Praxis für Psychotherapie Andreas Bliesener

Praxis für Psychotherapie Andreas Bliesener Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von Praxis für Psychotherapie Andreas Bliesener, Psychologische Einrichtung, Erlenkamp 5, Braunschweig.

07/09/2026

Psychowelle 785:
DIE LAST DER SORGEN:
LEBEN MIT GENERALISIERTER ANGSTSTÖRUNG

WENN SORGEN ZUM LEBENSBEGLEITER WERDEN
Anna, 36 Jahre alt, wacht morgens auf – und noch bevor sie ihre Augen richtig geöffnet hat, schwirren ihr bereits Dutzende Gedanken durch den Kopf. "Habe ich gestern etwas Falsches gesagt?" "Was, wenn meinem Partner auf dem Weg zur Arbeit etwas passiert?" "Wie soll ich all meine Aufgaben heute schaffen?" Der Tag hat kaum begonnen, doch die Sorgen haben sich bereits in ihren Geist gebohrt.
Was Anna erlebt, ist keine bloße Nervosität oder eine Phase erhöhter Anspannung. Es ist ein Zustand permanenter Überbesorgnis, der ihr Leben durchdringt – die Generalisierte Angststörung (GAS).

DIE KRANKHEIT DER TAUSEND SORGEN
Die Generalisierte Angststörung unterscheidet sich von alltäglichen Ängsten. Während es normal ist, sich vor einem wichtigen Ereignis Sorgen zu machen, geht die GAS weit darüber hinaus. Betroffene kreisen ständig um potenzielle Gefahren – oft ohne konkreten Anlass. Es sind nicht die großen Bedrohungen, sondern die kleinen Dinge des Alltags, die zur mentalen Belastung werden: die Gesundheit der Liebsten, die finanzielle Zukunft, Fehler im Beruf.
Diese Form der Angst ist diffus, nicht auf eine spezifische Situation beschränkt und schwer zu kontrollieren. Neben den gedanklichen Sorgen kommen oft körperliche Symptome hinzu: innere Unruhe, Muskelverspannungen, Schlafprobleme und Konzentrationsstörungen. Viele Betroffene berichten von einem Gefühl permanenter Erschöpfung – als würden sie einen Marathon laufen, ohne jemals ins Ziel zu kommen.

WARUM ENTSTEHT EINE GENERALISIERTE ANGSTSTÖRUNG?
Die Ursachen der GAS sind vielschichtig. Eine genetische Veranlagung kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, ebenso wie frühe Lebenserfahrungen. Wer in einem Umfeld aufgewachsen ist, in dem Ängste und Unsicherheiten allgegenwärtig waren, entwickelt oft eine verstärkte Sensibilität für Bedrohungen. Auch neurobiologische Faktoren spielen eine Rolle: Studien zeigen, dass das Angstzentrum im Gehirn, die Amygdala, bei Menschen mit GAS oft überaktiv ist.

Hinzu kommen gesellschaftliche Aspekte. Unsere moderne Welt ist von Unsicherheiten geprägt – wirtschaftliche Krisen, Klimawandel, soziale Medien voller Negativnachrichten. Gerade Menschen mit einer Neigung zur übersteigerten Sorge reagieren empfindlich auf diese permanente Informationsflut.

WIE KANN MAN DIE ANGST IN DEN GRIFF BEKOMMEN?
Die gute Nachricht: Es gibt wirksame Wege, mit der Generalisierten Angststörung umzugehen. Eine der effektivsten Behandlungsmethoden ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Sie hilft Betroffenen, ihre Sorgen zu hinterfragen und neue Denkmuster zu entwickeln. Eine Technik ist beispielsweise das "Sorgen-Tagebuch": Wer seine Ängste niederschreibt und später reflektiert, erkennt oft, dass viele Sorgen sich nicht bewahrheiten.
Entspannungstechniken wie Meditation, Atemübungen und progressive Muskelentspannung können helfen, das übererregte Nervensystem zu beruhigen. Auch Bewegung hat eine nachweislich angstlindernde Wirkung – ein regelmäßiger Spaziergang oder eine Yogasession können Wunder wirken.

Für manche Menschen ist eine medikamentöse Behandlung notwendig. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) oder selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs) können die Angstsymptome lindern, sollten aber immer in Absprache mit einem Facharzt eingenommen werden.

