06/08/2026
Menschen kommen, Menschen gehen.
In den vergangenen zwei Jahren durfte ich erfahren, wie viel Kraft ehrliche Beziehungen geben können. Manche Menschen begleiten mich bis heute, andere waren nur für einen bestimmten Abschnitt meines Weges da. Ich habe neue Freunde gefunden, Vertrauen aufgebaut und viel Unterstützung erfahren.
Ich wurde aber auch von Menschen enttäuscht, denen ich es am wenigsten zugetraut hätte. Ausgerechnet dort, wo ich lange Halt und Sicherheit gefunden hatte, entstanden Situationen, die meine Abstinenz und damit mein neues Leben gefährdeten.
Ich musste lernen, dass ein Mensch, eine Gemeinschaft oder ein Ort nicht für immer gut für mich bleiben muss, nur weil er mir früher einmal geholfen hat. Etwas kann in einer bestimmten Lebensphase wichtig gewesen sein und sich später trotzdem verändern.
Mich von wichtigen Ankerpunkten zu trennen, war schmerzhaft. Dennoch weiß ich heute: Kein Mensch, keine Verbundenheit und keine gemeinsame Vergangenheit darf wichtiger sein als meine Abstinenz.
Früher hätte ich vermutlich an solchen Beziehungen festgehalten, meine eigenen Bedürfnisse zurückgestellt und versucht, es allen recht zu machen, nur um nicht wieder allein zu sein. Heute lerne ich, Grenzen zu setzen und loszulassen, wenn etwas meine Stabilität gefährdet.
Das bedeutet nicht, dass die gemeinsame Zeit wertlos war. Es bedeutet auch nicht, dass ich vergessen habe, wer mir einmal geholfen hat. Es bedeutet lediglich, dass ich inzwischen Verantwortung für mich und mein Leben übernehme.
Menschen kommen, Menschen gehen. Manche hinterlassen schöne Erinnerungen, andere schmerzhafte Erkenntnisse. Beides gehört zu meinem Weg.
Und manchmal ist Loslassen kein Aufgeben, sondern Selbstschutz.