gemeinsam einen positiven Abschluss finden können.

Bitte denkt an meine Bücher die bei Amazon erschienen sind.
Einfach Tommy Freundlich in die Suchleiste eingeben.
Dort findest du spannende Bücher zum Pferdethema.

Euer Tommy

07/07/2026

ACHTUNG ‼️ Jungfüchse allein unterwegs 🦊

Jetzt fängt die gefährliche Zeit an, in der die Mütter ihre Fuchskinder (zuerst die Rüden) allein in die Welt schicken, um eigene Reviere zu finden. Das ist ein ganz natürlicher Ablauf, um Inzucht zu vermeiden.

Daher laufen in der Stadt jetzt kleine Füchse teilweise orientierungslos umher und müssen erst ihren Platz finden und erobern.

Immer eine Zeit, in der wir als Menschen noch mehr aufpassen müssen, damit sie nicht unter die Räder kommen. Bitte habt ein Auge auf die Kleinen und ruft gern im Zweifelsfall an, damit wir gemeinsam schauen können, ob ein Jungtier Hilfe oder Unterstützung braucht. Danke 🙏🦊❣️

Danke für das tolle Foto eines Jungfuchses in Berlin ☺️🦊

©Dieter Graetsch

22/05/2026

An diejenigen, die in den nächsten Tagen in den Wald eilen, um zu wandern, und die glauben, alles über die Natur zu wissen. Die Rehe bringen gerade ihre Kitze zur Welt. Auch wenn das kleine Kitz für dich allein und verlassen aussieht, ist dies nicht der Fall: Seine Mutter ist aus Angst vor dir gegangen und wird später wiederkommen, wenn keine Gefahr mehr besteht. Berühren Sie sie vor allem nicht, denn wenn ein Mensch ein Kitz berührt, kann es von seiner Mutter verlassen werden. Wenn ein Kitz den Weg eines Hundes kreuzt, kann es sterben. Also bei Ihren Waldspaziergängen ist der Hund an der Leine, und auch wenn er angeblich nicht weit kommt, ist er an der Leine, das ist alles! Zumal die Tiere seit zwei Monaten neue Gewohnheiten angenommen haben und die Neugeborenen den Menschen offensichtlich überhaupt nicht kennen. Seien Sie also bitte vorsichtig und vergessen Sie nicht, dass die meisten Wälder Privateigentum und daher verboten sind. Also respektiere sie ein bisschen und hör auf, egoistisch zu sein. Gute Spaziergänge!

13/05/2026
13/05/2026

Wenn Pferde alt werden

Wenn Pferde alt werden, verändert sich etwas. Nicht plötzlich, nicht von heute auf morgen, sondern leise und oft fast unbemerkt. Der Schritt wird langsamer, das Aufstehen vielleicht schwerer, um die Augen und am Maul zeigt sich mehr Grau, der Rücken verliert an Kraft und manche Bewegungen wirken vorsichtiger als früher. Vielleicht dauert der Fellwechsel länger, vielleicht fällt das Kauen schwerer oder das Pferd nimmt ab, obwohl es genug Futter bekommt. Und irgendwann steht man vor seinem Pferd, sieht es an und spürt: Die Zeit ist weitergegangen.
Dieser Moment kann wehtun, denn vor einem steht nicht einfach nur ein altes Pferd. Da steht ein Weggefährte. Ein Partner, der uns oft über viele Jahre begleitet hat. Ein Pferd, das unsere Stimme kennt, unsere Schritte, unsere Stimmungen. Ein Pferd, das uns getragen hat, nicht nur auf seinem Rücken, sondern oft auch durch schwere Zeiten. Es war da, wenn wir glücklich waren, und es war da, wenn wir traurig waren. Es hat gewartet, vertraut, gelernt, verziehen und gegeben, was es konnte. Und genau deshalb dürfen wir es nicht vergessen, wenn es alt wird.

Ein Pferd ist kein Sportgerät, das man ersetzt, wenn es nicht mehr funktioniert. Es ist kein Wesen, dessen Wert davon abhängt, ob man es noch reiten kann. Unsere Pferde waren jahrelang unsere Partner, und Partnerschaft endet nicht dort, wo Leistung endet. Gerade wenn ein Pferd alt wird, braucht es uns vielleicht mehr denn je. Nicht unbedingt für große Ausritte oder Trainingseinheiten, sondern für die kleinen Dinge, die plötzlich sehr wichtig werden: geduldiges Putzen, ruhige Spaziergänge, angepasstes Futter, regelmäßige Kontrolle von Zähnen, Hufen und Gelenken und ein achtsamer Blick auf Schmerzen, Gewicht und Wohlbefinden.