EIN LEBEN JENSEITS DER ANGST
Anna hat begonnen, ihre Ängste aktiv anzugehen. Sie hat gelernt, dass nicht jede Sorge es verdient, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Manche Gedanken dürfen kommen und gehen – wie Wolken am Himmel.
Die Generalisierte Angststörung mag ein herausfordernder Begleiter sein, doch sie ist nicht unbesiegbar. Mit der richtigen Unterstützung und Strategien ist es möglich, aus dem Strudel der Sorgen auszubrechen und das Leben wieder in vollen Zügen zu genießen.

Wenn Sie noch Fragen haben, melden Sie sich bitte.
Andreas Bliesener

03/09/2026

Psychowelle 784:

In einem Jahr wirst du dir wünschen, du hättest heute angefangen.
( Karen Lamb )

Schöne Grüße
Andreas Bliesener

31/08/2026

Psychowelle 783:
DIE GESCHICHTE VOM PERFEKTEN HERZ

Ein junger Mann stellte sich eines Tages auf den Dorfplatz in seinem Tal und verkündete voller Inbrunst, er habe das schönste Herz im ganzen Land.
Alsbald versammelte sich eine Menschenmenge um ihn herum. Voller Bewunderung blickten die Leute auf sein schönes Herz, denn es sah wahrlich vollkommen aus. Nicht ein einziger Kratzer war darauf zu finden und nicht die kleinste Delle oder Narbe darin zu erkennen. Es war das perfekte Herz. Und so war es einfach, ihm zuzustimmen.
„Ja, du hast das schönste Herz, das wir je gesehen haben!“, sagten die Leute. Dies machte den jungen Mann nur noch stolzer und er prahlte noch lauter als zuvor mit seinem schönen Herzen.

Plötzlich trat aus der Menschenmenge ein alter Mann hervor.
„Ach, dein Herz ist lange nicht so schön wie meines!“, verkündete der Alte. Die Menge und der junge Mann starrten auf das Herz des alten Mannes. Es schlug kräftig und stark, doch es war überhäuft mit Narben. Teils große Stücke waren herausgerissen und durch andere ersetzt. Sie passten weder in ihrer Form, noch in ihrer Farbe zum Rest des Herzens, und so gab es raue Kanten und Ecken. Sein Herz war ein Flickenteppich und je genauer man hinsah, desto mehr konnte man die Fehler erkennen. Es waren sogar mehrere Löcher in seinem Herzen und Stellen, wo ganze Teile fehlten.

Die Leute nuschelten ungläubig und konnten es nicht begreifen. Mit dem Finger auf seine Narben zeigend tuschelten sie: „Wie kann er sagen, sein Herz sei schöner?“ Auch der junge Mann blickte auf das Herz des Alten und dessen Zustand brachte ihn zum Lachen. „Du bist wohl blind oder machst Scherze, alter Mann“, sagte er spöttisch. „Wie kannst du dein hässliches Ding mit meinem wunderschönen Herzen vergleichen? Mein Herz ist perfekt und deines ist voller Narben und Löcher!“

„Das mag schon sein“, sagte der alte Mann, „dein Herz sieht zwar vollkommen aus, aber ich möchte niemals mit dir tauschen.“ Er fuhr fort: „Du sollst wissen, einst war mein Herz genauso makellos wie deines. Doch jede Narbe steht für einen Menschen, dem ich mein Herz geöffnet habe. Ich habe ein Stück von meinem Herzen genommen und es einem anderen gegeben. Manchmal gab er mir daraufhin ein Stück von seinem, das die leere Stelle im meinen Herzen füllte. Da die Stücke nie gleich sind, habe ich ein paar Unebenheiten und Kanten. Sie schätze ich sehr, weil sie mich an die Liebe erinnern, die wir geteilt haben.

Hin und wieder habe ich auch ein Stück meines Herzens verschenkt und der andere hat mir kein Stück von seinem zurückgegeben. Das sind die Lücken und Furchen. Denn wir alle wissen: Liebe zu geben bringt immer ein Risiko mit sich. Die Lücken schmerzen zwar, doch sie erinnern mich an die Liebe, die ich auch für diese Menschen empfinde. Und solange mein Herz schlägt, hoffe ich, dass auch sie mir eines Tages einen Teil ihres Herzens schenken und den leeren Platz in mir füllen werden. Erkennst du jetzt“, fragte der Alte, „worin die wahre Schönheit meines Herzens besteht?“

Der junge Mann stand betroffen da. Er schwieg, doch Tränen liefen über seine Wangen.
Da fasste er sich seine Brust und ging auf den alten Mann zu. Als er unmittelbar vor ihm stand, riss er von seinem perfekten, schönen Herzen einen Teil heraus. Voller Liebe bot er dem alten Mann das erste Stück seines perfekten Herzens an.
Der Alte nahm es und setzte es in sich ein. Darauf packte er ein Stück seines alten, narbigen Herzens und setzte es in die klaffende Wunde im Herzen des jungen Mannes.