Wir müssen genauer hinsehen. Frisst mein Pferd noch gut? Kann es Heu richtig kauen? Nimmt es ab? Kommt es gut hoch? Wird es in der Herde verdrängt? Bewegt es sich gern? Hat es noch Freude am Leben? Alte Pferde zeigen oft nicht laut, wenn etwas nicht stimmt. Viele ertragen still, funktionieren weiter und halten aus. Umso wichtiger ist es, dass wir aufmerksam bleiben und bereit sind, Dinge zu verändern, wenn unser Pferd es braucht.
Doch neben all den praktischen Dingen gibt es etwas, das mindestens genauso wichtig ist: Ein altes Pferd soll sich nicht abgeschoben fühlen. Es soll nicht spüren müssen, dass es plötzlich weniger wert ist, nur weil kein Sattel mehr auf seinem Rücken liegt oder weil es nicht mehr leisten kann, was es früher geleistet hat. Es bricht mir das Herz, wenn Pferde, die jahrelang alles gegeben haben, irgendwann nur noch „Rentner“ sind, die irgendwo mitlaufen, aber emotional kaum noch gesehen werden. Wenn aus dem täglichen Partner ein Pferd wird, das man „halt noch hat“.

Dabei kann man so viel mit einem alten Pferd machen. Man kann ihm Zeit schenken. Ruhe. Nähe. Sicherheit. Man kann es putzen, mit ihm spazieren gehen, einfach bei ihm stehen und ihm zeigen: Du bist immer noch wichtig. Du bist nicht weniger wert, nur weil du nicht mehr leisten musst. Du bist immer noch du. Mein Pferd. Mein Freund. Ein Teil meines Lebens.

Vielleicht verändert sich die Beziehung im Alter sogar auf eine besondere Weise. Sie wird stiller, tiefer und ehrlicher. Sie besteht nicht mehr aus Erwartungen, Zielen oder Leistung, sondern aus Vertrauen, Dankbarkeit und Verbundenheit. Ein altes Pferd braucht keinen Menschen, der es bemitleidet. Es braucht einen Menschen, der es achtet. Einen Menschen, der nicht fragt: „Was kann mein Pferd noch für mich tun?“, sondern: „Was kann ich jetzt für mein Pferd tun?“

Natürlich ist es nicht immer leicht, ein altes Pferd zu begleiten. Man sieht, dass die gemeinsame Zeit nicht endlos ist. Man muss Entscheidungen treffen, die weh tun. Irgendwann kann auch die Frage kommen, wann es Zeit ist loszulassen. Und auch das gehört zur Verantwortung. Ein Pferd würdevoll alt werden zu lassen bedeutet nicht, um jeden Preis festzuhalten. Es bedeutet, ehrlich hinzusehen, Schmerzen ernst zu nehmen und das Wohl des Pferdes über den eigenen Wunsch zu stellen.

Aber bis zu diesem Moment verdient es jeden einzelnen Tag unsere Liebe, unsere Fürsorge und unseren Respekt. Nicht nur, solange es stark ist. Nicht nur, solange es reitbar ist. Sondern gerade dann, wenn es langsamer wird, grauer wird und mehr Hilfe braucht. Denn dieses Pferd hat uns Jahre seines Lebens geschenkt, vielleicht sogar seine besten Jahre. Wenn es alt wird, ist es an uns, etwas zurückzugeben. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Liebe.

Ein Pferd auf das Abstellgleis zu stellen, nur weil es alt geworden ist, kommt für mich nicht infrage. Das hat es nicht verdient. Kein Pferd hat das verdient. Wer jahrelang Partner war, darf am Ende nicht zur Nebensache werden. Wenn Pferde alt werden, brauchen sie Menschen mit Herz. Menschen, die bleiben. Denn wahre Partnerschaft zeigt sich nicht nur am Anfang, wenn alles leicht ist. Sie zeigt sich vor allem dann, wenn unser Pferd uns braucht.

Und vielleicht ist genau das der größte Liebesbeweis, den wir ihm geben können: da zu sein. Bis zuletzt.

Wie würdet ihr damit umgehen, oder habt ihr ein altes Pferd?
Schreibt doch mal eure Geschichte in die Kommentare.

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