Das Stück passte nicht ganz genau, war es doch ein Teil eines anderen Herzens. Und so blieben ausgefranste Kanten und Farbunterschiede bestehen.

Der junge Mann lächelte und blickte auf sein Herz. Es war nicht mehr perfekt, aber doch schöner als je zuvor, weil die Liebe aus dem Herzen des alten Mannes nun darin pulsierte.

Herzliche Grüße
Andreas Bliesener

27/08/2026

Psychowelle 782:
FRAGEN KÖNNEN WIE KÜSSE SCHMECKEN

Womit sollten Sie AUFHÖREN? Was sollten Sie WENIGER tun? HÄUFIGER tun? ANFANGEN zu tun?

Mit besten Wünschen
Andreas Bliesener

24/08/2026

Psychowelle 781:
ZIEMLICH GUTE GRÜNDE, AM LEBEN ZU BLEIBEN

Am tiefsten Punkt eines Stimmungstals haben wir nicht die klarste Aussicht.
Aber das wird nicht ewig dauern.
Erinnern Sie sich: Es war schon mal besser und es wird auch wieder besser werden.
Seien Sie tapfer, stark und halten Sie durch.
Für das Folgende könnte es sich lohnen:

• himmlischer Apfelkuchen
• Notting Hill, die liebenswerte Filmkomödie
• berührende Lyrik von Erich Fried
• wärmende Sonnenstrahlen auf der Haut
• Liebe als grundsätzliche Einstellung zum Leben
• gefühlvolle Rockballaden
• lange Spaziergänge
• entspanntes Cruisen mit geöffnetem Dach
• die Wolken vor dem Fenster
• der Duft von frisch gebackenem Brot
• an einem sonnigen Tag auf einer Parkbank sitzen
• Küssen
• Bilder malen
• Regentropfen an der Fensterscheibe
• sanfter Sommerwind im Gesicht
• spielende Kinder
• Spaghetti Bolognese, die vier Stunden geköchelt hat
• tobende Hunde
• mit Freunden rumblödeln und an der Weltformel arbeiten
• ein Bier im Sommer – eiskalt, zischig und schlürfig
• die Zauberwelt von Meer und Strand
• die Milliarden von Grüntönen im Frühling
• eine heiß dampfende Kanne First-Flush-Darjeeling-Flugtee
• wunderherrliche Sonnenauf- und –untergänge
• zartschmelzendes Vanilleeis mit frischen Erdbeeren
• das Gesicht eines Babys, das in deinem Arm schläft
• …

Was ist es bei Ihnen? Lassen Sie es mich bitte wissen!
Andreas Bliesener
[email protected]

Wenn Ihnen der Text gefallen hat, teilen Sie ihn bitte. Danke …
Literatur:
Haig, Matt ( 2019 ) / Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben, München

20/08/2026

Psychowelle 780:
VERLUSTANGST VERSTEHEN UND ÜBERWINDEN:
WENN DIE ANGST VOR DEM VERLASSENWERDEN DAS LEBEN BESTIMMT

EIN STÄNDIGES GEFÜHL DER UNSICHERHEIT
Haben Sie jemals das unbehagliche Gefühl erlebt, dass eine geliebte Person Sie verlassen könnte? Vielleicht spüren Sie Eifersucht in Beziehungen, klammern sich an Freundschaften oder fühlen sich unwohl, wenn Sie allein sind. Verlustangst ist ein tief verwurzeltes psychologisches Phänomen, das das Wohlbefinden stark beeinträchtigen kann. Doch es gibt Wege, diese Angst zu verstehen und zu überwinden.

WAS IST VERLUSTANGST?
Verlustangst bezeichnet die übermäßige Furcht, einen geliebten Menschen oder eine wichtige Beziehung zu verlieren. Diese Angst kann sich auf romantische Partnerschaften, Freundschaften oder familiäre Bindungen beziehen. Sie äußert sich oft durch starke emotionale Abhängigkeit, übermäßige Kontrolle, Eifersucht oder das Bedürfnis nach ständiger Bestätigung.

Ursachen für Verlustangst liegen häufig in der Kindheit: Unsichere Bindungserfahrungen, Trennungen oder Vernachlässigung prägen unser Beziehungsmuster. Menschen mit Verlustangst haben oft die unbewusste Überzeugung: "Ich bin nicht gut genug", "Ich bin nicht liebenswert" oder "Jeder wird mich verlassen".

WIE ÄUSSERT SICH VERLUSTANGST?
Die Symptome von Verlustangst sind vielfältig. Sie reichen von übermäßiger Anpassung an andere Menschen bis hin zu panischen Reaktionen auf vermeintliche Zurückweisung. Häufige Anzeichen sind:
• Eifersucht und Misstrauen in Beziehungen
• Starkes Bedürfnis nach Bestätigung
• Angst vor Alleinsein oder Trennung
• Übermäßiges Klammern oder emotionale Distanzierung
• Niedriges Selbstwertgefühl
• Vermeidungsverhalten in engen Beziehungen

DEN KREISLAUF DER ANGST DURCHBRECHEN
Der erste Schritt zur Überwindung von Verlustangst ist das Erkennen und Akzeptieren der eigenen Emotionen. Es geht nicht darum, diese Angst zu verdrängen, sondern zu verstehen, woher sie kommt und welche unbewussten Muster dahinterstecken. Folgende Ansätze können helfen:
1. Selbstreflexion und Achtsamkeit
Beobachten Sie Ihre eigenen Reaktionen in Beziehungen. Fragen Sie sich: "Was genau löst meine Angst aus?" und "Welche Gedanken gehen mir in solchen Momenten durch den Kopf?". Tagebuchschreiben oder Meditation können helfen, die eigenen Ängste bewusster wahrzunehmen.
2. Innere Überzeugungen hinterfragen
Häufig sind es tiefsitzende Glaubenssätze, die Verlustangst verstärken. Wenn Sie sich oft sagen: "Ich bin nicht liebenswert", dann fragen Sie sich: "Ist das wirklich wahr?". Durch kognitive Umstrukturierung können Sie negative Gedankenmuster Schritt für Schritt verändern.
3. Selbstwert stärken
Ein gesundes Selbstwertgefühl ist der Schlüssel zur Überwindung von Verlustangst. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Wert nicht von der Anerkennung anderer abhängt. Pflegen Sie Hobbys, Freundschaften und Selbstfürsorge-Rituale, die Ihnen unabhängig von anderen Menschen Freude bereiten.
4. Kommunikation und Grenzen setzen
In engen Beziehungen ist es wichtig, offen über eigene Ängste zu sprechen, ohne den Partner oder die Partnerin unter Druck zu setzen. Gleichzeitig sollten Sie lernen, gesunde Grenzen zu setzen, um emotionale Abhängigkeit zu vermeiden.
5. Professionelle Unterstützung suchen
Manchmal ist Verlustangst so tief verankert, dass sie sich nicht allein bewältigen lässt. In solchen Fällen kann eine Therapie, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologische Ansätze, helfen, die Ursachen aufzuarbeiten und neue Verhaltensmuster zu entwickeln.

FAZIT: EIN LEBEN OHNE LÄHMENDE VERLUSTANGST IST MÖGLICH
Verlustangst kann belastend sein, aber sie ist kein unausweichliches Schicksal. Wer sich mit seinen eigenen Ängsten auseinandersetzt, alte Glaubensmuster hinterfragt und an seinem Selbstwertgefühl arbeitet, kann nach und nach Sicherheit in Beziehungen entwickeln. Letztlich geht es darum, sich selbst genug zu sein – unabhängig von anderen. Denn wer sich selbst liebt, kann auch andere in Liebe loslassen.

Herzliche Grüße
Andreas Bliesener

17/08/2026

Psychowelle 779:

Die einzigen wirklichen Feinde des Menschen sind seine negativen Gedanken.
( Albert Einstein )

Ich wünsche Ihnen viel Freudvolles in Ihrem Kopf.
Andreas Bliesener

13/08/2026

Psychowelle 778:

Die besten Geschichten beginnen oft mit einem mutigen Schritt ins Unbekannte.
( unbekannt )

Auf zu neuen Ufern …
Andreas Bliesener

10/08/2026

Psychowelle 777:

Manchmal sind es die kleinsten Schritte, die zu den größten Veränderungen führen.
( unbekannt )

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Bliesener

06/08/2026

Psychowelle 776:

Steinige Wege führen oft zu den schönsten Orten.
( unbekannt )

Einen schönen Tag
Andreas Bliesener

Adresse

Erlenkamp 5
Braunschweig
38126

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